(Illustration aus Köhler’s Medizinalpflanzen von 1887)
Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Sämtliche oberirdischen Pflanzenteile sind dicht samtig-filzig behaart. Die Laubblätter stehen wechselständig am Stängel. Sie sind drei- bis fünflappig und ebenfalls dicht behaart.
Die Blütezeit erstreckt sich je nach Standort von Juni bis August, vereinzelt auch bis in den September. Die relativ kurz gestielten Blüten stehen einzeln oder in kleinen Gruppen in den Blattachseln sowie endständig in lockeren, rispigen Blütenständen.
Die zwittrigen Blüten werden überwiegend von Insekten bestäubt. Hauptsächlich durch Bienen, Wespen, Hummeln, Wollschwebern und Schwebfliegen. Bleibt eine Fremdbestäubung aus, kann der Echte Eibisch auch Selbstbestäubung betreiben und so Samen bilden.
Als mehrjährige Pflanze überdauert der Echte Eibisch den Winter mit Erneuerungsknospen auf Bodenhöhe (Hemikryptophyt) und treibt im Frühjahr erneut aus.
Er bevorzugt feuchte, sonnige und warme Standorte mit nährstoffreichen, gut wasserversorgten Lehm- oder Tonböden. In der Natur wächst er vor allem an Flussufern, auf Feuchtwiesen sowie in Küsten- und Auenbereichen.
Der Echte Eibisch ist in Deutschland selten geworden und steht daher unter besonderem Schutz. Er ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) seit dem 31. August 1980 besonders geschützt.
In unserem Garten wächst und vermehrt sich der Eibisch nun schon im dritten Jahr:
Quelle : Wikipedia
Illustration: Illustration aus Köhler’s Medizinalpflanzen von 1887
Die Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padusL., Syn.: u. a. Padus avium Mill., Padus racemosa Lam.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Name kommt von den in Trauben angeordneten Blüten und Früchten. Ähnlich ist die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche.
Wuchs
Die raschwüchsige Gewöhnliche Traubenkirsche wächst als sommergrüner, bis zu 15 Meter hoher dichter Baum oder seltener als ein bis zu 10 Meter hoher Strauch mit überhängenden Ästen. Der Baum bildet gewöhnlich eine tiefangesetzte und dichtbelaubte Krone von schlanker und kegelförmiger Wuchsform aus. Bei älteren Exemplaren beobachtet man eher eine säulenförmige und gewölbte Krone. Die Gewöhnliche Traubenkirsche besitzt einen relativ gerade gewachsenen Stamm, der eine Stärke von etwa 60 cm entwickelt. Die bogig aufsteigenden Äste verzweigen sich locker, die rutenförmigen Zweige hängen häufig über. Charakteristisch für die Gewöhnliche Traubenkirsche ist das große Ausschlagvermögen ihrer Wurzeln. Das Durchschnittsalter der Gewöhnlichen Traubenkirsche beträgt 60 Jahre, ihr Höchstalter wird auf 80 Jahre beziffert.
Die Rinde ist glatt und dunkelgrau; bei Verletzung der Rinde verströmt das Holz einen unangenehmen, scharfen Geruch. Die Borke bildet nur bei sehr alten Bäumen flache, längliche Risse aus.
Die schlanken Knospen sind lang zugespitzt mit häufig einer, meist nach innen gebogenen Knospenspitze. Die 6 bis 14 cm langen leicht behaarten Blätter stehen an 1–2 Zentimeter langen Blattstielen. Der Blattstiel besitzt an seinem oberen Ende häufig zwei grünliche Nektardrüsen. Die spitzen oder zugespitzten Blattspreiten entwickeln eine verkehrt-eiförmige bis elliptische Form. Auffällig sind die, zum fein gesägten Blattrand hin, bogig miteinander verbundenen Seitennerven. Die Blattunterseite ist graugrün gefärbt, die Blattoberseite zeigt eine matte dunkelgrüne Farbe. Die Herbstfärbung ist gelbrot.
Blüte und Frucht
Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni. Die zwittrigen, weißen Blüten stehen in 10–15 cm langen, zunächst bogig aufrechten, später hängenden 12- bis 30-blütigen Trauben, die am Ende beblätterter Kurztriebe gebildet werden.
Die intensiv riechenden, von bittermandelartig, streng süßlich bis angenehm honigartig beschriebenen Blüten locken diverse Zweiflügler zur Bestäubung an.
Die erbsengroße, kugelige und runzelige Steinfrucht ist zuerst rot und dann glänzend schwarz. Sie reift im Spätsommer und wird gerne von Vögeln verzehrt, die für die Verbreitung der Samen sorgen. Das herb-bitter schmeckende Fruchtfleisch ist ungiftig. Der rundliche bis eiförmige Steinkern ist zugespitzt und weist eine netzig-grubige, skulptierte Struktur auf. Er enthält giftige Blausäureglykoside.
Ökologie
Als Bestäuber der Gewöhnlichen Traubenkirsche treten vor allem Schwebfliegen, Bienen und Falter in Erscheinung. Nektar wird halb verborgen im Blütenzentrum angeboten. Bei ausbleibender Fremdbestäubung ist auch Selbstbestäubung möglich.
Ihr Laub dient mehreren Schmetterlingen aus der Familie der Eulenfalter und Spanner als Raupenfutter. Auch die Raupen des Zitronenfalters ernähren sich gelegentlich vom Laub dieser Pflanze.
Die Pflanze wird im späten Frühjahr nicht selten selektiv von Gespinstmottenlarven der Gattung Yponomeuta befallen, die sie kahl fressen und mit einem riesigen, silbrig schillernden, spinnwebenartigen Netz überziehen. Nach dem Verpuppen der Raupen erholen sich diese Gehölze meist wieder durch Neuaustrieb.
Nach leben an Traubenkirschen 21 Großschmetterlingslarven und ihre Früchte dienen 24 Vogelarten als Nahrung. Die Vögel verbreiten so die Traubenkirschen-Samen. Ein englischer Name der Traubenkirsche ist bird cherry.
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Gewöhnlichen Traubenkirsche erstreckt sich über Europa (außer Mittelmeergebiet und Balkanhalbinsel) bis nach Nordasien und nach Japan.
Im Auftrag der deutschen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden im Rahmen des Projekts Erfassung und Dokumentation genetischer Ressourcen seltener Baumarten in Deutschland in den Jahren von 2010 bis 2013 die Vorkommen von zehn seltenen heimischen Baumarten in den deutschen Wäldern ermittelt. Von der Gewöhnlichen Traubenkirsche wurden dabei in Deutschland rund 3,9 Millionen Individuen, vor allem in Auwäldern, erfasst. Verbreitungsschwerpunkte sind Niedersachsen mit 1,3 Millionen Exemplaren und Sachsen-Anhalt mit 900.000 Exemplaren.
Die Traubenkirsche meidet trockene und kalkreiche Böden, leicht kalkiger Boden wird aber meistens toleriert. Als älterer Baum steht sie eher einzeln, kommt aber als Verjüngung oft gehäuft in Form von Unterholz vor. Die Gewöhnliche Traubenkirsche bevorzugt nährstoffreichen, nassen oder zumindest feuchten Lehm‑, Ton- oder Sumpfboden. Sie besiedelt daher vor allem Au- und Bruchwälder und besonders die etwas lichteren Stellen. Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist ein Grundwasserzeiger. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Alno-Ulmion, kommt aber auch in feuchten Gesellschaften der Ordnung Fagetalia oder Prunetalia vor.
Verwendung und Giftigkeit
Die roh bitter schmeckenden Früchte können gekocht als Wildobst zu Marmelade oder Säften verarbeitet werden. In Rinde und Samen dagegen ist das cyanogene Glykosid Amygdalin enthalten, welches in Verbindung mit Wasser Blausäure abspalten kann.
Das Splintholz ist hell, das Kernholz braungelb/rötlich mit grünem Muster. Es ist weniger hart als Kirschholz, lässt sich gut verarbeiten und kann u. a. zum Drechseln, für Intarsien oder zur Herstellung von Spazierstöcken oder Gerätestielen verwendet werden.
Auf einem ihr zusagenden Untergrund kommt der Gewöhnlichen Traubenkirsche ingenieurbiologische Bedeutung zu. Als industriefestes Gehölz kann sie an Böschungen, die durch Abschwemmung gefährdet sind, zur Bodenbefestigung beitragen.
In Parks und Gärten wird die Traubenkirsche als Ziergehölz eingesetzt.
Schädlinge und Krankheiten
Von Obstgärtnern wird die Traubenkirsche nicht sehr geschätzt, weil sie hin und wieder von der Traubenkirschen-Gespinstmotte massiv befallen wird und der Irrtum, diese würden auf Obstbäume überwechseln, sehr verbreitet ist.
Außerdem ist der Besuch der Wickler Acleris umbrana und Phtheochroa micana (Tortricidae) aufgezeichnet. Wegen der Anwesenheit der Schädlingsraupen und ihrer Früchte wegen kommt der Traubenkirsche als Vogelschutzgehölz jedoch einige Bedeutung zu.
Die Gewöhnliche Traubenkirsche wird von den Rostpilzen Ochropsora ariae und Thekopsora areolata mit Uredien und Telien befallen.
Sie ist auch mal wieder so ein Findling, den wir im Frühjahr beim Beetevorbereiten in der “grünen Hölle” gefunden haben. Wir haben erstmal nicht gewusst was es ist und mussten uns erstmal schlau machen was es für eine Pflanze ist.
Also ist die kleine Pflanze nicht auf dem Kompost gelandet sondern in einen Topf umgezogen, bis wir sie bestimmen konnten. Gefunden haben wir sie Anfang 2020, da war sie noch absolut winzig, mit ein paar Blättchen. Ein Jahr später ist sie schon gewachsen und hat im Topf schon angefangen zu blühen.
Für einige Insekten und Wildvögel ist sie ja durchaus interessant. Nun haben wir sie mal in die Wildgehölz-Hecke gesetzt und wir werden mal schauen ob sie sich dort durchsetzen kann.
Heckenfplänzchen die sich von selbst in unserem Garten eingefunden haben:
Der andere im Beet gefundene Wildling den wir erstmal getopft haben:
Der Gewöhnliche Spindelstrauch (Euonymus europaeus), auch Europäisches oder Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl, Spillbaum oder Spindelbaum genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae).
Der Gewöhnliche Spindelstrauch erreicht als sommergrüner, aufrechter, reich verzweigter, sparriger Strauch Wuchshöhen von bis zu 3 m, als kleiner Baum auch bis zu 6 m. Die im Querschnitt oft stumpf vierkantigen Äste besitzen eine anfangs grüne bis später grau-braune Rinde, es können zwei bis vier schmale Korkleisten vorhanden sein. Sträucher und Bäume besitzen im Alter eine grau-braune, längsrissige Borke. Er ist windfest und frosthart. Alle Pflanzenteile sind giftig.
Die gegenständigen Laubblätter besitzen einen Blattstiel und eine mit einer Länge von 3 bis 12 cm eiförmige bis lanzettliche Blattspreite mit einem fein gekerbten bis gesägten Rand und beiderseits kahlen Blattflächen. Sie zeigen eine sehr schöne, teilweise leuchtend rote Herbstfärbung.
Blüte, Frucht und Same
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Es werden achsenständige trugdoldige Blütenstände auf einem 1 bis 3 cm langen Blütenstandsschaft gebildet. Sie enthalten meist zwei bis sechs, selten bis zu neun Blüten.
Die zwittrigen, vierzähligen Blüten sind klein und unscheinbar mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind grün und 1 mm lang. Die vier ausladenden Kronblätter sind 3 bis 5 mm lang und grünlich bis weiß. Der Nektar wird vom fleischigen, vierlappigen Diskus abgesondert und lockt viele Insektenarten, insbesondere Ameisen und Fliegen, als Blütenbesucher an. Es ist nur der äußere, episepale (vor den Kelchblättern stehende) Kreis mit vier auf dem Diskus stehenden, sehr kurzen Staubblättern vorhanden, der innere, epipetale Staubblattkreis fehlt. Der Fruchtknoten ist oberständig mit kurzem Griffel.
Die in einem abstehenden Fruchtstand stehenden Früchte reifen im September bis Oktober und öffnen sich dann mit vier Klappen. Die purpurrosa bis karminrot gefärbten, vierlappigen Kapselfrüchte sind vierfächrig, 1 bis 1,5 cm breit und enthalten ein bis vier Samen. Die weißen, eiförmigen Samen mit einer Länge von 5 bis 7 mm sind von einem dünnen, orangefarbenen gefärbten Samenmantel (Arillus) ganz umhüllt, besitzen einen grünen Embryo und hängen an verlängerten Stielchen aus der geöffneten Kapsel heraus.
Ökologie
Der Gewöhnliche Spindelstrauch ist ein winterkahler Strauch mit wintergrünen Zweigen, also ein Rutenstrauch. Er ist ein Flachwurzler mit VA-Mykorrhiza. Die Blüten sind vormännliche Nektar führende Scheibenblumen. Die Art ist dreihäusig, d. h. neben Pflanzen mit zwittrigen Blüten kommen auch solche mit nur männlichen und solche mit nur weiblichen Blüten vor; bei letzteren sind die Pollensäcke taub.
Die Art ist Futterpflanze u.A. des Pfaffenhütchen-Schmalzünslers und der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte. Blütezeit ist von Mai bis Juni.
Die Früchte sind 4‑fächrige, fachspaltige Kapseln. Die Samen hängen am verlängerten Stielchen, dem Funiculus, eine Zeit lang aus der geöffneten Kapsel heraus. Das fördert die Mundverbreitung durch z. B. Drosseln und Rotkehlchen; diese schälen den fleischigen Arillus ab, wobei der verbleibende Samen zu Boden fällt. Der Samen enthält reichlich Nährgewebe (Endosperm) und bereits ergrünte Keimblätter. Fruchtreife ist von August bis Oktober. Die Keimung erfolgt erst nach einer Samenruhe von 3–4 Jahren. Vegetative Vermehrung erfolgt durch sich bewurzelnde Kriechsprosse.
Vorkommen
Der Spindelstrauch kommt vor allem in Europa vor, mit Schwerpunkt in Mitteleuropa. Im Norden kommt er bis nach Irland, Süd-Schottland, Süd-Schweden und Lettland vor, im Süden bis Nord-Spanien, Sizilien und Mittel-Griechenland. Das Verbreitungsgebiet reicht nach Asien noch bis ins nördliche Kleinasien und ins Kaukasusgebiet hinein.
Die Pflanze bevorzugt Waldränder, Hecken und Abhänge. Das Pfaffenhütchen braucht nährstoffreiche, kalkhaltige und salzarme Böden. Nach Ellenberg ist diese Pflanzenart ein Mäßigwärmezeiger, ein Frischezeiger auf mäßig stickstoffreichen Standorten und eine Klassencharakterart der Schlehengebüsche und verwandter Gesellschaften (Prunetalia spinosae), kommt aber auch im Alno-Ulmion sowie im sickerfeuchten Carpinion und Fagion vor.
In den Allgäuer Alpen steigt die Art in Bayern zwischen Hinter- und Vorderreute bei Wertach bis zu 1100 m Meereshöhe auf
Schädlinge und Schadpilze
Der Spindelstrauch wird häufig von den 2 cm langen, gelblichen, schwarz gepunkteten Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte befallen. Der befallene Strauch ist dann in ein dichtes Gespinst eingehüllt, in dem die Raupen die Blätter fressen. Bei moderatem Befall ist die betroffene Pflanze nicht gefährdet, der Strauch kann durch das Gespinst erneut austreiben, der Einsatz von Insektiziden ist nicht automatisch notwendig.
Der Spindelstrauch wird vom Rostpilz Melampsora evonymi-caprearum mit Spermogonien und Aecien befallen. Der Pilz Septogloeum carthusianum verursacht hellbraune, von den Blattadern und mit einem dunklen Rand begrenzte Blattflecken, die zu einem vorzeitigen Blattabfall führen können. Der Strauch wird aber im Regelfall nicht schwer geschädig
Namenherkunft (Pfaffenhütchen)
Da die Kapselfrucht dem Birett, einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher ähnelt, wird die Pflanze Pfaffenhütchen oder Pfaffenkäppchen genannt. Der Spitzname Rotkehlchenbrot stammt daher, dass die Samen im Winter gerne von Vögeln gefressen werden.
Fotos: Pfaffenhütchen aus unserer Wildgehölz-Hecke im Garten.
Unser Pfaffenhütchen:
Wir haben in unserer Wildgehölz-Hecke, am Ende unseres Gartens ein Pfaffenhütchen. Aber auch sonst samt es sich fleißig, auch mit Hilfe der Vögel, hier aus und wir finden immer mal kleine Pflänzchen.
Dauergast, mit dem unser Pfaffenhütchen nun 3 Jahre in Folge gekämpft hat, ist die: Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella).
Ansonsten ist sie, gerade im Winter, bei den Rotkehlchen sehr beliebt. Diese kleinen Vögel überwintern regelmäßig bei uns im Garten.
Weiteres über die Entstehung unserer Wildgehölz-Hecke:
Das war die ursprüngliche Hecke, die den Sommer 2018 fast nicht überlebt hat, bestehend nur aus: Pracht-Spierstrauch (Spiraea xvanhouttei)
Der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) ist eine Pflanzenart in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Er wächst als laubabwerfender oder halbimmergrüner Strauch, der Wuchshöhen von 1,5 bis 4,5 Meter erreicht.
Seine Laubblätter sind gegenständig oder in dreizähligen Wirteln angeordneten und kurz gestielt (1 bis 3 mm). Die einfache, etwas ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 2,5 bis 8 cm und einer Breite von 0,8 bis 2 cm breit lanzettförmig bis elliptisch. Die breiteste Stelle des Blattes befindet sich ungefähr in der Mitte. Die Blätter sind unbehaart. Im Herbst geht die gewöhnlich dunkelgrün gehaltene Blattfärbung häufig ins Violette über.
Blätter und Blüten
Die Blüten stehen in länglichen, pyramidenförmigen, rispigen Blütenständen an den Spitzen des Neuaustriebs. Die duftenden, zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind 1,5 mm lang verwachsen mit 1,5 bis 2 mm langen Kelchlappen. Die vier weißen bis cremefarbenen Kronblätter sind zu einer 1 bis 2 mm langen Kronröhre verwachsen, die in vier 3 mm langen Kronlappen endet. Am Grund der Kronröhre wird Nektar abgeschieden. Die zwei Staubblätter besitzen etwa 2 mm lange Staubfäden, ragen etwas aus der Kronröhre heraus und übergipfeln die zweilappige Narbe. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen.
Die eiförmigen bis kugeligen, glänzend schwarzen zweisamigen Beeren des Liguster sind außen von intensiv schwarzer Farbe. Dies beruht auf einer hohen Anthocyankonzentration.
Vorkommen
Der Gewöhnliche Liguster ist die einzige in Europa heimische Art der Gattung Liguster (Ligustrum). Er kommt in Nordwestafrika und in Europa bis zu den Kaukasusländern und bis zum nordwestlichen Iran vor. Er wächst gern auf sommerwarmen, mäßig trockenen, kalkhaltigen Ton- oder Lehmböden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Pruno-Ligustretum.
In den Allgäuer Alpen steigt er am Südfuß des Grünten bis zu 1200 Metern Meereshöhe auf.
Giftigkeit
Die Beeren des Liguster sind giftig, der Verzehr kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Leibschmerzen führen. Die Wirkung tritt sicher ein, wenn eine größere Menge gegessen wurde. In den Blättern ist das Glucosid Syringin enthalten, wodurch sie ebenfalls giftig sind. Hautkontakt beim Schneiden der Pflanze kann zu Hautreizungen, dem sogenannten Liguster-Ekzem, führen.
Als giftige Inhaltsstoffe des Ligusters werden mindestens die drei Glykoside Ligustrosid und Oleuropein und Syringin genannt.
Nahrungs- und Habitatspflanze für Tiere
Blütenbesucher
Die Ligusterblüten, die ihren Nektar am Grund der Kronröhre und an der Wand des Fruchtknotens abscheiden, werden von Bienen und einigen Fliegenarten aufgesucht. Als Pollenquelle nutzen Honigbienen sowie Sandbienen- und Furchenbienenarten die Blüten. Pollen wird von der Blüte ganztags angeboten, mit der Bestzeit zwischen 6 und 8 Uhr.
Die Blüten werden auch von verschiedenen Schmetterlingsarten aufgesucht, darunter Weißlinge, Kleiner Fuchs, Gemeiner Scheckenfalter, Großes Ochsenauge, Brauner Waldvogel, Weißbindiges Wiesenvögelchen, Pflaumen-Zipfelfalter und mehrere Widderchenarten.
Der Liguster als Habitat für Falterraupen
Der Liguster ist eine Heimat für eine Reihe von Spannerarten wie Nachtschwalbenschwanz, Fliederspanner, Frühlings-Kreuzflügel und Gefleckter Baumspanner sowie etwa ein Dutzend Kleinschmetterlingsarten. Gelegentlich wird der Strauch auch von der Raupe des Totenkopfschwärmers besiedelt, der meist auf Nachtschattengewächsen lebt.
Namensgebend wurde der Liguster für den 9–12 cm großen Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri), der als Raupe oft, aber nicht ausschließlich an Liguster frisst.
Ligusterbeeren als Tiernahrung
Insgesamt 20 Vogelarten wurden beim Verzehren der Ligusterbeeren beobachtet, etwa Amsel, Singdrossel und Dompfaff. Die schwarzen Beeren werden oft erst im Spätwinter verzehrt und dann auch ausgeschieden und dadurch verbreitet. Die Keimung der Samen wird durch Frost gefördert.
Außerdem fressen eine Reihe von Nagetieren die Früchte.
Holz
Das außerordentlich harte Holz des gewöhnlichen Ligusters zeichnet sich durch einen violett gefärbten Kern aus. Es ist glatt, zäh und fest und eignet sich für Drechsler- und Schnitzarbeiten sowie zur Herstellung von Werkzeuggriffen.
Färbepflanze
Die reifen Beeren des Gemeinen Ligusters wurden nach Frosteinwirkung auch als Farbstoff verwendet. Auf Wolle bildet sich ein tiefblauer Farbton. Dabei wurde mit Eisen- oder Aluminiumsalzen oder mit Soda vorgebeizt. In dieser Funktion wurden die Beeren bereits im Oberdeutschen Färbebüchlein aus dem 15. Jahrhundert erwähnt (Cgm.317, Bayerische Staatsbibliothek München). Neben den reifen Beeren werden aber auch die Blätter, die gelben Zweige und die Rinde zum Färben verwendet.
Die Beeren enthalten Glukoside als färbenden Bestandteil; die Blätter und die Rinde sind reich an Flavonoidfarbstoffen und enthalten außerdem einen geringen Anteil an Gerbstoffen. Durch die Verwendung unterschiedlicher Beizen und unterschiedliche Färbevorgänge können Farbtöne von gelb über grün bis blau erreicht werden.
Der rote bis blaue Saft der Ligusterbeeren wurde auch zum Malen verwendet. Der rote Farbton wurde durch Zusatz von Sulfaten, der purpurne durch Hinzufügen von Urin, der blaue durch Mischen mit Kalk und Pottasche erreicht.
Warum kam ich nun auf die Idee die Informationen zum gewöhnlichen Liguster auf unserem Blog zu teilen? Anfang 2021 habe ich bei uns in der “grünen Hölle” angefangen die Beete vorzubereiten. Da wächst dann ja doch immer so einiges über den Winter, viele Pflänzchen die sich da wild aussamen. Die werden dann meist beim Beete herrichten entfernt, bzw. werden zu Mulchmaterialien. Dabei ist mir ein winziges Pflänzchen aufgefallen, mit dunkelgrünen, lanzettformigen Blättern. Das stach aus dem hier sonst so wachsenden Beikraut förmich heraus. Was ist das also, ich habe es fotografiert und recherchiert. Heraus kam dabei der gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare). Ok, der wächst hier in der Gegend öfter mal und offenbar hat er sich nun dazu aufgemacht mitten im Gemüsebeet zu wachsen.
Da ich gelesen habe das er zwar für Menschen giftig ist, aber viele Insekten und Vögel von ihm profitieren, wollte ich ihm eine Chance geben. Also habe ich das winzige Pflänzchen ausgegraben und erstmal in einen Topf gesetzt, damit es ungestört größer werden kann.
Über das Jahr ist es nun ein ordentliches Pflänzchen geworden und wir werden in 2022 mal schauen ob wir ein Heckenplätzchen hier für den Liguster finden.
Wir haben Ende September und der Herbst ist seit einigen Tagen hier eingezogen. Als Gunter mal wieder die Küchenabfälle und das alte Einstreu unserer Ratten Gruppe auf dem Kompost verklappt hat gab es etwas neues zu entdecken.
Pilze. viele kleine Pilze wuchsen lustig im Kompost. Das dürfen sie auch gerne weiter tun. Es sind ganz kleine zarte Gewächse und wir hoffen einfach mal das sie auch zu einer guten weiteren Kompostierung beitragen.
Wir haben keine Ahnung um was es sich handeln könnte, aber mein Verdacht geht dahin es könnten irgendwelche Helmlinge (Mycena) sein. Ich bin leider nicht der größte Pilzkenner, da habe ich noch viel Lernbedarf. Aber wenn es sich um einen Helmling handeln sollte ist das auch noch eine recht artenreiche Gattung mit weit über 300 Arten.
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