Willkommen im Garten-Blog

Hier wol­len wir vor­stel­len, was wir in unse­rem Gar­ten so anstel­len. Es soll hier Berich­te über den Anbau, Ern­te und Ver­wer­tung unse­rer Gar­ten­pflan­zen geben und auch Infos zu unse­ren Hand­werk­li­chen Bas­tel­ak­ti­vi­tä­ten und auch sons­ti­ges, hof­fent­lich infor­ma­ti­ves, amü­san­tes oder sonst­wie inter­es­san­tes zu lesen geben.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Arvid, Clau­dia & Gunter

Neues von unserem Komposthaufen

Im Früh­jahr benö­tigt man ja immer Kom­post um die Gemü­se­bee­te für die neue Pflanz­sai­son vor­zu­be­rei­ten. Auch wir haben immer viel zu wenig Kom­post, egal was wir machen.

Nun habe ich den Kom­post vom letz­ten Jahr umge­setzt und durch­ge­siebt. Dafür kam unser neu gekauf­tes Durch­wurf­sieb, das man als Auf­satz auf die Schub­kar­re fixie­ren kann, zum Einsatz.

 

Das hat sich gut bewehrt, vor­her hat­te ich aus­schließ­lich ein klei­nes run­des und viel fei­ne­res Hand­sieb. Das hat­te arge Schwie­rig­kei­ten mit dem Roh­kom­post. Es eig­net sich eher wenn man den grob gesieb­ten Kom­post noch­mal ver­fei­nern möch­te, etwa für die Vor­an­zucht der Jungpflanzen.

Nach einer Wei­le habe ich im hin­te­ren feuch­ten Bereich des Kom­posts auch unse­re Kom­post­wür­mer gefunden.

Die hat­ten wir im letz­ten Früh­jahr gekauft und im Kom­post­hau­fen ange­sie­delt. Sie haben her­vor­ra­gen­de Arbeit geleis­tet und sich offen­bar gut ver­mehrt. Mitt­ler­wei­le fin­den wir auch sehr vie­le Kom­post­wür­mer angren­zend im Gemü­se­bee­te Bereich. Es wan­dern ja doch immer wel­che mit den Kom­post­ga­ben dorthin.

Es lebt sowie­so offen­bar ein gan­zes Uni­ver­sum in unse­rem Kom­post, neben den Kom­post­wür­mern fin­det man auch immer mal Tau­wür­mer, Rosen­kä­ferlar­ven, Mücken­lar­ven und Unmen­gen an Asseln und Hunderfüßern.

Mitt­ler­wei­le pro­du­zie­ren wir doch schon mehr Kom­post, die Wach­tel­hal­tung hat viel dazu bei­getra­gen das wir mitt­ler­wei­le ansatz­wei­se soviel Kom­pos­tier­ba­res Mate­ri­al bereit­stel­len, damit der Kom­post eine ordent­li­che Rot­te voll­füh­ren kann.

Gera­de der Mist der Wach­teln schafft es immer wie­der, das der Kom­post hei­ße Pha­sen durch­lebt inner­halb derer wir schon bis zu 80 Grad mes­sen konnten.

Etwas Urge­steins­mehl und von der, mit unse­rem Phy­ro­ly­se-Ofen, pro­du­zier­ten Holz­koh­le erhält der Kom­post zusätzlich.

Bei die­ser Akti­on konn­te ich fünf Schub­kar­ren Kom­post “ern­ten”, da hat mir gehol­fen das gro­ße Beet vor­zu­be­rei­ten. Das hat­ten wir ja mal als Papp­kar­ton Beet (Mist­beet ohne Umgra­ben) direkt auf dem Rasen ange­legt und es im ers­ten Jahr groß­zü­gig mit Pfer­de­mist bestückt. Mitt­ler­wei­le ist es aber schon deut­lich zusam­men­ge­sackt und hat drin­dend Nach­schub benötigt.

Was uns auch gehol­fen hat uns inten­si­ver mit unse­rem Kom­post zu beschäf­ti­gen war die­se Lek­tü­re, die Gun­ter uns mal mit­ge­bracht hat:

Unse­re Kom­post Experimente:

Kom­post umset­zen (2019)

Trom­mel­kom­pos­ter (2021)

Neuer Wachtel-Auslauf (2022)

Durch eine net­te Freun­din, die wir aus dem ehe­ma­li­gen Süd­hun­de Forum ken­nen, haben wir die­sen neu­en Aus­lauf für unse­re Wach­teln erhalten.

 

 

Er ist noch­mal deut­lich grö­ßer als die run­den Metall Aus­läu­fe die wir bis­her ver­wen­den. Offen­sicht­lich gefällt er den Wach­teln sehr gut, sie haben ihn gleich pro­blem­los angenommen.

 

 

Nun sind wir am über­le­gen ob wir für die zwei­te Volie­re noch einen besor­gen kön­nen, oder ob wir even­tu­ell einen eige­nen bau­en. Die­sen hier dann sozu­sa­gen als Inspi­ra­ti­on verwenden.

 

 

Obwohl Clau­dia und Arvid aktu­ell auch die Idee mit einer begeh­ba­ren Volie­re im Kopf her­um spukt.

 

 

 

 

 

Man kann also gespannt sein was sich da noch ent­wi­ckeln wird. Aktu­ell sind wir ja noch voll mit dem Bau des Hüh­ner­stalls beschäftigt.

 

 

 

 

 

Alles Rund um unse­re Wach­teln fin­dest Du hier: WACHTELN

 

Artischocke (Cynara cardunculus subsp. scolymus (L.)

Die Arti­scho­cke (Cyn­a­ra car­dun­cu­lus sub­sp. sco­ly­mus (L.) Hegi, Syn.: Cyn­a­ra sco­ly­mus L.) ist eine dis­tel­ar­ti­ge, kräf­ti­ge Kul­tur­pflan­ze aus der Fami­lie der Korb­blüt­ler (Aster­aceae). Die Sorten­grup­pe der Arti­scho­cken wird wegen ihrer ess­ba­ren knos­pi­gen Blü­ten­stän­de ange­baut und als Blü­ten­ge­mü­se ver­zehrt. Eben­falls zu Cyn­a­ra car­dun­cu­lus zählt das Blatt­ge­mü­se Cardy.

Die Arti­scho­cke wur­de zur Arz­nei­pflan­ze des Jah­res 2003 gekürt.

Wuchs

Die Arti­scho­cke ähnelt in allen Tei­len ihren wil­den Vor­fah­ren, Cyn­a­ra car­dun­cu­lus. Sie ist eine aus­dau­ern­de Pflan­ze: Nach­dem sich im Herbst des ers­ten Vege­ta­ti­ons­jah­res eine grund­stän­di­ge Blatt­ro­set­te gebil­det hat, wer­den etwa fünf Jah­re lang 0,5 bis zu 2 Meter hohe Stän­gel mit Blü­ten­stän­den gebil­det. Die zwei- bis drei­fach fie­der­schnit­ti­gen, dor­ni­gen Laub­blät­ter sind bis zu 80 cm lang und 40 cm breit; die Unter­sei­te ist grau­fil­zig behaart.

Die körb­chen­för­mi­gen Blü­ten­stän­de sind der Teil der Pflan­ze, der geern­tet wird. Im Ver­gleich zu wild wach­sen­den For­men sind die Blü­ten­stän­de grö­ßer. Durch eine frü­he­re Blü­te­zeit sind meh­re­re Ern­ten im Jahr mög­lich. Der Blü­ten­stands­bo­den ist stark flei­schig. Die unten flei­schi­gen, dach­zie­ge­li­gen Hüll­blät­ter sind bei kul­ti­vier­ten For­men kaum dor­nig. Wer­den die Blü­ten­stän­de nicht geern­tet, zei­gen sich die vio­let­ten Röh­ren­blü­ten. Es wer­den 2 bis 8 Mil­li­me­ter lan­ge Achä­nen mit einem Pap­pus aus 2 bis 3,5 Zen­ti­me­ter lan­gen, fede­ri­gen Bors­ten gebildet.

Die Pflan­ze benö­tigt im Gar­ten etwa 1 m² Flä­che und bevor­zugt son­ni­ge, war­me Orte. Geern­tet wer­den die faust­gro­ßen Blü­ten­köp­fe, wenn sie noch geschlos­sen sind und die äuße­ren Schup­pen leicht abste­hen. Ver­passt man die­sen Zeit­punkt, zeigt sich eine gro­ße vio­let­te Blüte.

Vor­kom­men

Die frost­emp­find­li­che Arti­scho­cke stammt ursprüng­lich aus dem Mit­tel­meer­raum; vom öst­li­chen Mit­tel­meer (Kili­ki­en) über Per­si­en bis nach Nord­afri­ka, west­lich bis Spa­ni­en und eben­so auf den Kana­ri­schen Inseln. In der grie­chi­schen Mytho­lo­gie ver­lieb­te sich Zeus in die attrak­ti­ve Nym­phe Cyn­a­ra, die ihn jedoch abwies. Dar­auf­hin ver­wan­del­te Zeus sie in sei­ner Wut in die stach­li­ge Arti­scho­cke. An die Nym­phe erin­nert noch heu­te ihr wis­sen­schaft­li­cher Name, aus dem die heu­ti­ge grie­chi­sche Bezeich­nung αγκινάρα ankiná­ra abge­lei­tet ist.

Nah­rungs­mit­tel

Bei gro­ßen Arti­scho­cken sind die unte­ren flei­schi­gen Tei­le der Hüll­blät­ter und die Blü­ten­bö­den (eigent­lich Korb­bö­den; das Arti­scho­cken­herz) ess­bar. Die unter den Blät­tern lie­gen­den Här­chen, das so genann­te „Heu“ (nicht geöff­ne­te Blü­ten), sind nicht zum Ver­zehr geeig­net. Klei­ne­re Arti­scho­cken­sor­ten, die über­dies früh geern­tet wer­den (wie es z. B. auf der Gemü­sein­sel Vigno­le in der Lagu­ne von Vene­dig üblich ist), kön­nen im Gan­zen ver­zehrt wer­den. Der fei­ne Geschmack der unge­würz­ten gekoch­ten Arti­scho­cke ähnelt dem des Eiwei­ßes eines Spie­geleis. Arti­scho­cken wer­den 20 bis 45 Minu­ten in Salz­was­ser mit etwas Zitro­nen­saft gekocht. Die Blät­ter wer­den dann abge­zupft und der unte­re Teil mit den Zäh­nen abge­zo­gen. In der Regel wird dazu eine Vin­ai­gret­te gereicht. Arti­scho­cken­bö­den wer­den auch ein­ge­legt und sind unter ande­rem ein ver­brei­te­ter Pizzabelag.

Heil­pflan­ze

Arti­scho­cken wird eine appe­tit­an­re­gen­de, ver­dau­ungs­för­dern­de und cho­le­ste­rin­sen­ken­de Wir­kung zuge­schrie­ben. Auf­grund unter­schied­li­cher Wirk­me­cha­nis­men (ver­mehr­te Aus­schei­dung von Cho­le­ste­rin, erhöh­ter Cho­le­ste­rin­ver­brauch zur Gal­len­säu­re­syn­the­se als auch Hem­mung der Neu­bil­dung von Cho­le­ste­rin in den Leber­zel­len) soll tat­säch­lich durch den Ver­zehr von Arti­scho­cken eine Sen­kung des Gesamt­cho­le­ste­rins um bis zu 12 Pro­zent mög­lich sein. Inso­fern kommt der Arti­scho­cke eine wich­ti­ge Rol­le bei der Vor­beu­gung gegen Arte­rio­skle­ro­se zu. Der ent­hal­te­ne Bit­ter­stoff Cyna­rin regt den Stoff­wech­sel der Leber an. Außer als Gar­ge­mü­se wer­den ihre Blät­ter in Säf­ten, Tees, Tro­cken­ex­trak­ten und Tink­tu­ren ver­wen­det. Ihre medi­zi­ni­sche und diä­te­ti­sche Wir­kung wird auf den Gehalt an Poly­phe­n­o­len sowie ins­be­son­de­re spe­zi­el­len Fla­vo­no­iden und Chi­na­säu­re­de­ri­va­ten zurück­ge­führt. Vor allem Frisch­pflan­zen­ex­trak­te aus Arti­scho­cken­blät­tern wer­den erfolg­reich in der The­ra­pie der Dys­pe­psie und Hyper­cho­le­ste­rin­ämie ein­ge­setzt. Die Bil­dung des pro­tek­ti­ven Radi­kal­fän­gers Stick­stoff­mon­oxid wird signi­fi­kant erhöht. Dadurch kön­nen auch Zucker- und Fett­stoff­wech­sel ver­bes­sert wer­den. Auch kar­dio­vasku­lä­re Erkran­kun­gen und das meta­bo­li­sche Syn­drom kön­nen posi­tiv beein­flusst wer­den. Frisch­pflan­zen­ex­trak­te aus der Arti­scho­cke ent­fal­ten im mensch­li­chen Orga­nis­mus eine stoff­wech­sel­sti­mu­lie­ren­de Wir­kung, die mit einer anti­oxi­da­ti­ven Pro­tek­ti­on durch ver­mehr­te Bil­dung des endo­ge­nen Radi­kal­fän­gers Stick­stoff­mon­oxid ver­bun­den ist. Stick­stoff­mon­oxid sti­mu­liert die Akti­vi­tät und Bil­dung von Mito­chon­dri­en. Dies führt zu einer Ver­bes­se­rung der All­ge­mein­ge­sund­heit, der Lebens­qua­li­tät und des Wohl­be­fin­dens durch signi­fi­kant erhöh­te Stoffwechseleffizienz

Quel­le: Wikipedia

Fotos: Unse­re Arti­scho­cken Pflan­ze (2021)

Unse­re Pflanze:

Clau­dia und Arvid war es 2021 mal wie­der lang­wei­lig nach­dem vie­le Geschäf­te wärend der Pan­de­mie geschlos­sen sind. Aber Bau­märk­te gehen ja hier immer­noch. Bei einem sol­chen “Coro­na-Aus­flug” haben wir uns unter den ange­bo­te­nen Pflan­zen umge­se­hen, nur gucken, nix kau­fen. Naja und da war eine letz­te übrig­ge­blie­be­ne Arti­scho­cke, die haben wir dann doch mal mitgenommen.

Auch nur mal zum expe­ri­men­tie­ren, wie die so wächst. Arvid hat ja behaup­tet er isst kei­ne “ANTI-Scho­cken”. Also haben wir die­se jetzt mal an den Zaun gesetzt und da kann sie mal wach­sen und wir schau­en uns mal die Blü­te an.  Da sie ja eine frost­emp­find­li­che Pflan­ze ist wis­sen wir nicht ob sie über den Win­ter kommt.

Schön gewach­sen ist sie ja im Som­mer und hat­te eine tol­le Blü­te, die auch von Hum­meln und Bie­nen besucht wurde.

Wir haben ihr im Okto­ber mal etwas Schaf­woll­le und Rin­den­mulch zuge­ge­ben, damit sie es über Win­ter wär­mer hat. Im Janu­ar gab es noch ein paar Tan­nen­äst­chen vom Weih­nachts­baum. Da sie schon wie­der zwei Blät­ter anfing auszutreiben.

Rainfarn (Tanacetum vulgare L.)

Der Rain­farn (Tana­ce­tum vul­ga­re L., Syn­onym: Chry­san­the­mum vul­ga­re (L.) Bernh.), auch Wurm­kraut genannt, ist eine Pflan­zen­art aus der Gat­tung der Wucher­blu­men (Tana­ce­tum) inner­halb der Fami­lie der Korb­blüt­ler (Aster­aceae). 

Merk­ma­le

Der Rain­farn ist eine stark wuchern­de, aus­dau­ern­de krau­ti­ge Pflan­ze und erreicht Wuchs­hö­hen von 30 bis 160 Zen­ti­me­tern. Er bil­det ein Rhi­zom und wur­zelt bis 90 Zen­ti­me­ter tief. Die ober­ir­di­schen Pflan­zen­tei­le duf­ten stark aro­ma­tisch. Der Stän­gel ist im obe­ren Bereich verzweigt.

Von den wech­sel­stän­dig ange­ord­ne­ten Laub­blät­tern sind die unte­ren Laub­blät­ter gestielt und die obe­ren sit­zend. Die dun­kel­grü­ne Blatt­sprei­te ist im Umriss eil­an­zett­lich und ist fie­der­tei­lig mit spit­zen, ein­ge­schnit­ten gesäg­ten Abschnitten.

Die Blü­te­zeit reicht meist von Juni bis Sep­tem­ber. Sei­ne gel­ben Blü­ten­köpf­chen in einer schirm­för­mi­gen Ris­pe. Die Blü­ten­körb­chen ent­hal­ten etwa 100 zwitt­ri­ge Röh­ren­blü­ten. Die leuch­tend­gel­ben Röh­ren­blü­ten sind bis zu 2,3 Mil­li­me­ter lang. Zun­gen­blü­ten fehlen.

Der Rain­farn ist eine aus­dau­ern­de, win­ter­grü­ne Halb­ro­set­ten­pflan­ze. Er ist ein Kriech­wurz­ler, das heißt sei­ne vege­ta­ti­ve Ver­meh­rung erfolgt durch unter­ir­di­sche Ausläufer.

Die Blü­ten sind vor­weib­li­che, strah­len­lo­se „Körb­chen­blu­men“. Alle Blü­ten sind zwitt­rig. Wegen der nur 1 Mil­li­me­ter lan­gen Kron­röh­re ist der Nek­tar allen Besu­chern leicht zugäng­lich; des­halb wer­den die Blü­ten reich­lich von Insek­ten aller Art besucht. Jedoch wird vor allem Pol­len angeboten.

Die Früch­te sind Wind- und Tier­streu­er; auch Was­ser­haft­aus­brei­tung ist mög­lich. Frucht­rei­fe ist von August bis Oktober

Vom Wei­de­vieh wird der Rain­farn verschmäht.

Wirts­pflan­ze

Der Rain­farn ist die Fut­ter­pflan­ze einer Rei­he von Rau­pen. Ins­be­son­de­re fin­den sich am Rain­farn Rau­pen des Rain­farn-Mönchs Cucul­lia tana­ce­ti, des Sma­ragd­span­ners Antonechlo­ris sma­rag­da­ria, sowie ande­rer Span­ner und Eulen­fal­ter. Die Sack­trä­ger­mot­te Coleo­pho­ra tana­ce­ti ist ganz auf den Rain­farn spe­zia­li­siert. Im Stän­gel des Rain­farns leben die Rau­pen der Pal­pen­mot­te Iso­ph­ric­tis stria­tel­la.

Meh­re­re Käfer-Arten leben am Rain­farn, dar­un­ter der Rain­farn-Schild­kä­fer Cas­si­da stig­ma­ti­ca, der Rain­farn-Blatt­kä­fer Gale­ru­ca tana­ce­ti und der Gefleck­te Lan­grüss­ler. Dane­ben gibt es noch die Rain­farn-Weich­wan­ze Mega­lo­cole­us tana­ce­ti.  Die Erz­wes­pe Tory­mus tana­ce­ti­co­la para­si­tiert in den Gal­len des Rain­farns. Gal­len am Rain­farn wer­den auch von der Gall­mil­be Ace­ria tuber­cu­la­ta gebildet.

Die Lar­ven der Minier­flie­gen­ar­ten Lirio­my­za tana­ce­ti und Phy­to­my­za tana­ce­ti, minie­ren die Blät­ter des Rain­farns. Der Rost­pilz Puc­ci­nia tana­ce­ti befällt den Rain­farn mit Ure­di­en und Telien.

Vor­kom­men

Der Rain­farn hat eine eura­si­sche Ver­brei­tung. Er ist in Mit­tel­eu­ro­pa häu­fig. Er ist ein Neo­phyt in den gemä­ßig­ten Gebie­ten der übri­gen Erdteile.

Der Rain­farn wächst häu­fig und „gesel­lig“ in stau­den­rei­chen Unkraut­flu­ren, an Wegen, Schutt­plät­zen, Däm­men, gern an Brand­stel­len, auch an Ufern (Strom­tal­pflan­ze), auf som­mer­war­men, nicht zu tro­cke­nen, nähr­stoff­rei­chen, schwach basisch bis basi­schen, humo­sen Böden. Nach Ellen­berg ist er eine Licht­pflan­ze, sub­ozea­nisch ver­brei­tet, ein Fri­sche­zei­ger, mäßig stick­stoff­rei­che Stand­or­te anzei­gend und eine Klas­sen­cha­rak­ter­art aus­dau­ern­der Stick­stoff-Kraut­flu­ren (Artemi­sie­tea vul­ga­ris). Nach Ober­dor­fer ist er in Mit­tel­eu­ro­pa eine Cha­rak­ter­art des Artemi­sio-Tana­ce­te­tum aus dem Ver­band Dau­co-Meli­lo­tion, kommt aber auch in Pflan­zen­ge­sell­schaf­ten der Ver­bän­de Arc­tion oder Cheno­po­di­on rubri vor.

Ver­wen­dung

Die stark duf­ten­den Blät­ter sowie die Blü­ten des Rain­farns, die insek­ten­ab­wei­sen­de Wirk­stof­fe ent­hal­ten, wur­den frü­her aus­ge­streut, um Unge­zie­fer fern­zu­hal­ten. Rain­farn wur­de auch ange­pflanzt, um den Kar­tof­fel­kä­fer zu ver­trei­ben.  Getrock­ne­ter Rain­farn wird in der Imke­rei als Rauch­mit­tel ver­wen­det. Eini­ge Sor­ten wer­den als Zier­pflan­ze verwendet.

Fär­be­pflan­ze

Der Rain­farn wird auch als Fär­be­pflan­ze ver­wen­det. Die Blü­ten­körb­chen des Rain­farns erge­ben zusam­men mit dem Beiz­mit­tel Alaun einen dun­kel­gel­ben Farb­ton. Für die Bei­ze wer­den 12 bis 20 g Alaun auf 100 g Wol­le genom­men. Dun­kel­grün wird die Fär­bung mit einer Alaun­vor­bei­ze, Eisen­sul­fat-Nach­bei­ze und Ammo­ni­ak-Ent­wick­lungs­bad. Man braucht etwa 400 g fri­sche „Blü­ten“ für 100 g Wolle.

His­to­ri­sche Verwndung

In anti­ken Schrif­ten ist der Rain­farn nicht zu fin­den. Die ers­te schrift­li­che Über­lie­fe­rung fin­det sich im Capi­tu­la­re Karls des Gro­ßen. Rain­farn (latei­nisch Tana­ce­tum) wur­de frü­her bei Wur­mer­kran­kun­gen ein­ge­setzt, aller­dings rufen grö­ße­re Men­gen als 1 bis 3 Gramm Rain­farn Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen her­vor, so dass man heu­te im Fal­le von Wur­mer­kran­kun­gen auf ande­re, wir­kungs­vol­le­re und harm­lo­se­re Mit­tel zurück­greift. Ver­brei­tet war auch sei­ne Ver­wen­dung gegen Unge­zie­fer. Eine Waschung soll­te Flö­he und Kopf­läu­se ver­trei­ben. In der Tier­heil­kun­de wird der Tee Käl­bern und Kühen bei Durch­fall ver­ab­reicht. Als Brei­um­schlag soll Rain­farn bei Quet­schun­gen, Rheu­ma und Krampf­adern hel­fen. Die Laub­blät­ter kön­nen Haut­rei­zun­gen ver­ur­sa­chen. Rain­farn­öl ist ein star­kes Gift, des­sen inne­re Anwen­dun­gen nicht unbe­denk­lich sind, weil sie zu All­er­gien und Ver­gif­tun­gen füh­ren kön­nen. Eine Stu­die von Álva­rez und ande­ren von 2010 zeigt, dass Extrak­te aus dem Rain­farn in der Lage sind, in vitro Her­pes­vi­ren zu hem­men. Für den anti­vi­ra­len Effekt schei­nen unter ande­rem die dar­in ent­hal­te­nen Sub­stan­zen Isochlo­ro­gen­säu­re (3,5‑Dicaffeoylchinasäure) (3,5‑Dicaffeoylquinic acid (3,5‑DCQA)) und Axil­la­rin ver­ant­wort­lich zu sein.

Quel­le Wikipedia:

Illus­tra­ti­on: Otto Wil­helm Thomé (1840–1925)

Foto: Unse­re Rain­farn Pflan­ze (2021)

Unser Rain­farn:

Wir haben unser Rain­farn am Feld­weg gefun­den, als klei­nes Pflänz­chen. Es sah anfäng­lich sehr klein und küm­mer­lich aus und hat sich im ers­ten Jahr (2019) auch schnell zurück gezo­gen. Aber im nächs­ten Früh­jahr kam es wie­der und mitt­ler­wei­le ist es schon eine sehr statt­li­che Stau­de. Die hat im Som­mer 2021 auch locker ihre 160cm Wuchs­hö­he erreicht und üppig geblüht. Bei vie­len Insek­ten ist sie offen­sicht­lich sehr beliebt.

Wir möch­ten mal tes­ten ob die Beschrei­bun­gen, dass Rain­farn den Kar­tof­fel­kä­fer ver­grämt und man das Kraut da zum mul­chen ver­wen­den kann funk­tio­niert.  Oder ob wir mal das Glück haben eine der sehr hüb­schen Rau­pen des Rain­farn-Mönch (Cucul­lia tana­ce­ti) dort zu finden.

Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus L.)

Die Gewöhn­li­che Trau­ben­kir­sche (Pru­nus padus L., Syn.: u. a. Padus avi­um Mill., Padus race­mo­sa Lam.) ist eine Pflan­zen­art aus der Gat­tung Pru­nus in der Fami­lie der Rosen­ge­wäch­se (Rosaceae). Der Name kommt von den in Trau­ben ange­ord­ne­ten Blü­ten und Früch­ten. Ähn­lich ist die aus Nord­ame­ri­ka stam­men­de Spät­blü­hen­de Traubenkirsche.

Wuchs

Die raschwüch­si­ge Gewöhn­li­che Trau­ben­kir­sche wächst als som­mer­grü­ner, bis zu 15 Meter hoher dich­ter Baum oder sel­te­ner als ein bis zu 10 Meter hoher Strauch mit über­hän­gen­den Ästen. Der Baum bil­det gewöhn­lich eine tief­an­ge­setz­te und dicht­be­laub­te Kro­ne von schlan­ker und kegel­för­mi­ger Wuchs­form aus. Bei älte­ren Exem­pla­ren beob­ach­tet man eher eine säu­len­för­mi­ge und gewölb­te Kro­ne. Die Gewöhn­li­che Trau­ben­kir­sche besitzt einen rela­tiv gera­de gewach­se­nen Stamm, der eine Stär­ke von etwa 60 cm ent­wi­ckelt. Die bogig auf­stei­gen­den Äste ver­zwei­gen sich locker, die ruten­för­mi­gen Zwei­ge hän­gen häu­fig über. Cha­rak­te­ris­tisch für die Gewöhn­li­che Trau­ben­kir­sche ist das gro­ße Aus­schlag­ver­mö­gen ihrer Wur­zeln. Das Durch­schnitts­al­ter der Gewöhn­li­chen Trau­ben­kir­sche beträgt 60 Jah­re, ihr Höchst­al­ter wird auf 80 Jah­re beziffert.

Die Rin­de ist glatt und dun­kel­grau; bei Ver­let­zung der Rin­de ver­strömt das Holz einen unan­ge­neh­men, schar­fen Geruch. Die Bor­ke bil­det nur bei sehr alten Bäu­men fla­che, läng­li­che Ris­se aus.

Die schlan­ken Knos­pen sind lang zuge­spitzt mit häu­fig einer, meist nach innen gebo­ge­nen Knos­pen­spit­ze. Die 6 bis 14 cm lan­gen leicht behaar­ten Blät­ter ste­hen an 1–2 Zen­ti­me­ter lan­gen Blatt­stie­len. Der Blatt­stiel besitzt an sei­nem obe­ren Ende häu­fig zwei grün­li­che Nek­tar­drü­sen. Die spit­zen oder zuge­spitz­ten Blatt­sprei­ten ent­wi­ckeln eine ver­kehrt-eiför­mi­ge bis ellip­ti­sche Form. Auf­fäl­lig sind die, zum fein gesäg­ten Blatt­rand hin, bogig mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Sei­ten­ner­ven. Die Blatt­un­ter­sei­te ist grau­grün gefärbt, die Blatt­ober­sei­te zeigt eine mat­te dun­kel­grü­ne Far­be. Die Herbst­fär­bung ist gelbrot.

Blü­te und Frucht

Die Blü­te­zeit erstreckt sich von April bis Juni. Die zwitt­ri­gen, wei­ßen Blü­ten ste­hen in 10–15 cm lan­gen, zunächst bogig auf­rech­ten, spä­ter hän­gen­den 12- bis 30-blü­ti­gen Trau­ben, die am Ende beblät­ter­ter Kurz­trie­be gebil­det werden.

Die inten­siv rie­chen­den, von bit­ter­man­del­ar­tig, streng süß­lich bis ange­nehm honig­ar­tig beschrie­be­nen Blü­ten locken diver­se Zwei­flüg­ler zur Bestäu­bung an.

Die erb­sen­gro­ße, kuge­li­ge und run­ze­li­ge Stein­frucht ist zuerst rot und dann glän­zend schwarz. Sie reift im Spät­som­mer und wird ger­ne von Vögeln ver­zehrt, die für die Ver­brei­tung der Samen sor­gen. Das herb-bit­ter schme­cken­de Frucht­fleisch ist ungif­tig. Der rund­li­che bis eiför­mi­ge Stein­kern ist zuge­spitzt und weist eine netzig-gru­bi­ge, skulp­tier­te Struk­tur auf. Er ent­hält gif­ti­ge Blausäureglykoside.

Öko­lo­gie

Als Bestäu­ber der Gewöhn­li­chen Trau­ben­kir­sche tre­ten vor allem Schweb­flie­gen, Bie­nen und Fal­ter in Erschei­nung. Nek­tar wird halb ver­bor­gen im Blü­ten­zen­trum ange­bo­ten. Bei aus­blei­ben­der Fremd­be­stäu­bung ist auch Selbst­be­stäu­bung möglich.

Ihr Laub dient meh­re­ren Schmet­ter­lin­gen aus der Fami­lie der Eulen­fal­ter und Span­ner als Rau­pen­fut­ter. Auch die Rau­pen des Zitro­nen­fal­ters ernäh­ren sich gele­gent­lich vom Laub die­ser Pflanze.

Die Pflan­ze wird im spä­ten Früh­jahr nicht sel­ten selek­tiv von Gespinst­mot­ten­lar­ven der Gat­tung Ypo­no­me­u­ta befal­len, die sie kahl fres­sen und mit einem rie­si­gen, silb­rig schil­lern­den, spinn­we­ben­ar­ti­gen Netz über­zie­hen. Nach dem Ver­pup­pen der Rau­pen erho­len sich die­se Gehöl­ze meist wie­der durch Neuaustrieb.

Nach leben an Trau­ben­kir­schen 21 Groß­schmet­ter­lings­lar­ven und ihre Früch­te die­nen 24 Vogel­ar­ten als Nah­rung. Die Vögel ver­brei­ten so die Trau­ben­kir­schen-Samen. Ein eng­li­scher Name der Trau­ben­kir­sche ist bird cher­ry.

Vor­kom­men

Das Ver­brei­tungs­ge­biet der Gewöhn­li­chen Trau­ben­kir­sche erstreckt sich über Euro­pa (außer Mit­tel­meer­ge­biet und Bal­kan­halb­in­sel) bis nach Norda­si­en und nach Japan.

Im Auf­trag der deut­schen Bun­des­an­stalt für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung (BLE) wur­den im Rah­men des Pro­jekts Erfas­sung und Doku­men­ta­ti­on gene­ti­scher Res­sour­cen sel­te­ner Baum­ar­ten in Deutsch­land in den Jah­ren von 2010 bis 2013 die Vor­kom­men von zehn sel­te­nen hei­mi­schen Baum­ar­ten in den deut­schen Wäl­dern ermit­telt. Von der Gewöhn­li­chen Trau­ben­kir­sche wur­den dabei in Deutsch­land rund 3,9 Mil­lio­nen Indi­vi­du­en, vor allem in Auwäl­dern, erfasst. Ver­brei­tungs­schwer­punk­te sind Nie­der­sach­sen mit 1,3 Mil­lio­nen Exem­pla­ren und Sach­sen-Anhalt mit 900.000 Exemplaren.

Die Trau­ben­kir­sche mei­det tro­cke­ne und kalk­rei­che Böden, leicht kal­ki­ger Boden wird aber meis­tens tole­riert. Als älte­rer Baum steht sie eher ein­zeln, kommt aber als Ver­jün­gung oft gehäuft in Form von Unter­holz vor. Die Gewöhn­li­che Trau­ben­kir­sche bevor­zugt nähr­stoff­rei­chen, nas­sen oder zumin­dest feuch­ten Lehm‑, Ton- oder Sumpf­bo­den. Sie besie­delt daher vor allem Au- und Bruch­wäl­der und beson­ders die etwas lich­te­ren Stel­len. Die Gewöhn­li­che Trau­ben­kir­sche ist ein Grund­was­serzei­ger. Sie ist in Mit­tel­eu­ro­pa eine Cha­rak­ter­art des Ver­bands Alno-Ulmi­on, kommt aber auch in feuch­ten Gesell­schaf­ten der Ord­nung Fage­ta­lia oder Pru­ne­ta­lia vor.

Ver­wen­dung und Giftigkeit

Die roh bit­ter schme­cken­den Früch­te kön­nen gekocht als Wild­obst zu Mar­me­la­de oder Säf­ten ver­ar­bei­tet wer­den. In Rin­de und Samen dage­gen ist das cya­no­ge­ne Gly­ko­sid Amyg­da­lin ent­hal­ten, wel­ches in Ver­bin­dung mit Was­ser Blau­säu­re abspal­ten kann.

Das Splintholz ist hell, das Kern­holz braungelb/rötlich mit grü­nem Mus­ter. Es ist weni­ger hart als Kirsch­holz, lässt sich gut ver­ar­bei­ten und kann u. a. zum Drech­seln, für Intar­si­en oder zur Her­stel­lung von Spa­zier­stö­cken oder Gerä­te­s­tie­len ver­wen­det werden.

Auf einem ihr zusa­gen­den Unter­grund kommt der Gewöhn­li­chen Trau­ben­kir­sche inge­nieur­bio­lo­gi­sche Bedeu­tung zu. Als indus­trie­fes­tes Gehölz kann sie an Böschun­gen, die durch Abschwem­mung gefähr­det sind, zur Boden­be­fes­ti­gung beitragen.

In Parks und Gär­ten wird die Trau­ben­kir­sche als Zier­ge­hölz eingesetzt.

Schäd­lin­ge und Krankheiten

Von Obst­gärt­nern wird die Trau­ben­kir­sche nicht sehr geschätzt, weil sie hin und wie­der von der Trau­ben­kir­schen-Gespinst­mot­te mas­siv befal­len wird und der Irr­tum, die­se wür­den auf Obst­bäu­me über­wech­seln, sehr ver­brei­tet ist.

Außer­dem ist der Besuch der Wick­ler Acle­ris umbra­na und Phtheo­ch­roa mica­na (Tortri­ci­dae) auf­ge­zeich­net. Wegen der Anwe­sen­heit der Schäd­lings­rau­pen und ihrer Früch­te wegen kommt der Trau­ben­kir­sche als Vogel­schutz­ge­hölz jedoch eini­ge Bedeu­tung zu.

Die Gewöhn­li­che Trau­ben­kir­sche wird von den Rost­pil­zen Och­rop­so­ra ariae und The­kop­so­ra areo­la­ta mit Ure­di­en und Teli­en befallen.

Quel­le: Wikipedia

Illus­tra­ti­on: Otto Wil­helm Thomé (1840 — 1925)

Unse­re Traubenkirsche:

Sie ist auch mal wie­der so ein Find­ling, den wir im Früh­jahr beim Bee­te­vor­be­rei­ten in der “grü­nen Höl­le” gefun­den haben. Wir haben erst­mal nicht gewusst was es ist und muss­ten uns erst­mal schlau machen was es für eine Pflan­ze ist.

Also ist die klei­ne Pflan­ze nicht auf dem Kom­post gelan­det son­dern in einen Topf umge­zo­gen, bis wir sie bestim­men konn­ten. Gefun­den haben wir sie Anfang 2020, da war sie noch abso­lut win­zig, mit ein paar Blätt­chen. Ein Jahr spä­ter ist sie schon gewach­sen und hat im Topf schon ange­fan­gen zu blühen.

Für eini­ge Insek­ten und Wild­vö­gel ist sie ja durch­aus inter­es­sant. Nun haben wir sie mal in die Wild­ge­hölz-Hecke gesetzt und wir wer­den mal schau­en ob sie sich dort durch­set­zen kann.

Heckenf­plänz­chen die sich  von selbst in unse­rem Gar­ten ein­ge­fun­den haben:

Der ande­re im Beet gefun­de­ne Wild­ling den wir erst­mal getopft haben:

Gewöhn­li­cher Ligus­ter (Ligustrum vulgare)

Unser aller ers­ter Hecken-Wild­ling der sich bei uns ein­ge­fun­den hatte:

Gewöhn­li­cher Spin­del­strauch (Euony­mus europaeus)

Im vor­de­ren Gar­ten­teil hat sich am Zaun noch eine wei­te­re Hecken­pflan­ze selbst angesiedelt:

Gewöhn­li­che Maho­nie (Ber­be­ris aquifolium)

Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus) — Pfaffenhütchen

Der Gewöhn­li­che Spin­del­strauch (Euony­mus euro­pae­us), auch Euro­päi­sches oder Gewöhn­li­ches Pfaf­fen­hüt­chen, Pfaf­fenk­äpp­chen, Pfaf­fen­kap­perl, Spillbaum oder Spin­del­baum genannt, ist eine Pflan­zen­art aus der Fami­lie der Spin­del­baum­ge­wäch­se (Celas­traceae).

Das Pfaf­fen­hüt­chen wur­de 2006 zur Gift­pflan­ze des Jah­res gewählt.

Wuchs

Der Gewöhn­li­che Spin­del­strauch erreicht als som­mer­grü­ner, auf­rech­ter, reich ver­zweig­ter, spar­ri­ger Strauch Wuchs­hö­hen von bis zu 3 m, als klei­ner Baum auch bis zu 6 m. Die im Quer­schnitt oft stumpf vier­kan­ti­gen Äste besit­zen eine anfangs grü­ne bis spä­ter grau-brau­ne Rin­de, es kön­nen zwei bis vier schma­le Kor­kleis­ten vor­han­den sein. Sträu­cher und Bäu­me besit­zen im Alter eine grau-brau­ne, längs­ris­si­ge Bor­ke. Er ist wind­fest und frost­hart. Alle Pflan­zen­tei­le sind giftig.

Die gegen­stän­di­gen Laub­blät­ter besit­zen einen Blatt­stiel und eine mit einer Län­ge von 3 bis 12 cm eiför­mi­ge bis lan­zett­li­che Blatt­sprei­te mit einem fein gekerb­ten bis gesäg­ten Rand und bei­der­seits kah­len Blatt­flä­chen. Sie zei­gen eine sehr schö­ne, teil­wei­se leuch­tend rote Herbstfärbung.

Blü­te, Frucht und Same

Die Blü­te­zeit reicht von Mai bis Juni. Es wer­den ach­sen­stän­di­ge trug­dol­di­ge Blü­ten­stän­de auf einem 1 bis 3 cm lan­gen Blü­ten­stands­schaft gebil­det. Sie ent­hal­ten meist zwei bis sechs, sel­ten bis zu neun Blüten.

Die zwitt­ri­gen, vier­zäh­li­gen Blü­ten sind klein und unschein­bar mit dop­pel­ter Blü­ten­hül­le. Die vier Kelch­blät­ter sind grün und 1 mm lang. Die vier aus­la­den­den Kron­blät­ter sind 3 bis 5 mm lang und grün­lich bis weiß. Der Nek­tar wird vom flei­schi­gen, vier­lap­pi­gen Dis­kus abge­son­dert und lockt vie­le Insek­ten­ar­ten, ins­be­son­de­re Amei­sen und Flie­gen, als Blü­ten­be­su­cher an. Es ist nur der äuße­re, epi­se­pa­le (vor den Kelch­blät­tern ste­hen­de) Kreis mit vier auf dem Dis­kus ste­hen­den, sehr kur­zen Staub­blät­tern vor­han­den, der inne­re, epi­pe­ta­le Staub­blatt­kreis fehlt. Der Frucht­kno­ten ist ober­stän­dig mit kur­zem Griffel.

Die in einem abste­hen­den Frucht­stand ste­hen­den Früch­te rei­fen im Sep­tem­ber bis Okto­ber und öff­nen sich dann mit vier Klap­pen. Die pur­pur­ro­sa bis kar­min­rot gefärb­ten, vier­lap­pi­gen Kap­sel­früch­te sind vier­fäch­rig, 1 bis 1,5 cm breit und ent­hal­ten ein bis vier Samen. Die wei­ßen, eiför­mi­gen Samen mit einer Län­ge von 5 bis 7 mm sind von einem dün­nen, oran­ge­far­be­nen gefärb­ten Samen­man­tel (Aril­lus) ganz umhüllt, besit­zen einen grü­nen Embryo und hän­gen an ver­län­ger­ten Stiel­chen aus der geöff­ne­ten Kap­sel heraus.

Öko­lo­gie

Der Gewöhn­li­che Spin­del­strauch ist ein win­terk­ah­ler Strauch mit win­ter­grü­nen Zwei­gen, also ein Ruten­strauch. Er ist ein Flach­wurz­ler mit VA-Mykorr­hi­za. Die Blü­ten sind vor­männ­li­che Nek­tar füh­ren­de Schei­ben­blu­men. Die Art ist drei­häu­sig, d. h. neben Pflan­zen mit zwitt­ri­gen Blü­ten kom­men auch sol­che mit nur männ­li­chen und sol­che mit nur weib­li­chen Blü­ten vor; bei letz­te­ren sind die Pol­len­sä­cke taub.

Die Art ist Fut­ter­pflan­ze u.A. des Pfaf­fen­hüt­chen-Schmal­züns­lers und der Pfaf­fen­hüt­chen-Gespinst­mot­te. Blü­te­zeit ist von Mai bis Juni.

Die Früch­te sind 4‑fächrige, fach­spal­ti­ge Kap­seln. Die Samen hän­gen am ver­län­ger­ten Stiel­chen, dem Funi­cu­lus, eine Zeit lang aus der geöff­ne­ten Kap­sel her­aus. Das för­dert die Mund­ver­brei­tung durch z. B. Dros­seln und Rot­kehl­chen; die­se schä­len den flei­schi­gen Aril­lus ab, wobei der ver­blei­ben­de Samen zu Boden fällt. Der Samen ent­hält reich­lich Nähr­ge­we­be (Endo­sperm) und bereits ergrün­te Keim­blät­ter. Frucht­rei­fe ist von August bis Okto­ber. Die Kei­mung erfolgt erst nach einer Samen­ru­he von 3–4 Jah­ren. Vege­ta­ti­ve Ver­meh­rung erfolgt durch sich bewur­zeln­de Kriechsprosse.

Vor­kom­men

Der Spin­del­strauch kommt vor allem in Euro­pa vor, mit Schwer­punkt in Mit­tel­eu­ro­pa. Im Nor­den kommt er bis nach Irland, Süd-Schott­land, Süd-Schwe­den und Lett­land vor, im Süden bis Nord-Spa­ni­en, Sizi­li­en und Mit­tel-Grie­chen­land. Das Ver­brei­tungs­ge­biet reicht nach Asi­en noch bis ins nörd­li­che Klein­asi­en und ins Kau­ka­sus­ge­biet hinein.

Die Pflan­ze bevor­zugt Wald­rän­der, Hecken und Abhän­ge. Das Pfaf­fen­hüt­chen braucht nähr­stoff­rei­che, kalk­hal­ti­ge und salz­ar­me Böden. Nach Ellen­berg ist die­se Pflan­zen­art ein Mäßig­wär­me­zei­ger, ein Fri­sche­zei­ger auf mäßig stick­stoff­rei­chen Stand­or­ten und eine Klas­sen­cha­rak­ter­art der Schle­hen­ge­bü­sche und ver­wand­ter Gesell­schaf­ten (Pru­ne­ta­lia spi­no­sae), kommt aber auch im Alno-Ulmi­on sowie im sicker­feuch­ten Car­pi­ni­on und Fagi­on vor.

In den All­gäu­er Alpen steigt die Art in Bay­ern zwi­schen Hin­ter- und Vor­der­reu­te bei Wert­ach bis zu 1100 m Mee­res­hö­he auf

Schäd­lin­ge und Schadpilze

Der Spin­del­strauch wird häu­fig von den 2 cm lan­gen, gelb­li­chen, schwarz gepunk­te­ten Rau­pen der Pfaf­fen­hüt­chen-Gespinst­mot­te befal­len. Der befal­le­ne Strauch ist dann in ein dich­tes Gespinst ein­ge­hüllt, in dem die Rau­pen die Blät­ter fres­sen. Bei mode­ra­tem Befall ist die betrof­fe­ne Pflan­ze nicht gefähr­det, der Strauch kann durch das Gespinst erneut aus­trei­ben, der Ein­satz von Insek­ti­zi­den ist nicht auto­ma­tisch notwendig.

Der Spin­del­strauch wird vom Rost­pilz Melamp­so­ra evony­mi-caprear­um mit Sper­mo­go­ni­en und Aeci­en befal­len. Der Pilz Sep­to­gloe­um car­t­hu­sia­num ver­ur­sacht hell­brau­ne, von den Blatt­adern und mit einem dunk­len Rand begrenz­te Blatt­fle­cken, die zu einem vor­zei­ti­gen Blat­t­ab­fall füh­ren kön­nen. Der Strauch wird aber im Regel­fall nicht schwer geschädig

Namen­her­kunft (Pfaf­fen­hüt­chen)

Da die Kap­sel­frucht dem Birett, einer Kopf­be­de­ckung katho­li­scher Geist­li­cher ähnelt, wird die Pflan­ze Pfaf­fen­hüt­chen oder Pfaf­fenk­äpp­chen genannt. Der Spitz­na­me Rot­kehl­chen­brot stammt daher, dass die Samen im Win­ter ger­ne von Vögeln gefres­sen werden.

Quel­le: Wikipedia

Zeich­nung: Otto Wil­helm Thomé (1840 — 1925)

Fotos: Pfaf­fen­hüt­chen aus unse­rer Wild­ge­hölz-Hecke im Garten.

Unser Pfaf­fen­hüt­chen:

Wir haben in unse­rer Wild­ge­hölz-Hecke, am Ende unse­res Gar­tens ein Pfaf­fen­hüt­chen. Aber auch sonst samt es sich flei­ßig, auch mit Hil­fe der Vögel, hier aus und wir fin­den immer mal klei­ne Pflänzchen.

Dau­er­gast, mit dem unser Pfaf­fen­hüt­chen nun 3 Jah­re in Fol­ge gekämpft hat, ist die: Pfaf­fen­hüt­chen-Gespinst­mot­te  (Ypo­no­me­u­ta cagna­gel­la).

Ansons­ten ist sie, gera­de im Win­ter, bei den Rot­kehl­chen sehr beliebt. Die­se klei­nen Vögel über­win­tern regel­mä­ßig bei uns im Garten.

Wei­te­res über die Ent­ste­hung unse­rer Wildgehölz-Hecke:

Das war die ursprüng­li­che Hecke, die den Som­mer 2018 fast nicht über­lebt hat, bestehend nur aus: Pracht-Spier­strauch (Spi­raea xvan­hout­tei)

Dann haben wir einen neu­en Zaun gezo­gen und dabei die neue Hecke gepflanzt: Neu­er Zaun und Wild­vo­gel-Hecke (2020)