Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Der Rote Fin­ger­hut (Digi­ta­lis pur­pu­rea) ist eine Pflan­zen­art aus der Gat­tung der Fin­ger­hü­te (Digi­ta­lis) in der Fami­lie der Wege­rich­ge­wäch­se (Plan­ta­gi­n­aceae). Der Gat­tungs­na­me Digi­ta­lis lei­tet sich vom latei­ni­schen Wort digi­tus für Fin­ger ab und bezieht sich auf die cha­rak­te­ris­ti­sche Blü­ten­form.

Alle Pflan­zen­tei­le sind hoch­gif­tig. Bereits der Ver­zehr von zwei Blät­tern kann zu einer töd­li­chen Ver­gif­tung füh­ren. Der Rote Fin­ger­hut wur­de 2007 zur Gift­pflan­ze des Jah­res gewählt.

Der Rote Fin­ger­hut wächst meist als zwei­jäh­ri­ge, krau­ti­ge Pflan­ze. Im ers­ten Jahr bil­det sie eine Grund­blatt­ro­set­te, aus der im Fol­ge­jahr eine bis zu 200 cm hoher, meist unver­zweig­ter, beblät­ter­ter Stän­gel aus­treibt.

Die Blü­te des roten Fin­ger­huts besteht aus fünf pur­pur­rot-vio­let­ten oder sel­ten wei­ßen Kron­blät­ter sind zu einer 4 bis 6 cm lan­gen, fin­ger­hut­ähn­li­chen Kro­ne ver­wach­sen, die innen behaart und außen kahl ist. Die Blü­te­zeit reicht von Juni bis August.

Bestäubt wird der Fin­ger­hut in der Regel von Hum­meln, da klei­ne­re Insek­ten oft kei­ne Chan­ce haben in die Blü­te zu gelan­gen. Die Blü­ten sind vor­männ­lich; sie erblü­hen am Blü­ten­stand von unten nach oben. Wenn die unte­ren sich im weib­li­chen Sta­di­um befin­den, sind die obe­ren erst im männ­li­chen Sta­di­um. Da der Anflug von Blü­ten­stän­den durch Hum­meln immer von unten nach oben erfolgt, wird Fremd­be­stäu­bung sicher­ge­stellt.

Der Rote Fin­ger­hut ist in West­eu­ro­pa sowie dem west­li­chen Süd‑, Mit­tel- und Nord­eu­ro­pa und in Marok­ko behei­ma­tet. In Nord- und Süd­ame­ri­ka ist er gebiets­wei­se ein­ge­schleppt. In Deutsch­land hat er sein natür­li­ches Ver­brei­tungs­ge­biet bis zum Harz und dem Thü­rin­ger Wald, tritt aber ver­wil­dert heu­te im gan­zen Land auf.

Man fin­det den Roten Fin­ger­hut zer­streut aber gesel­lig auf Kahl­schlä­gen, vor allem des Gebir­ges, an Wald­we­gen und in Wald­ver­lich­tun­gen. Er bevor­zugt fri­schen, kalk­ar­men, sau­ren, locke­ren, humus­rei­chen Boden an son­ni­gen bis halb­schat­ti­gen Stand­or­ten.

Seit dem 16. Jahr­hun­dert wird er in den gemä­ßig­ten Brei­ten als Zier­pflan­ze in Parks und Gär­ten ver­wen­det.

Bei uns wuchs der rote Fin­ger­hut ursprüng­lich hin­ten, eher halb­schat­tig, neben dem Kom­post an der Hecke. In die­sem Jahr blüh­te er auch am Weg, vor­ne kurz hin­ter dem vor­de­ren Ein­gang. Irgend­wie muss da mal Samen hin ver­schleppt wor­den sein.

Sommer-Blütenpracht

Es hat über den Som­mer nun schon eini­ges hier wun­der­bar geblüht und blüht auch noch. Die Insek­ten sind glau­be ich sehr begeis­tert, zumin­dest summt und schwirrt es den gan­zen Tag hier flei­ßig her­um. Es gibt mitt­ler­wei­le eine viel­zahl an Insek­ten die wir hier sozu­sa­gen als fes­ten Besatz immer beob­ach­ten. Neben den übli­chen Honig­bie­nen und den Gal­li­schen Feld­wespen, die immer in unse­rer Pum­pe oder hin­ter dem Klapp­la­den woh­nen wol­len gibt es unzäh­li­ge mehr.  Wobei nicht alle so groß und beein­dru­ckend sind wie die blau­schwar­zen Holz­bie­nen, auch ganz win­zi­ge Wild­bie­nen, Hum­meln, Schweb­flie­gen. Sowie unge­zähl­te Käfer, Wan­zen, Spin­nen etc.

Aber hier mal ein paar Ein­drü­cke von dem was hier gera­de so blüht.

Son­nen­blu­men:

Gewöhn­li­che Weg­war­te (Cich­o­ri­um inty­bus):

Schmuck­körb­chen (Cos­mos bipin­na­tus):

Schaf­gar­ben (Achil­lea) haben wir gleich in drei Vari­an­ten (wei­ße, gel­be, rote):

Wald­re­ben (Cle­ma­tis):

Gewöhn­li­che Stock­ro­se (Alcea rosea):

Korn­blu­me (Cya­nus sege­tum Hill, Syn.: Cen­tau­rea cya­nus L.) — hier eine schwar­ze Farb­va­ri­an­te:

Pur­pur Son­nen­hut (Echi­n­acea pur­pu­rea):

Jung­fer im Grü­nen (Nigel­la damas­ce­na):

Lilie (Lili­um) — eine klei­ne dun­kel­ro­te Sor­te (kein Sor­ten­na­me bek.):

Lang­blü­ti­ger Tabak (Nico­tia­na lon­gif­lora), hier zusam­men mit Wein­rau­te (Ruta graveo­lens):

Rosen (Rosa), in weiß und rosa — die kom­men immer aus dem Gar­ten der Eltern her­über gewach­sen:

Ech­ter Alant (Inu­la hele­ni­um):

Mohn (Papa­ver) — irgend eine Zier­mohn Sor­te die nun hier rum­wil­dert:

 

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Blauer Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes L.) — Kultur 2019

Anfang Mai hat­ten wir ja die wag­hal­si­ge Idee wo wir eine Rei­he blau­en Kohl­ra­bi (Bras­si­ca ole­racea var. gon­gy­lo­des L.) in Direkt­saat ins Beet gebracht haben. Die Samen sind auch gut auf­ge­lau­fen und nach­dem die ers­ten win­zi­gen Kohl­ra­bi Pflänz­chen das Licht erblickt haben wur­den sie sogleich gna­den­los abge­fres­sen. Trotz­dem haben fünf Pflänz­chen über­lebt. Was zu einer spon­ta­nen Pflan­zen-Ret­tungs­ak­ti­on geführt hat und zu dem Pro­jekt: Kohl im Foli­en-Pflanz­tun­nel.

Wir haben also, wie im ange­häng­ten Bericht zu lesen, spon­tan eine Pflanz­fo­lie mit Bogen­stä­ben im Bau­markt besorgt und über die  klei­nen Kohl­ra­bi gestülpt. Da ja nur weni­ge über­lebt hat­ten haben wir, eben­falls sehr spon­tan, auf dem Pflan­zen­markt im Hes­sen­park noch sechs Schwarz­kohl Pflan­zen mit­ge­nom­men und dazu gesetzt.

Nun wuch­sen Kohl­ra­bi und Schwarz­kohl erst­mal ganz präch­tig. Als Dün­ger hat­ten sie ja nur bei der Pflan­zung etwas Holz­koh­le aus unse­rer Feu­er­scha­le und etwas Horn­späh­ne erhal­ten. Spä­ter haben sie noch­mal Bren­nes­sel-Jau­che bekom­men.

Da gera­de der Schwarz­kohl recht groß wur­de und es ihm eng unter der Folie wur­de muss­ten was grö­ße­res her. Beson­ders nach eini­gen Hit­ze­ta­gen beka­men die obers­ten Blät­ter vom Schwarz­kohl, auf denen die Folie auf­lag, Son­nen­brand. Also wie­der ein neu­es Gar­ten­pro­jekt: Der Kohl bekommt einen grö­ße­ren Tun­nel.

Die ers­ten Ern­te vom Kohl­ra­bi waren super und wir haben da lecker Sachen mit gekocht. Von der spä­ter im Jahr auf­tau­chen­den Pla­ge mit den Raps-Erd­flö­hen hat der Kohl nicht mehr all­zu­viel mit­be­kom­men. Da war er schon zu groß, bzw. abge­ern­tet als das er noch viel Scha­den hät­te neh­men kön­nen.

Als Ergeb­nis kann man fest­hal­ten, Kohl­ra­bi lässt sich anbau­en. Als Jung­pflan­zen benö­tigt er schon irgend­wie einen Fraß­schutz. Geschmeckt hat er super, und wur­de nur am Ende der Kul­tur ein wenig hol­zig. Gut wir hät­ten ihn nicht zu lan­ge ste­hen las­sen dür­fen, machen wir nächs­tes Mal bes­ser.

Kohl­ra­bi Kul­tur 2019:

 

Gartenmelde (Atriplex hortensis) — Samengewinnung 2019

Wir hat­ten ja in die­sem Jahr unge­plant eine Gar­ten­mel­de (Atriplex hor­ten­sis) “Kul­tur”, die sich von selbst aus­ge­sam­ten Pflan­zen die Arvid mal so vor 2–3 Jah­ren im Gar­ten hat­te ver­mehrt hat­ten. Neben dem übli­chen grü­nen gab es eine rote Pflan­ze. Die woll­ten wir auch ger­ne mal mehr haben, also haben wir das Pflänz­chen unan­ge­tas­tet gelas­sen und den Samen­stand aus­rei­fen.

Von der grü­nen Vari­an­te haben wir auch Samen aus­rei­fen las­sen. Nun hof­fen wir das wir da mal im kom­men­den Früh­jahr gezielt Gar­ten­mel­de aus­sä­en kön­nen. So rein nur wild aus­ge­säht stand sie halt dann oft doch sehr ungüns­tig im Weg rum.

Natür­lich sind dies jetzt kei­ne Sor­ten­rei­ne Samen, son­dern sozu­sa­gen schon eine über ein paar Jah­re an unse­ren Gar­ten ange­pass­te “Hor­tus Delirantium”-Gartenmelde Sor­te. Wir schau­en also ein­fach mal was da bei unse­rem Samen­ge­win­nungs Ver­such her­aus­kommt.

Kartoffel-Ernte “Blue Congo” 2019

Wir haben die­ses Jahr zwei Sor­ten Kar­tof­feln als unser ers­tes gemein­sa­mes “Kar­tof­fel-Pro­jekt” ange­baut, von denen die Sor­te “Blue Con­go” defi­ni­tiv die frü­he­re Sor­te war. Die Bam­ber­ger Hörn­le ste­hen noch grün da und war­ten noch auf ihre Ern­te­zeit.

Die Sor­te Blue Con­go wur­de schon frü­her welk und wir waren ein­fach sehr neu­gie­rig ob da wirk­lich etwas gewach­sen ist. Gesetzt hat­ten wir ja sozu­sa­gen auf den letz­ten Drü­cker je Sor­te fünf Saat­kar­tof­feln.

Der Boden war im Früh­jahr ein­mal mit der Frä­se bear­bei­tet wor­den und wir haben nur ein wenig mit Horn­späh­nen und Bren­nes­sel-Jau­che gedüngt. Sowie als wir die Kar­tof­feln gelegt haben etwas Kom­post in die Pflanz­ril­len gege­ben, den wir von Gun­ters Vater bekom­men hat­ten.

Ange­häu­felt haben wir nur zwei Mal und auch nur das gröbs­te Unkraut ent­fernt. Dafür das wir unse­re Kar­tof­feln somit eher ein biss­chen Stief­müt­ter­lich behan­delt haben gab es aber trot­zem eine ganz net­te Ern­te und wir sind zufrie­den mit die­sem Kar­tof­fel Anbau Ver­such. Das ver­su­chen wir im kom­men­den Jahr noch­mal und hof­fent­lich noch bes­ser.

Bil­der Kar­tof­fel-Ern­te:

 

Tomaten Bewässerung via Infusionsbeutel

In Anbe­tracht der aktu­ell immer wie­der­keh­ren­den Tro­cken­pe­ri­oden und dem Pro­blem der rela­tiv gleich­mä­ßi­gen Bewäs­se­rung unse­rer Tomaten-“Schluckspechte” im Toma­ten­haus haben wir hin und her über­legt wie wir die Bewäs­se­rungs­in­ter­val­le ver­kür­zen kön­nen.

Immer­hin liegt unser Gar­ten nicht vor der Haus­tü­re, das man da auch zwei­mal am Tag oder so gie­ßen kann. Was­ser­an­schluss haben wir nicht, nur unse­ren Brun­nen mit der Hand­pum­pe. Strom auch kei­nen, somit fal­len auch ele­gan­te Mög­lich­kei­ten wie eine Tröpf­chen­schlauch-Bewäs­se­rung flach. Was sich bei unse­rem klei­nen Mini-Toma­ten-Haus auch sicher­lich in keins­ter Wei­se loh­nen wür­de. Aber dann hat Arvid neu­lich ein Video gese­hen von jeman­dem der sei­ne Pflan­zen mit­tels über ihnen ange­häng­ten Infu­si­ons­beu­teln bewäs­sert. Wir fan­den das irgend­wie eine inter­es­san­te Idee und frag­ten uns ob das wirk­lich klap­pen könn­te, zumin­dest als zusätz­li­che Bewäs­se­rung bei län­ge­rer Hit­ze­pe­ri­ode.

Clau­dia kam dann auf die Idee auf ihrer Arbeits­stel­le eini­ge gebrauch­te Beu­tel von der Son­den­er­näh­rung einer Kli­en­tin vor dem Müll zu bewah­ren und zur Toma­ten-Bewäs­se­rungs-Anla­ge upzu­cy­clen.

Nun haben wir unser “Toma­ten-Spi­tal” schon im zwei­ten Monat in Betrieb und es funk­tio­niert sehr gut. Man kann mit­tels Roll­ven­til die Tropf­ge­schwin­dig­keit ein­stel­len und das Schlau­chen­de in der Nähe der Pflan­ze par­ken, somit bekommt sie kon­ti­nu­ier­lich tröpf­chen­wei­se Feuch­tig­keit zuge­führt. Oben drü­ber mul­chen wir den Boden um die Ver­duns­tung etwas zu ver­rin­gern. Als Mulch ver­wen­den wir was wir so bekom­men kön­nen, Stroh, Gras­schnitt, Blät­ter etwa vom Rha­bar­ber, Kohl­pflan­zen, Alant oder Bein­well.

Die Gefahr der Ver­stop­fung des Tropf­schlau­ches haben wir mitt­ler­wei­le auch ganz gut im Griff. Wir befül­len die Son­den­nah­rungs-Beu­tel neben­bei wenn wir mit der Motor­pum­pe den Brun­nen bzw. Was­ser­fäs­ser auf­fül­len. Da wir an der Pum­pe ja einen Sand­fil­ter haben der grö­ße­re Par­ti­kel aus dem Brun­nen­was­ser abfil­tert. Je nach Tropf­ge­schwin­dig­keit hält eine Fül­lung zwei bis max. drei Tage.

Für unser klei­nes Toma­ten­haus ist die­se sozu­sa­gen kos­ten­freie Lösung aktu­ell aus­rei­chend und ein­fach genug in der Bedie­nung.

Vortrag: Einführung in die Permakultur (GemüseheldInnen Frankfurt)

Am Mon­tag, dem 12.08.2019,
waren wir in der Grü­nen Lun­ge bei den Gemü­sehel­dIn­nen Frank­furt, um dort dem Vor­trag “Ein­füh­rung in die Per­ma­kul­tur” von Julia­ne Ranck zu lau­schen und anschlie­ßend beim offe­nen Ple­num der Gemü­sehel­dIn­nen einen Ein­blick in das Pro­jekt zu gewin­nen.

Da wir sehr kurz vor­her erst das Pro­jekt ken­nen­ge­lernt haben, als Clau­dia und Arvid kurz mal Nach­mit­tags um die Ecke spa­zie­ren waren. Eigent­lich woll­ten wir ins Café der Gärt­ne­rei Klum­pen, aber das hat ja Mon­tags Ruhe­tag. Statt­des­sen war bei den ver­wil­der­ten Gär­ten ein Tür­chen offen und ein Schild “Gemü­sehel­den” hing da. Wir waren dann mal so neu­gie­rig und sind dem ver­wil­der­ten Pfad gefolgt und sind auf ein klei­nes Natur­pa­ra­dies gesto­ßen. In mit­ten vie­ler ver­wil­der­ter, offen gelas­se­ner ehe­ma­li­ger Klein­gär­ten hat sich eine Grup­pe von unter­schied­li­chen Leu­ten zusam­men­ge­fun­den, die die­ses Stück wil­der Natur erhal­ten wol­len und zwi­schen­drin auf per­ma­kul­tu­rel­le Wei­se gärt­nern.

Nach­dem wir spon­tan sozu­sa­gen eine Ein­la­dung zum Mit­gärt­nern erhal­ten haben woll­ten wir mehr wis­sen und waren auf dem am fol­gen­den Mon­tag ange­setz­ten Vor­trag.

Net­ter­wei­se hat Gun­ter in der Mit­tags­pau­se Super­No­va abge­holt und Clau­dia war mit ihr zum ange­setz­ten Tier­arz­ter­min. Da Super­No­va vor einer Woche wegen Gebär­mut­ter­ver­ei­te­rung eine Not-OP hat­te und nun die Fäden noch gezo­gen wer­den soll­ten. Arvid kam dann nach sei­nem Büro­tag rüber­ge­fah­ren und wir haben uns auf den Weg in die Grü­ne Lun­ge gemacht, was sozu­sa­gen vor der Haus­tür von Clau­dia und Gun­ter liegt.

Kaum ange­kom­men öff­ne­te der mitt­ler­wei­le schwarz gewor­de­ne Him­mel sei­ne Schleu­sen und es gab ein kur­zes aber hef­ti­ges Gewit­ter. Zum Glück gab es eine Hüt­te mit über­dach­ter Ter­ras­se, damit die Teil­neh­mer des Vor­tra­ges im trock­nen sit­zen konn­ten.

Der Vor­trag war gut besucht mit sehr unter­schied­li­chen Leu­ten, die ganz offen­sicht­lich aber das glei­che Ziel ver­fol­gen.

Julia­ne hat eine Stun­de lang sehr inter­es­sant die Grund­idee der Per­ma­kul­tur dar­ge­legt und sehr neu­gie­rig gemacht sich inten­si­ver mit dem The­ma zu beschäf­ti­gen.

Der The­men­bo­gen spann­te sich von den Anfän­gen des Per­ma­kul­tur Kon­zep­tes in den 70er Jah­ren, sei­ner Grün­der Bill Molli­son und David Holm­gren, über die ethi­schen Grund­sät­ze („Ear­th­ca­re“, „Peop­le­ca­re“ , „Fair­sha­res“) zu den Ide­en der nach­hal­ti­gen Opti­mie­rung statt kurz­fris­ti­ger Maxi­mie­rung und Koope­ra­ti­on statt Kon­kur­renz.

Im Anschluss des Vor­tra­ges konn­ten wir auch noch einen Blick auf die neu­an­ge­leg­ten Hügel­bee­te wer­fen.

Dann ging es schon zu einem klei­nen gemein­sa­men Essen und dem offe­nen Ple­num, in wel­chem es um den aktu­el­len Stand des Pro­jek­tes all­ge­mein ging und was für Nah­ziel Plä­ne bzw. Aktio­nen geplant sind.

Eine der aktu­ell geplan­ten Aktio­nen ist der Bau eines Kom­post-Klos. Arvid und Gun­ter haben spon­tan ent­schlos­sen sich an die­ser Akti­on zu betei­li­gen.

Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)

Die Rote Johan­nis­bee­re (Ribes rubrum) ist eine Pflan­zen­art aus der Gat­tung der Johan­nis­bee­ren (Ribes) in der Fami­lie der Sta­chel­beer­ge­wäch­se (Gros­su­la­riaceae).

Die Rote Johan­nis­bee­re ist ein auf­rech­ter, som­mer­grü­ner Strauch ohne Sta­cheln, der Wuchs­hö­hen von 1 bis 2 Metern erreicht.

Die Blü­te­zeit reicht von April bis Mai. In einem trau­bi­gen Blü­ten­stand mit einer kah­len Blü­ten­stand­sach­se ste­hen vier bis acht Blü­ten zusam­men. Der Blü­ten­stiel ist 3 bis 5 mm lang. Die glat­ten, meist kuge­li­gen Bee­ren wei­sen einen Durch­mes­ser von 6 bis 11 Mil­li­me­ter auf, sind rund, rot oder weiß, manch­mal auch rosa, durch­schei­nend und ent­hal­ten zahl­rei­che Samen.

Die Rote Johan­nis­bee­re ist in fast ganz Euro­pa ver­brei­tet. Wild kommt sie nur in Bel­gi­en, den Nie­der­lan­den, Frank­reich, Deutsch­land, Öster­reich, Ita­li­en und Polen vor, im rest­li­chen Euro­pa ist sie aus Kul­tur ver­wil­dert. Sie ist sehr sel­ten in Auwäl­dern, Schluch­ten, Gebü­schen und an Bach­läu­fen zu fin­den. Sie bevor­zugt nas­sen, toni­gen Boden.

Die Rote Johan­nis­bee­re ist seit dem 15. Jahr­hun­dert in Kul­tur. Heu­ti­ge Sor­ten gehen auf Kreu­zun­gen mit der Fel­sen-Johan­nis­bee­re (Ribes petrae­um), der Ähri­gen Johan­nis­bee­re (Ribes spi­ca­tum) und der Trod­del-Johan­nis­bee­re (Ribes mul­tif­lorum) zurück. Sie wer­den manch­mal auf die Gold-Johan­nis­bee­re (Ribes aure­um) gepfropft und dadurch ver­edelt. Zum Teil sind sie ver­wil­dert und ein­ge­bür­gert.

In unse­rem Gar­ten stand, schon vom Vor­be­sit­zer gepflanzt, immer ein klei­ner Johan­nis­beer-Busch. Die­ser ist dann jedoch ein­ge­gan­gen und wir haben im Herbst an glei­cher Stel­le, hin­ter dem Ein­gang zum Gar­ten, eine rote Hoch­stamm Johan­nis­bee­re gepflanzt. Die­se hat uns auch gleich im ers­ten Jahr eine klei­ne Ern­te gebracht.

Unse­re Johan­nis­bee­re kurz nach der Pflan­zung:

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)

Mitt­ler­wei­le im drit­ten Jahr brü­ten in die­ser Kis­te an der Gar­ten­hüt­te von Arvids Eltern ein Pär­chen vom Haus­rot­schwanz (Phoe­ni­cu­rus och­ru­ros). Sie sind aus­ge­spro­chen unemp­find­lich und es ist ihnen irgend­wie ziem­lich egal ob jemand vor der Hüt­te sitzt und Kaf­fe trinkt, noch nicht­mal als das Brett an der Kis­te abge­gan­gen ist. Sie haben ihren Nach­wuchs sogar foto­gra­fie­ren las­sen und das Brett wie­der annageln las­sen. Sie bezie­hen die­se Kist­chen jedes Jahr wie­der, auch wenn es ursprüng­lich über­haupt nicht als Nist­kas­ten gedacht war, da lag eigent­lich ein Sty­ro­por-Block für den Teich der das zufrie­ren im Win­ter ver­hin­dern soll. Den haben sie ein­fach zur Sei­te gescho­ben und ihre Eier dahin­ter gequetscht. War kei­ne so glück­li­che Lösung, dach beka­men sie ein Brett davor, als Halb­höh­le.

Der Haus­rot­schwanz ist eine Sing­vo­gel­art aus der Fami­lie der Flie­gen­schnäp­per (Musci­ca­pi­dae). Er ist etwas klei­ner als der Haus­sper­ling und vor allem an sei­nem rostor­an­gen Schwanz und dem ansons­ten dunk­len Gefie­der zu erken­nen.

Haus­rot­schwän­ze sind Nischen­brü­ter und waren ursprüng­lich aus­schließ­lich im Gebir­ge behei­ma­tet. Erst seit unge­fähr 250 Jah­ren ist die Art im Tief­land ver­brei­tet und auch in Sied­lungs­ge­bie­ten in der Nähe des Men­schen anzu­tref­fen. Die Nah­rung besteht haupt­säch­lich aus Insek­ten, die von einer War­te aus meist am Boden, sel­te­ner auch in der Luft gefan­gen wer­den. Der Gesang des Haus­rot­schwan­zes ist cha­rak­te­ris­tisch, da der Mit­tel­teil eher einem krat­zen­den Geräusch ähnelt. Er zählt tages­zeit­lich zu den ers­ten gesangs­ak­ti­ven Vögeln.

Die Haus­rot­schwän­ze West- und Mit­tel­eu­ro­pas sind Kurz­stre­cken­zie­her und über­win­tern vor­wie­gend im Mit­tel­meer­raum. Sie ver­las­sen dabei als eine der letz­ten weg­zie­hen­den Arten das Brut­ge­biet und keh­ren früh im Jahr bereits zurück. Der Haus­rot­schwanz wird als unge­fähr­det ein­ge­stuft und gehört zu den Sing­vo­gel­ar­ten, deren Bestän­de in Euro­pa in den letz­ten Jah­ren leicht zuge­nom­men haben.

Die Nah­rung des Haus­rot­schwan­zes besteht vor allem aus wir­bel­lo­sen Klein­tie­ren, aber auch pflanz­li­che Nah­rung, ins­be­son­de­re Bee­ren, spielt eine gewis­se Rol­le. Das Beu­te­spek­trum ist viel­fäl­tig, es umfasst mehr als 50 Insek­ten­fa­mi­li­en, ver­schie­de­ne Spin­nen­tie­re – vor allem Web­spin­nen und Weber­knech­te – sowie ver­schie­de­ne Arten wei­te­rer vor allem boden­be­woh­nen­der Glie­der­fü­ßer und Schne­cken. Die Grö­ße der Beu­te­tie­re liegt haupt­säch­lich zwi­schen zwei und acht Mil­li­me­tern. Dane­ben erbeu­tet der Haus­rot­schwanz gele­gent­lich auch Schmet­ter­lings­rau­pen und Regen­wür­mer, die bis zu sie­ben Zen­ti­me­ter lang sein kön­nen. Der­ar­tig gro­ße Beu­te­tie­re wer­den vor Ver­zehr oder Ver­füt­te­rung gequetscht oder zer­stü­ckelt.

Haus­rot­schwän­ze wer­den am Ende des ers­ten Lebens­jah­res geschlechts­reif, dies gilt auch für die wie Weib­chen gefärb­ten Ein­jäh­ri­gen im „Hem­mungs­kleid“. Ver­tre­ter der Art füh­ren vor­wie­gend eine mono­ga­me Sai­son­ehe. Revier­treue und indi­vi­du­el­le Prä­fe­ren­zen für bestimm­te Revie­re kön­nen aber auch dazu füh­ren, dass die Part­ner eines Jah­res im fol­gen­den Jahr wie­der gemein­sam Jun­ge auf­zie­hen.

Wie es sich bei den an unse­rer Hüt­te seit drei Jahrn brü­ten­den Tie­ren han­delt weis ich natür­lich nicht. Evtl. wirk­lich die glei­chen, auf Grund von “Revier­treue” oder zumin­dest das glei­che Männ­chen? Oder jedes Jahr ande­re Tie­re? Kei­ne Ahnung.

Auf jeden Fall sind alle Jung­tie­re groß gewor­den und hüpf­ten hier auch als Äst­lin­ge eini­ge Zeit im Gar­ten.

Rosenkäfer evtl. Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Wir haben neu­lich auf der Blü­te unse­rer Blau­en Pas­si­ons­blu­me (Pas­si­flora cae­ru­lea) einen Rosen­kä­fer ent­deckt und foto­gra­fiert. Ich bin mir nicht abso­lut sicher, aber es könn­te sich um einen Gold­glän­zen­den Rosen­kä­fer (Ceto­nia aura­ta) han­deln.  Wir haben hier im Gar­ten schon öfter die­se Käfer gese­hen, aber bis­her hat­ten wir noch kei­nen vor die Lin­se bekom­men.

Beim Gold­glän­zen­den Rosen­kä­fer han­delt es sich um einen Käfer aus der Unter­fa­mi­lie der Rosen­kä­fer (Ceto­ni­i­nae). In Deutsch­land gehört er zu den geschütz­ten Käfer­ar­ten und wur­de in Deutsch­land zum Insekt des Jah­res 2000 gewählt.

Die Käfer errei­chen eine Kör­per­län­ge von 14 bis 20 Mil­li­me­tern. Die Ober­sei­te ihres Kör­pers ist sehr varia­bel metal­lisch grün bis bron­ze­far­ben glän­zend gefärbt, meis­tens ist sie grün, gele­gent­lich auch gold­far­ben, blau­grün, blau bis blau­vio­lett. Die Kör­per­un­ter­sei­te ist rot­gol­den. Auf den Deck­flü­geln kann man meh­re­re wei­ße Fle­cken und Quer­ril­len erken­nen. Ins­be­son­de­re zwi­schen den hin­te­ren bei­den Drit­teln der Deck­flü­gel ver­läuft ein mar­kan­tes wei­ßes Quer­band. Wei­ter­hin fin­den sich auf jedem Deck­flü­gel zwei brei­te, fla­che Längs­rip­pen, die nach vor­ne hin schwä­cher wer­den und an der Api­kal­beu­le zusam­men­lau­fen.

Die Ima­gi­nes fin­det man häu­fig an Blü­ten, wie etwa von Rosen, Obst­ge­höl­zen, Holun­der, Weiß­dor­nen oder Dol­den­blüt­lern. Die Lar­ven (Enger­lin­ge) leben in mor­schem Holz, in Kom­post und sel­ten auch in Amei­sen­hau­fen. Die Ver­pup­pung erfolgt in einem Kokon aus Erd­reich und Holz­fa­sern.

Die Lar­ven des Rosen­kä­fers ernäh­ren sich aus­schließ­lich von ver­rot­ten­den Pflan­zen­tei­len und Holz­mulm. Die Käfer sau­gen süße Pflan­zen­säf­te und fres­sen Pol­len und ande­re zar­te Blü­ten­tei­le.

Aus­se­hen und Lebens­wei­se unse­rer hier im Gar­ten gesich­te­ten Rosen­kä­fer­ex­em­pla­re passt sehr gut zur Wiki­pe­dia Beschrei­bung des Gold­glän­zen­den Rosen­kä­fers. Aber viel­leicht kennt sich ja einer von Euch noch bes­ser mit ihnen aus und kann uns einen Tipp geben ob es sich evtl. doch um einen ande­ren Käfer aus der Fami­lie der Ceto­ni­i­nae han­delt.