Zitronengurke “Lemon” (Cucumis sativus) — Kultur 2019

Unse­re ers­te Gur­ken­kul­tur haben wir ja recht spät im Jahr begon­nen, davon habe ich ja schon im Arti­kel “Frei­land-Gur­ken und Salat Misch­kul­tur” berich­tet, wie wir auf die Idee mit der spä­ten Gur­ken Kul­tur gekom­men sind.

Wir haben also Anfang Juni das Tüt­chen mit der Zitro­nen­gur­ke “Lemon” aus der Samen­bank gekramt und eini­ge Pflänz­chen vor­ge­zo­gen. Die sind auch gut auf­ge­lau­fen und haben sich in der Anzucht­box auf dem Bal­kon auf ihre Aus­wil­de­rung vor­be­rei­tet. Am ers­ten Juli Wochen­de war es dann soweit, wir mit unse­ren Gur­ken und den schnell noch im Bau­markt gekauf­ten Uten­si­li­en in den Gar­ten und Gur­ken­beet anle­gen.

Neben dem Toma­ten­haus haben wir ein Stück von der Wie­se umge­fräst, ein Rank­git­ter auf­ge­stellt und den gelo­cker­ten Boden noch mit Horn­spä­nen  prä­pa­riert. Rechts und links vom Rank­git­ter haben wir die Gur­ken­pflänz­chen ver­teilt und jeweils davor ein Salat­band aus­ge­legt. Das hat­ten wir noch in der Samen­bank gefun­den, kei­ne Ahnung wie wir mal dazu gekom­men sind so einen “Band­sa­lat” zu kau­fen. War­schein­lich nicht ordent­lich gele­sen was auf der Ver­pa­ckung stand.

Dann noch schnell Gur­ken und Salat ange­gos­sen und wir war­ten was pas­siert. Kurz nach dem Aus­pflan­zen sind irgend­wel­che Vögel durch das Beet maro­diert, war­schein­lich unse­re Rin­gel­tau­ben. Die haben auf jeden Fall viel Spaß am “Band­sa­lat” gehabt und die Bän­der aus­ge­gra­ben und rum­ge­schleppt. Also wie­der rein mit dem Band­sa­lat in die Spur, bis­sel Erde drü­ber und hof­fen das da noch was draus wird.

Die nächs­ten Tage wur­de das Wet­ter dann aber auch schlech­ter mit  häu­fi­ger Regen, wenig Son­ne und es wur­de deut­lich küh­ler. Somit waren wir schon fast der Mei­nung das wird abso­lut nichts mit den Gur­ken in die­sem Jahr.

 

Die Pflänz­chen wuch­sen zwar und fin­gen an am Rank­git­ter empor­zu­klet­tern, aber die Blät­ter beka­men unschö­ne Fle­cken und trock­ne­ten zum Groß­teil ein. Offen­bar hat­te das nas­se Wet­ter den Gur­ken eine Pilz­in­fek­ti­on ver­passt. Was genau es war kei­ne Ahnung, unser klei­nes Büch­lein über Pflan­zen­krank­hei­ten bei Obst und Gemü­se war da, bei der Klä­rung, auch nicht hilf­reich.

Etwas nach­ge­düngt haben wir dann noch mit Bren­nes­sel­jau­che, das schien ihnen ganz gut zu bekom­men.

 

 

Der Band­sa­lat dage­gen war eher eine schwie­ri­ge Kul­tur. Es soll­ten laut Päck­chen ja meh­re­re Sor­ten gewe­sen sein, Ruco­la war das ein­zi­ge was gekom­men ist. Aber den haben sofort die schwar­zen Raps-Erd­flö­he für sich ent­deckt und haben ihn gna­den­los durch­lö­chert. Die Blät­ter sahen aus als hät­te man sie mit einem Maschi­nen­ge­wehr beschos­sen. In unse­rer auf­kei­men­den Ver­zweif­lung haben wir ein­fach mal pro­biert ob wir denen mit der glei­chen Metho­de wie den Kohl­flie­gen bekom­men könn­te. Also haben wir von unse­rem Wehr­mut Kraut geschnit­ten und Tee gekocht. Mit dem Wehr­mut-Tee haben wir den Ruco­la alle 2 Tage begos­sen und nach kur­zer Zeit hat­ten wir ihn dann Erd­floh frei. Er hat dann auch wie­der neue Blät­ter gebracht und wir konn­ten doch noch Ruco­la im Salat genie­ßen. Nach­dem wir den Salat soweit hin­be­kom­men haben und wir dach­ten end­lich haben wir es geschafft. Nein zu früh gefreut, dann hat näm­lich noch ne Wühl­maus quer durch den Salat gepflügt.

Aber als sich die Son­ne wie­der bli­cken lies ging es den Gur­ken auch schnell wie­der bes­ser und sie haben doch noch eini­ge Zitro­nen­gur­ken her­an­wach­sen las­sen. Wir haben schon fast nicht mehr dar­an geglaubt, aber wir konn­ten bis in den Sep­tem­ber hin­ein Gur­ken ern­ten.

Anfang Okto­ber wur­de es dann so kühl das die Gur­ken ent­gül­tig ver­trock­ne­ten. Aber wir haben eini­ge Sala­te mit lecke­ren gel­ben Gur­ken machen kön­nen. Geschmeckt haben sie uns sehr gut und wir wür­den sie auch wie­der anbau­en. Man kann also sagen das wir trotz spä­tem Start der Kul­tur und Pro­ble­men mit Wet­ter und tie­ri­schen Mit­tes­sern noch eine pas­sa­ble Ern­te ein­fah­ren konn­ten.

 

 

Nach Ende der Gur­ken Kul­tur haben wir das Gur­ken­laub und das Rank­git­ter abge­räumt und zu den Ruco­la Res­ten haben wir, als Direkt­saat breit­wür­fig, Feld­sa­lat aus­ge­bracht. Der ist auch schon sehr schön auf­ge­lau­fen.

 

Zitro­nen­gur­ke vs. Apfel:

Zitro­nen­gur­ke von innen: