Willkommen im Garten-Blog

Hier wol­len wir vor­stel­len, was wir in unse­rem Gar­ten so anstel­len. Es soll hier Berich­te über den Anbau, Ern­te und Ver­wer­tung unse­rer Gar­ten­pflan­zen geben und auch Infos zu unse­ren Hand­werk­li­chen Bas­tel­ak­ti­vi­tä­ten und auch sons­ti­ges, hof­fent­lich infor­ma­ti­ves, amü­san­tes oder sonst­wie inter­es­san­tes zu lesen geben.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Arvid, Clau­dia & Gunter

Ernte Szechuan Pfeffer “Täuschende Stachelesche” (Zanthoxylum simulans) 2026

Szechu­an-Pfef­fer (Zan­th­oxylum simulans)

Wir haben das Expe­ri­ment im Jahr 2022 gewagt und einen Szechu­an Pfef­fer (Zan­th­oxylum simu­lans) direkt an unse­rer Gar­ten­hüt­te aus­ge­pflanzt. Mitt­ler­wei­le hat er sich präch­tig ent­wi­ckelt  und die­ses Jahr durf­ten wir uns über die ers­te rich­ti­ge Ern­te freu­en! Weil uns die Pflan­ze so über­zeugt hat, haben wir im Herbst 2025 eine zwei­te Szechu­an Pfef­fer Pflan­ze als wehr­haf­tes Ele­ment in unse­re neue, leben­di­ge Hecke vor­ne am Zaun inte­griert. Er ist noch klein und trägt natür­lich noch nicht, wird dort aber zukünf­tig als Wind- und Sicht­schutz sowie als Vogel­nähr­ge­hölz die­nen, falls die Vögel Inter­es­se dar­an zei­gen sollten.

Sez­chu­an-Pfef­fer Ern­te 2026

Der Szechu­an Pfef­fer Er ist abso­lut win­ter­hart, robust und bringt eine wun­der­bar exo­ti­sche, zitro­ni­ge Schär­fe in die Selbstversorgerküche.
Da er aber kein all­täg­li­ches Gewürz ist, muss­ten wir uns beim Beob­ach­ten und Ern­ten erst ein­mal herantasten.

 

 

 

Die Ern­te im Kreis­lauf der Jah­res­zei­ten: Wann und wie?

  • Das Ern­te­fens­ter: Die Früch­te rei­fen im Spät­som­mer bis Herbst. Die Haupt­ern­te­zeit liegt im Sep­tem­ber und Okto­ber.
  • Den Rei­fe­pro­zess beob­ach­ten: War­tet, bis sich die Frucht­hül­len von Grün zu einem kräf­ti­gen Rot ver­fär­ben und begin­nen, sich leicht zu öffnen.
  • Den rich­ti­gen Moment abpas­sen: Wenn die Scha­len ganz auf­sprin­gen, fal­len die Früch­te zu Boden. Wer zu lan­ge war­tet, über­lässt die Ern­te den Boden­le­be­we­sen oder Vögeln.
  • Scho­nen­des Pflü­cken: am bes­ten schnei­det oder pflückt man die gesam­ten Frucht-Büschel vor­sich­tig vom Strauch, um die Rin­de nicht zu verletzen.
  • Wehr­haf­te Natur: Die Trie­be sind stark besta­chelt – im Hecken­ver­bund ein tol­ler Schutz, bei der Ern­te aber eine Her­aus­for­de­rung. Dicke Hand­schu­he sind hier ein Muss für die eige­ne Unversehrtheit.

Szechu­an-Pfef­fer Ver­wen­dung in der Küche:

  • Szechu­an-Pfef­fer, die roten Hüllen

    Die rich­ti­ge Kom­po­nen­te nut­zen: Das eigent­li­che Gewürz ist nur die rote Frucht­hül­le! Die glän­zen­den, schwar­zen Samen­ker­ne im Inne­ren sind geschmack­los und extrem hart. Sie gehö­ren nicht ins fer­ti­ge Pul­ver (kön­nen aber theo­re­tisch für neue Anzucht­ver­su­che stra­ti­fi­ziert werden).

  • Sanf­te Trock­nung: Brei­tet die Ris­pen an einem war­men, schat­ti­gen Ort im Haus aus oder nutzt ein Dörr­ge­rät bei maxi­mal 35 bis 40 °C. So bleibt das äthe­ri­sche Öl voll­stän­dig erhal­ten. Beim Trock­nen sprin­gen die Scha­len von selbst auf.
  • Samen tren­nen: Nutzt ein gro­bes Küchen­sieb. Durch leich­tes Schüt­teln fal­len die schwe­ren, schwar­zen Samen nach unten durch, wäh­rend die leich­ten, aro­ma­ti­schen Scha­len oben bleiben.
  • Aro­ma bewah­ren: Mahlt die Scha­len erst kurz vor der Ver­wen­dung im Mör­ser oder der Müh­le. Das zitro­nig-pri­ckeln­de Aro­ma ist flüch­tig – frisch schmeckt es ein­fach am intensivsten.
Vor­aus­schau­en­de Pfle­ge: Der mini­mal­in­va­si­ve Rückschnitt
Szechu­an-Pfef­fer Samen

Ein zen­tra­ler Aspekt in der Per­ma­kul­tur ist es, mit der Dyna­mik der Pflan­ze zu arbei­ten, anstatt sie radi­kal zu bezwin­gen. Für unse­ren gro­ßen Strauch an der Hüt­te steht nun bald der ers­te stra­te­gi­sche Schnitt an:

  • Der bes­te Zeit­punkt: Im zei­ti­gen Früh­jahr (Februar/März) an einem frost­frei­en Tag, kurz bevor der Saft­strom ein­setzt und die Pflan­ze neu austreibt.
  • Ertrag sichern durch Ver­ständ­nis: Szechu­an-Pfef­fer trägt sei­ne Früch­te am zwei­jäh­ri­gen Holz (also an den Trie­ben, die im Vor­jahr gewach­sen sind). Wer radi­kal alles run­ter­schnei­det, zer­stört die Ern­te des Fol­ge­jah­res. Wir schnei­den daher nur punktuell.
  • Luft und Licht in die Kro­ne brin­gen: Weg­ge­schnit­ten wer­den nur Tot­holz sowie Äste, die nach innen wach­sen oder sich stark kreu­zen. Das hält die Kro­ne luf­tig, mini­miert das Pilz­ri­si­ko und erleich­tert uns im Herbst das Ern­ten zwi­schen den Sta­cheln. Das Schnitt­gut wan­dert als sta­che­li­ge Bar­rie­re unten in die Ben­jes­he­cke oder zer­klei­nert auf den Kompost.

    Wir haben die Szechu­an-Pfef­fer Samen gesam­melt für einen Anzucht Versuch.

Szechu­an Pfef­fer “Täu­schen­de Sta­che­le­sche” (Zan­th­oxylum simulans)

Buch: Kämpfer und Zwergkämpfer der Welt

Ein Standardwerk über Kampfhuhnrassen

Noch bevor wir mit der eige­nen Hüh­ner­hal­tung begon­nen haben, woll­ten wir uns zunächst aus­führ­lich über die ver­schie­de­nen Hüh­ner­ras­sen infor­mie­ren. Beson­ders inter­es­sier­ten wir uns damals für die Moder­nen Eng­li­schen Zwerg­kämp­fer.

Also mach­ten wir uns auf die Suche nach geeig­ne­ter Lite­ra­tur über die­se und ande­re Kampf­huhn­ras­sen. Dabei stie­ßen wir auf ein Buch, das so etwas wie ein Stan­dard­werk zum The­ma Kampf­huhn­ras­sen gilt.

Mit etwas Glück konn­ten wir zufäl­lig eine gebrauch­te Aus­ga­be erwerben.

Für uns war das Buch eine inter­es­san­te Mög­lich­keit, tie­fer in die Geschich­te, die ver­schie­de­nen Ras­sen und deren Beson­der­hei­ten ein­zu­stei­gen. Gera­de weil unser Inter­es­se an den Moder­nen Eng­li­schen Zwerg­kämp­fern noch vor dem eigent­li­chen Beginn unse­rer Hüh­ner­hal­tung ent­stand, gehör­te die­se Lite­ra­tur für uns zu den ers­ten Schrit­ten, mit denen wir uns auf unser spä­te­res Hob­by vorbereiteten.

So begann unse­re Hüh­ner­hal­tung eigent­lich schon ein Stück weit vor dem ers­ten eige­nen Huhn – mit Büchern, Ras­sen­be­schrei­bun­gen und der Fra­ge, wel­che Hüh­ner es über­haupt ein­mal bei uns wer­den könnten.

Die Ver­eins­mit­glie­der im GZV Bin­gen­heim 1938 kön­nen das Buch auch lei­hen in der: Ver­eins­bi­blio­thek

Kämp­fer und Zwerg­kämp­fer der Welt

Kämp­fer und Zwerg­kämp­fer der Welt

Autor: Wil­fried Detering

Ver­lag: Ver­lags­haus Reut­lin­gen Oer­tel + Spö­rer (Auf­la­ge 1983)

Kämp­fer und Zwerg­kämp­fer der Welt

In unse­rer Aus­ga­be befand sich die­se Wid­mung des Autors, Wil­fried Dete­ring, an den ursprüng­li­chen Eigen­tü­mer unse­res Buches:

Kämp­fer und Zwerg­kämp­fer der Welt — Wid­mung des Autors

Passauer Goldpomeranze (Poncirus trifoliata)

Pas­sau­er Goldpomeranze

Rela­tiv am Anfang unse­rer Gar­ten­zeit, im Jahr 2020, ent­deck­ten wir auf einem Pflan­zen­markt eine klei­ne Zitrus­pflan­ze, die unser Inter­es­se weck­te. Eine Zitrus­pflan­ze, die tat­säch­lich im Frei­land über­win­tern kann? Das woll­ten wir ausprobieren.

Gun­ter konn­te der Ver­su­chung nicht wider­ste­hen und kauf­te eine Pas­sau­er Gold­po­me­ran­ze (Pon­ci­rus trif­o­li­a­ta).

Ganz ohne Win­ter­schutz woll­ten wir die klei­ne Pflan­ze aller­dings nicht las­sen. Gera­de jun­ge Pflan­zen sind noch emp­find­li­cher und pro­fi­tie­ren von einem geschütz­ten Stand­ort. Des­halb bau­ten wir ihr eine klei­ne Son­nen­fal­le, die gleich­zei­tig für ein güns­ti­ges Mikro­kli­ma sor­gen sollte.

In den ers­ten drei Win­tern bekam die Pome­ran­ze zusätz­lich einen Win­ter­schutz und wur­de ordent­lich ein­ge­packt. Inzwi­schen ist sie deut­lich grö­ßer und kräf­ti­ger gewor­den. Einen umfang­rei­chen Win­ter­schutz benö­tigt sie nicht mehr. Mitt­ler­wei­le schüt­zen wir im Win­ter eigent­lich nur noch den Wur­zel­be­reich.

Die erste Pomeranzen-Ernte

Im Okto­ber konn­ten wir tat­säch­lich unse­re ers­ten eige­nen Pome­ran­zen ernten.

Ins­ge­samt waren es 13 Früch­te.

Nach sechs Jah­ren Gar­ten­ex­pe­ri­ment konn­ten wir damit zum ers­ten Mal die Früch­te unse­rer klei­nen Pflan­ze in den Hän­den hal­ten. Für uns ist das wie­der ein­mal ein schö­nes Bei­spiel dafür, dass es sich lohnt, auch ein­mal etwas aus­zu­pro­bie­ren, das zunächst ein wenig unge­wöhn­lich erscheint.

Nun sind wir natür­lich gespannt, was dar­aus wird. Gun­ter hat bereits ange­kün­digt, aus den Pome­ran­zen unser ers­tes eige­nes Gericht zu zau­bern. Da die Früch­te nicht zum direk­ten Naschen geeig­net sind, darf es ruhig etwas Beson­de­res sein.

Wir sind jeden­falls gespannt auf das Ergebnis.

 

Ern­te Pas­sau­er Goldpomeranze

Die Passauer Goldpomeranze

Die Pas­sau­er Gold­po­me­ran­ze gehört bota­nisch zur Fami­lie der Rut­aceae, den Rau­ten­ge­wäch­sen, und ist eng mit den Zitrus­pflan­zen ver­wandt. Sie wird auch als Bit­ter­oran­ge bezeichnet.

Im Gegen­satz zu den meis­ten klas­si­schen Zitrus­pflan­zen ist sie som­mer­grün. Im Herbst wirft sie ihre Blät­ter ab. Die­se sind drei­tei­lig und geben der Pflan­ze ein etwas unge­wöhn­li­ches Aussehen.

Aus der klei­nen Pflan­ze kann im Lau­fe der Jah­re ein etwa 1,5 bis 4 Meter hoher, dicht ver­zweig­ter Baum wer­den. Aller­dings soll­te man beim Arbei­ten mit ihr etwas vor­sich­tig sein: Die Äste besit­zen lan­ge und aus­ge­spro­chen spit­ze Dornen.

Im Früh­jahr erschei­nen die Blü­ten, die bereits stark nach Oran­ge duf­ten. Ab etwa Okto­ber ent­wi­ckeln sich dar­aus die gelb­lich-oran­gen Früchte.

Die Früch­te schme­cken aller­dings sehr sau­er und bit­ter und sind des­halb nicht für den Roh­ver­zehr geeig­net. Dafür las­sen sie sich in der Küche ver­wen­den – bei­spiels­wei­se für Mar­me­la­de, Gebäck oder Eis.

Beson­ders inter­es­sant für uns war natür­lich die ange­ge­be­ne Win­ter­här­te. Die Pas­sau­er Gold­po­me­ran­ze kann län­ge­re Frost­pe­ri­oden von etwa –15 bis teil­wei­se –20 °C über­ste­hen. Bei jun­gen Pflan­zen ist ein zusätz­li­cher Schutz des Wur­zel­be­reichs und gege­be­nen­falls des Stam­mes trotz­dem sinnvoll.

Ein son­ni­ger und mög­lichst wind­ge­schütz­ter Stand­ort mit locke­rem, gut durch­läs­si­gem Boden ist ideal.

Der Name „Pas­sau­er Gold­po­me­ran­ze“ ver­weist übri­gens auf die lan­ge Tra­di­ti­on des Zitru­s­an­baus in Pas­sau. Dort reicht die Geschich­te des Zitru­s­an­baus bis ins 16. Jahr­hun­dert zurück, unter ande­rem zum Schloss Hack­lberg. Seit 2010 wird die Sor­te durch die Stadt­gärt­ne­rei Pas­sau wie­der ver­stärkt kultiviert.

Bau der Son­nen­fal­le: Son­nen­fal­le (2020)

“essbare” Korallen Ölweide (Elaeagnus umbellata) ‑2026

Unsere Ölweidenhecke – Sichtschutz, Futterpflanze und Hühnerliebling

Über die Pflan­zung unse­rer Ölwei­den habe ich bis­her tat­säch­lich noch gar nicht berich­tet. Dabei ste­hen sie inzwi­schen schon seit Herbst 2024 an unse­rem Zaun.

Wir woll­ten am Zaun des Hüh­ner­gar­tens eine Sicht­schutz­he­cke eta­blie­ren. Dabei soll­te es aber nicht ein­fach irgend­ei­ne Hecke sein, die mög­lichst schnell dicht wird. Ganz im Sin­ne unse­rer Beschäf­ti­gung mit der Per­ma­kul­tur soll­te die Hecke mög­lichst meh­re­re Funk­tio­nen gleich­zei­tig erfüllen.

Zum einen soll­te sie natür­lich einen gewis­sen Sicht­schutz bie­ten. Gleich­zei­tig such­ten wir Pflan­zen, die mit den zuneh­mend lan­gen und tro­cke­nen Som­mern bei uns zurecht­kom­men. Die anhal­ten­de Tro­cken­heit macht sich auch in unse­rem Gar­ten immer stär­ker bemerk­bar, wes­halb eine tro­cken­heits­ver­träg­li­che Pflan­ze für uns beson­ders inter­es­sant war.

Da sich dort regel­mä­ßig unse­re Hüh­ner und auch die Hun­de auf­hal­ten, war außer­dem wich­tig, dass die Pflan­zen ungif­tig sind. Und wenn die Hecke neben­bei noch Nah­rung und Lebens­raum für Insek­ten, Vögel und ande­re Tie­re bie­tet, umso besser.

Auf der Biogarten Messe

Auf der Suche nach geeig­ne­ten Pflan­zen waren wir dann auf der Bio­gar­ten Mes­se. Dort ent­deck­ten wir den Stand von ACKERBAUM, einer Permakultur-Baumschule.

Wir erzähl­ten von unse­rem Vor­ha­ben und bespra­chen mit ihnen, was wir uns von der Hecke wünsch­ten. Dabei kamen wir auf die Koral­len-Ölwei­de (Elae­agnus umbel­la­ta).

Am Ende fuh­ren wir mit drei Pflan­zen nach Hause:

  • einer Koral­len-Ölwei­de ‚Amber‘
  • einer Koral­len-Ölwei­de ‚Sweet’n Tart‘
  • und einer Zier­quit­te der Sor­te ‚Cido‘
Koral­len-Ölwei­de “Amber” (Elae­agnus umbellata)

Zu Hau­se wur­den die Pflan­zen dann an ihren vor­ge­se­he­nen Platz gesetzt – vor­ne am Zaun unse­res Hühnergartens.

Bei den bei­den Ölwei­den hat­ten wir uns bewusst für unter­schied­li­che Sor­ten ent­schie­den. Die Koral­len-Ölwei­de ist eine stark­wach­sen­de, win­ter­har­te und tro­cken­heits­ver­träg­li­che Pflan­ze. Außer­dem sind die klei­nen Früch­te nicht nur für uns inter­es­sant, son­dern auch für die Tierwelt.

Die Sor­te ‚Amber‘ bil­det bern­stein­far­be­ne bis oran­ge­far­be­ne Früchte.

 

 

Koral­len-Ölwei­de “Sweet N Tart (Elae­agnus umbellata)

‚Sweet’n Tart‘, die teil­wei­se auch unter der Bezeich­nung ‚Sweet-N-Tart‘ bezie­hungs­wei­se Poin­til­la® ange­bo­ten wird, bil­det dage­gen leuch­tend koral­len­ro­te Früch­te und reift unge­fähr zwei Wochen spä­ter. Dadurch soll­te sich die Ern­te­zeit verlängern.

Auch bei der Bestäu­bung kommt uns die Kom­bi­na­ti­on zugu­te: Die bei­den Sor­ten gehö­ren der­sel­ben Art an und kön­nen sich gegen­sei­tig bei der Frucht­bil­dung unterstützen.

Im Früh­jahr blü­hen bei­de Ölwei­den mit klei­nen, inten­siv duf­ten­den, rahm­wei­ßen bis gelb­li­chen Blü­ten. Damit haben wir neben der spä­te­ren Frucht­ern­te auch eine inter­es­san­te Insek­ten­wei­de in unse­rer Hecke.

2026: Die erste Ernte

Im Herbst 2026 war es dann end­lich soweit: Unse­re Ölwei­den tru­gen zum ers­ten Mal so vie­le Früch­te, dass wir tat­säch­lich ern­ten konnten.

Aller­dings müs­sen wir beim rich­ti­gen Ern­te­zeit­punkt offen­bar noch eini­ges lernen.

Oder bes­ser gesagt: Unse­re Hüh­ner haben das mit dem rich­ti­gen Ern­te­zeit­punkt offen­sicht­lich wesent­lich schnel­ler ver­stan­den als wir!

Wir hat­ten die ers­ten Früch­te der frü­her rei­fen­den Sor­te ‚Amber‘ gepflückt. Einen Tag spä­ter waren die rest­li­chen Früch­te plötz­lich verschwunden.

Unse­re Hüh­ner hat­ten sich dar­um gekümmert.

Offen­bar hat­ten sie einen sehr viel bes­se­ren Rei­fe­grad-Test ent­wi­ckelt als wir und kur­zer­hand beschlos­sen, dass jetzt der per­fek­te Ern­te­zeit­punkt gekom­men sei.

Damit war zumin­dest eine Fra­ge ein­deu­tig beantwortet:

Die Früch­te der Ölwei­de schme­cken nicht nur uns – unse­re Hüh­ner fin­den sie eben­falls aus­ge­spro­chen lecker.

Wir müs­sen nun noch her­aus­fin­den, wann die Früch­te für unse­ren Geschmack wirk­lich opti­mal sind. Die Ölwei­den­früch­te sol­len mit zuneh­men­der Rei­fe süßer und aro­ma­ti­scher wer­den, wäh­rend die anfäng­li­che Herb­heit und Adstrin­genz nach­lässt. Voll­reif sol­len sie sich leicht vom Stiel lösen und bei leich­tem Druck etwas nachgeben.

Das wer­den wir in den kom­men­den Jah­ren genau­er beobachten.

Was machen wir mit den Früchten?

Wenn uns die Hüh­ner denn etwas übrig las­sen, gibt es für die Früch­te vie­le Möglichkeiten.

Die voll­rei­fen Bee­ren kann man frisch essen. Sie las­sen sich außer­dem zu Mar­me­la­de oder Gelee ver­ar­bei­ten. Wer die klei­nen Ker­ne nicht im Frucht­auf­strich haben möch­te, kann die gekoch­ten Früch­te durch ein fei­nes Sieb oder eine „Flot­te Lot­te“ passieren.

Auch zum Ent­saf­ten sind die Früch­te geeig­net. Der Saft soll sich bei­spiels­wei­se gut mit Apfel- oder Oran­gen­saft kom­bi­nie­ren las­sen. Aus dem Saft kann außer­dem Sirup her­ge­stellt werden.

Für den Win­ter lässt sich das Frucht­mark por­ti­ons­wei­se ein­frie­ren und spä­ter bei­spiels­wei­se unter Joghurt oder Quark mischen.

Und natür­lich gibt es auch die Mög­lich­keit, die Früch­te zu einem Wild­obst-Likör anzusetzen.

Ob wir all die­se Mög­lich­kei­ten irgend­wann aus­pro­bie­ren wer­den, wird sich zei­gen. Im Moment haben wir aller­dings ein ganz ande­res Problem:

Wir brau­chen mehr Ölweiden.

Denn wenn die Hüh­ner wei­ter­hin einen so gro­ßen Anteil der Ern­te über­neh­men, wer­den wir für Mar­me­la­de, Saft oder Likör wohl kaum etwas übrig behalten.

Aber eigent­lich ist genau das auch ein schö­nes Ergeb­nis unse­res ursprüng­li­chen Gedan­kens hin­ter der Hecke: Wir woll­ten eine Pflan­zung, die meh­re­re Auf­ga­ben erfüllt – Sicht­schutz, robus­te und tro­cken­heits­ver­träg­li­che Begrü­nung, Nah­rung für Insek­ten und Tie­re und schließ­lich auch noch Früch­te für uns.

Dass unse­re Hüh­ner sie eben­falls als Berei­che­rung ihres Gar­tens betrach­ten, war aller­dings nicht eingeplant.

Buch: HÜHNER HALTEN für Anfänger

Seit eini­ger Zeit ver­fol­gen wir die bei­den You­Tube-Kanä­le „Dino­saur“ und „World of Wach­tel“ von Dr. Bene­dikt Sau­er. Dort berich­tet er über sei­ne Hüh­ner- und Wach­tel­hal­tung und zeigt immer wie­der inter­es­san­te Zucht- und Haltungsexperimente.

So haben wir auch die Ent­ste­hung und schließ­lich die Ver­öf­fent­li­chung sei­nes ers­ten Buches „HÜHNER HALTEN für Anfän­ger“ mit­ver­folgt. Als das Buch schließ­lich erschien, haben wir es uns natür­lich gleich gekauft.

Schon beim ers­ten Durch­blät­tern fiel uns auf, wie über­sicht­lich das Buch gestal­tet ist. Es ist ver­ständ­lich geschrie­ben und ver­mit­telt eigent­lich alles Wich­ti­ge, was man als Ein­stei­ger über die Hüh­ner­hal­tung wis­sen sollte.

Nach einem Gruß­wort von Alfred Karl Wal­ter, der inzwi­schen Prä­si­dent des BDRG gewor­den ist, beginnt das Buch mit einer Fra­ge, die man sich tat­säch­lich stel­len soll­te, bevor die ers­ten Hüh­ner einziehen:

„Eige­ne Hüh­ner? Die Motivation!“

Danach führt Dr. Sau­er Schritt für Schritt durch die ver­schie­de­nen Berei­che der Hüh­ner­hal­tung. Es geht um Pfle­ge und Hal­tung, aber auch um die Evo­lu­ti­on und Her­kunft unse­rer Haus­hüh­ner. Ver­schie­de­ne belieb­te Hüh­ner­ras­sen wer­den vor­ge­stellt und auch die Ana­to­mie sowie das Sozi­al­ver­hal­ten der Hüh­ner wer­den ver­ständ­lich erklärt.

Natür­lich kom­men auch die prak­ti­schen The­men nicht zu kurz. Gesund­heit und häu­fi­ge Gesund­heits­pro­ble­me wer­den behan­delt, eben­so wie die Anfor­de­run­gen an einen geeig­ne­ten Hüh­ner­stall und sei­ne Einrichtung.

Gera­de die­se Mischung aus Grund­la­gen­wis­sen und prak­ti­schen Infor­ma­tio­nen hat uns an dem Buch gefal­len. Es eig­net sich dadurch tat­säch­lich sehr gut für jeman­den, der gera­de erst mit der Hüh­ner­hal­tung beginnt.

In einem sei­ner Vide­os hat­te Dr. Bene­dikt Sau­er außer­dem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sich Geflü­gel­zucht­ver­ei­ne um ein Ver­ein­s­exem­plar des Buches bewer­ben kön­nen. Da wir das Buch selbst bereits kann­ten und für sehr gelun­gen hiel­ten, haben wir die­se Mög­lich­keit für unse­ren GZV Bin­gen­heim 1938 genutzt.

Und wir hat­ten Glück: Wir beka­men tat­säch­lich ein Exem­plar für unse­re Ver­eins­bi­blio­thek.

GZV Bin­gen­heim 1938: VEREINSBIBLIOTHEK

Damit steht das Buch nun nicht nur bei uns zu Hau­se im Regal, son­dern kann von den Ver­eins­mit­glie­dern aus­ge­lie­hen wer­den. Neben den vie­len ande­ren Büchern, die wir inzwi­schen in unse­rer Ver­eins­bi­blio­thek gesam­melt haben, gibt es damit wie­der ein wei­te­res aktu­el­les und vor allem anfän­ger­freund­li­ches Buch rund um unser liebs­tes The­ma: die Hüh­ner­hal­tung.

Gera­de für neue Ver­eins­mit­glie­der ist so ein Buch eine schö­ne Mög­lich­keit, sich zunächst selbst­stän­dig mit den Grund­la­gen ver­traut zu machen. Und viel­leicht hilft es ja auch dem einen oder ande­ren dabei, aus einem ers­ten Inter­es­se an Hüh­nern eine dau­er­haf­te Begeis­te­rung für die Geflü­gel­hal­tung und letzt­lich auch für die Ver­eins­ar­beit zu entwickeln.

HÜHNER HALTEN für Anfänger
Das gro­ße Pra­xis­buch zur art­ge­rech­ten Hüh­ner­hal­tung im Garten

HÜHNER HALTEN für Anfänger

Autor: Dr. Bene­dikt Sauer

Ver­lag: EULOGIA (1. Auf­la­ge 2024)

You­tube Kanä­le von Dr. Bene:

DINOSAUR
WORLD of WACHTEL

 

Kiwi — Sorte “Jenny” (Actinidia chinensis) — 2026

Kiwi Sor­te “Jen­ny”

Clau­dia und Arvid waren mal wie­der in der Stadt zum Ein­kau­fen und schau­ten dabei auch bei Samen Andre­as vor­bei. Im Hin­ter­hof, wo die Stau­den und ande­ren Pflan­zen ange­bo­ten wer­den, sahen wir uns etwas um und ent­deck­ten dabei die Kiwipflanzen.

Da wir an unse­rer Ter­ras­se schon seit Jah­ren eine Kiwi haben, kamen wir mit dem Chef des Geschäfts ins Gespräch. Von unse­ren ursprüng­li­chen Kiwipflan­zen ist inzwi­schen lei­der nur noch eine weib­li­che Pflan­ze übrig. Sie wur­de noch von Arvids Eltern gepflanzt. Wel­che Sor­te es genau ist, wis­sen wir heu­te aller­dings nicht. Fest steht nur, dass es sich um eine fremd­be­fruch­ten­de Sor­te han­delt und wir des­halb eigent­lich eine männ­li­che Pflan­ze als Bestäu­ber bräuchten.

Eine sol­che männ­li­che Kiwi hat­te es bei uns aller­dings nie lan­ge geschafft – die ent­spre­chen­den Pflan­zen gin­gen immer wie­der ein. Damit blieb unse­re ein­zel­ne weib­li­che Kiwi zwar am Leben, konn­te aber natür­lich nicht befruch­tet werden.

Der Chef von Samen Andre­as hat­te dafür eine Lösung: Er emp­fahl uns die selbst­be­fruch­ten­de Kiwi ‚Jen­ny‘. Die­se kann auch allein Früch­te tra­gen und soll­te gleich­zei­tig unse­re bereits vor­han­de­ne weib­li­che Kiwi mit­be­fruch­ten können.

Damit war die Ent­schei­dung schnell getrof­fen: Wir nah­men eine ‚Jen­ny‘ mit nach Hause.

Dort mach­ten wir uns gleich dar­an, ihr einen geeig­ne­ten Platz an der Ter­ras­se zu berei­ten. Zunächst wur­de die vor­han­de­ne Kiwi etwas zurück­ge­schnit­ten. Anschlie­ßend locker­ten wir das Beet mit der Pen­del­ha­cke gründ­lich auf.

Beet­vor­be­rei­tung mit Hahn

Dabei beka­men wir – wie so oft bei der Gar­ten­ar­beit – tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung von unse­ren Hüh­nern. Kaum war die Erde gelo­ckert, waren sie zur Stel­le. Eif­rig wur­de gescharrt, nach Käfern und Wür­mern gesucht und natür­lich ganz genau kon­trol­liert, ob wir Men­schen auch alles rich­tig machten.

Nach­dem der Boden vor­be­rei­tet war, brach­ten wir zunächst einen Draht als Rank­hil­fe an. Anschlie­ßend hoben wir das Pflanz­loch für die neue Kiwi aus und ver­sa­hen die Erde noch mit etwas Dünger.

Kiwi “Jen­ny” — Acti­ni­dia chinensis

Dann durf­te ‚Jen­ny‘ end­lich an ihren neu­en Platz.

Nun hof­fen wir, dass sie sich gut ent­wi­ckelt und wir viel­leicht irgend­wann wie­der regel­mä­ßig Kiwis von unse­rer Ter­ras­se ern­ten können.

Buch: Die gro­ße Samen-Andre­as Gartenfibel