Projekt: Kükenstall für Wacheln (2020)

Vor einer Wei­le haben wir güns­tig ein Klein­tier­ge­he­ge bekom­men, das nun für die Auf­zucht der Wach­tel-Küken die­nen soll, die wir bekom­men.

Des­sen Kar­ton hat nun im Win­ter den Platz in unse­rer Gar­ten­hüt­te lan­ge genug für sich beanst­prucht, sodass Gun­ter und Arvid dann am 16.02.2020 sich end­lich dazu ent­schlos­sen das Gehe­ge mal zusam­men zubau­en.

 

Also fix mit Akku­schrau­ber, Tacker, Volie­ren­draht und Kneif­zan­ge in den Gar­ten und den Kar­ton aus der Hüt­te gekramt. Wo wir mal eine kur­ze Zeit ohne Dau­er­re­gen genutzt haben zum wer­keln. Natür­lich unter stren­ger Kon­trol­le unse­rer Bau­stel­len-Auf­sicht Super­no­va.

Kar­ton auf­ge­macht, alle Tei­le auf Vor­han­den­sein geprüft und ein kur­zer Blick auf die Bau­an­lei­tung. Das Zusam­men­bau­en war ein Kin­der­spiel, die Tei­le haben gut zusam­men­ge­passt und haben sich leicht ver­schrau­ben las­sen.

Wegen der Rat­ten die wir hier rum­lau­fen haben wur­de das Gehe­ge Rund­um noch mit Volie­ren­draht bet­ackert. damit die­se Pelz­tier­chen nicht auf die Idee kom­men sich irgend­wo durch­zu­na­gen und die klei­nen Wach­teln weg­fut­tern.

Einen grö­ße­ren Aus­lauf und so wer­den sie noch benö­ti­gen, aber solan­ge sie noch sehr klein sind wird das gehen. Auf jeden Fall hat es meh­re­re Tür­chen wo man auch an ihm erst­mal wei­te­re Aus­lauf­flä­che “anbau­en” kann.

Eine Bestel­lung für wei­te­res Pfle­ge­zu­be­hör wird jetzt noch gemacht und wir wer­den berich­ten wie es mit dem Wach­tel Pro­jekt wei­ter gehen wird.

Ackerhummel (Bombus pascuorum)

Die Acker­hum­mel (Bom­bus pas­cuo­rum) ist eine Art der Hum­meln (Bom­bus). Sie ist ein typi­scher Kul­tur­fol­ger und in  ver­schie­de­nen Lebens­räu­men, wie Wie­sen, Wei­den, Brach­land, Grä­ben und Böschun­gen, Straßen‑, Weg- und Feld­rän­dern sowie Gär­ten und Parks, in urba­nen Gebie­ten und auch Wäl­dern und Wald­rän­dern häu­fig anzu­tref­fen.

Die Tie­re errei­chen eine Kör­per­län­ge von 15 bis 18 mm (Köni­gin), 9 bis 15 mm (Arbei­te­rin) bzw. 12 bis 14 mm (Drohn). Ihr Tho­rax ist gelb­lich bis röt­lich­braun gefärbt. Der Hin­ter­leib ist vom ers­ten bis vier­ten Ter­git in unter­schied­li­chem Aus­maß grau­schwarz behaart, wobei die Seg­ment­zwi­schen­räu­me hell behaart sind, das fünf­te und sechs­te Ter­git sind gelb­lich bis röt­lich­braun behaart. Die Art ist in ihrer Fär­bung varia­bel, es tre­ten auch Exem­pla­re mit rot­brau­nem oder grau­schwar­zem Tho­rax auf.

Köni­gin­nen tre­ten von Anfang April bis Mit­te Mai auf, Arbei­te­rin­nen ab Ende April/Anfang Mai bis Mit­te Okto­ber. Jung­kö­ni­gin­nen und Droh­nen fin­det man ab Mit­te August bis Ende Okto­ber. Die Köni­gin macht sich kurz nach der ers­ten Nek­tar­auf­nah­me auf die Suche nach geeig­ne­ten Plät­zen zum Nest­bau. Dabei fliegt sie knapp über der Vege­ta­ti­on bei­spiels­wei­se an Wald­rän­dern und unter­sucht Hohl­räu­me wie Erd­lö­cher oder Nischen unter Tot­holz und in Gras­bü­scheln. Die Art ist sowohl Nest­bau­er als auch Nest­be­zie­her, und das Nest kann sowohl ober­ir­disch als auch unter­ir­disch ange­legt wer­den. Bevor­zugt wer­den alte Mäu­se­nes­ter, aber auch Vogel­nes­ter oder Nist­käs­ten wer­den besie­delt. Auch in Stäl­len und Schup­pen kann man Nes­ter fin­den.

Ich hof­fe das ich unse­re Hum­mel hier am Laven­del rich­tig als Acker­hum­mel iden­ti­fi­ziert habe, zumin­dest bin ich mir dabei rela­tiv sicher.

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)

Mitt­ler­wei­le im drit­ten Jahr brü­ten in die­ser Kis­te an der Gar­ten­hüt­te von Arvids Eltern ein Pär­chen vom Haus­rot­schwanz (Phoe­ni­cu­rus och­ru­ros). Sie sind aus­ge­spro­chen unemp­find­lich und es ist ihnen irgend­wie ziem­lich egal ob jemand vor der Hüt­te sitzt und Kaf­fe trinkt, noch nicht­mal als das Brett an der Kis­te abge­gan­gen ist. Sie haben ihren Nach­wuchs sogar foto­gra­fie­ren las­sen und das Brett wie­der annageln las­sen. Sie bezie­hen die­se Kist­chen jedes Jahr wie­der, auch wenn es ursprüng­lich über­haupt nicht als Nist­kas­ten gedacht war, da lag eigent­lich ein Sty­ro­por-Block für den Teich der das zufrie­ren im Win­ter ver­hin­dern soll. Den haben sie ein­fach zur Sei­te gescho­ben und ihre Eier dahin­ter gequetscht. War kei­ne so glück­li­che Lösung, dach beka­men sie ein Brett davor, als Halb­höh­le.

Der Haus­rot­schwanz ist eine Sing­vo­gel­art aus der Fami­lie der Flie­gen­schnäp­per (Musci­ca­pi­dae). Er ist etwas klei­ner als der Haus­sper­ling und vor allem an sei­nem rostor­an­gen Schwanz und dem ansons­ten dunk­len Gefie­der zu erken­nen.

Haus­rot­schwän­ze sind Nischen­brü­ter und waren ursprüng­lich aus­schließ­lich im Gebir­ge behei­ma­tet. Erst seit unge­fähr 250 Jah­ren ist die Art im Tief­land ver­brei­tet und auch in Sied­lungs­ge­bie­ten in der Nähe des Men­schen anzu­tref­fen. Die Nah­rung besteht haupt­säch­lich aus Insek­ten, die von einer War­te aus meist am Boden, sel­te­ner auch in der Luft gefan­gen wer­den. Der Gesang des Haus­rot­schwan­zes ist cha­rak­te­ris­tisch, da der Mit­tel­teil eher einem krat­zen­den Geräusch ähnelt. Er zählt tages­zeit­lich zu den ers­ten gesangs­ak­ti­ven Vögeln.

Die Haus­rot­schwän­ze West- und Mit­tel­eu­ro­pas sind Kurz­stre­cken­zie­her und über­win­tern vor­wie­gend im Mit­tel­meer­raum. Sie ver­las­sen dabei als eine der letz­ten weg­zie­hen­den Arten das Brut­ge­biet und keh­ren früh im Jahr bereits zurück. Der Haus­rot­schwanz wird als unge­fähr­det ein­ge­stuft und gehört zu den Sing­vo­gel­ar­ten, deren Bestän­de in Euro­pa in den letz­ten Jah­ren leicht zuge­nom­men haben.

Die Nah­rung des Haus­rot­schwan­zes besteht vor allem aus wir­bel­lo­sen Klein­tie­ren, aber auch pflanz­li­che Nah­rung, ins­be­son­de­re Bee­ren, spielt eine gewis­se Rol­le. Das Beu­te­spek­trum ist viel­fäl­tig, es umfasst mehr als 50 Insek­ten­fa­mi­li­en, ver­schie­de­ne Spin­nen­tie­re – vor allem Web­spin­nen und Weber­knech­te – sowie ver­schie­de­ne Arten wei­te­rer vor allem boden­be­woh­nen­der Glie­der­fü­ßer und Schne­cken. Die Grö­ße der Beu­te­tie­re liegt haupt­säch­lich zwi­schen zwei und acht Mil­li­me­tern. Dane­ben erbeu­tet der Haus­rot­schwanz gele­gent­lich auch Schmet­ter­lings­rau­pen und Regen­wür­mer, die bis zu sie­ben Zen­ti­me­ter lang sein kön­nen. Der­ar­tig gro­ße Beu­te­tie­re wer­den vor Ver­zehr oder Ver­füt­te­rung gequetscht oder zer­stü­ckelt.

Haus­rot­schwän­ze wer­den am Ende des ers­ten Lebens­jah­res geschlechts­reif, dies gilt auch für die wie Weib­chen gefärb­ten Ein­jäh­ri­gen im „Hem­mungs­kleid“. Ver­tre­ter der Art füh­ren vor­wie­gend eine mono­ga­me Sai­son­ehe. Revier­treue und indi­vi­du­el­le Prä­fe­ren­zen für bestimm­te Revie­re kön­nen aber auch dazu füh­ren, dass die Part­ner eines Jah­res im fol­gen­den Jahr wie­der gemein­sam Jun­ge auf­zie­hen.

Wie es sich bei den an unse­rer Hüt­te seit drei Jahrn brü­ten­den Tie­ren han­delt weis ich natür­lich nicht. Evtl. wirk­lich die glei­chen, auf Grund von “Revier­treue” oder zumin­dest das glei­che Männ­chen? Oder jedes Jahr ande­re Tie­re? Kei­ne Ahnung.

Auf jeden Fall sind alle Jung­tie­re groß gewor­den und hüpf­ten hier auch als Äst­lin­ge eini­ge Zeit im Gar­ten.

Rosenkäfer evtl. Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Wir haben neu­lich auf der Blü­te unse­rer Blau­en Pas­si­ons­blu­me (Pas­si­flora cae­ru­lea) einen Rosen­kä­fer ent­deckt und foto­gra­fiert. Ich bin mir nicht abso­lut sicher, aber es könn­te sich um einen Gold­glän­zen­den Rosen­kä­fer (Ceto­nia aura­ta) han­deln.  Wir haben hier im Gar­ten schon öfter die­se Käfer gese­hen, aber bis­her hat­ten wir noch kei­nen vor die Lin­se bekom­men.

Beim Gold­glän­zen­den Rosen­kä­fer han­delt es sich um einen Käfer aus der Unter­fa­mi­lie der Rosen­kä­fer (Ceto­ni­i­nae). In Deutsch­land gehört er zu den geschütz­ten Käfer­ar­ten und wur­de in Deutsch­land zum Insekt des Jah­res 2000 gewählt.

Die Käfer errei­chen eine Kör­per­län­ge von 14 bis 20 Mil­li­me­tern. Die Ober­sei­te ihres Kör­pers ist sehr varia­bel metal­lisch grün bis bron­ze­far­ben glän­zend gefärbt, meis­tens ist sie grün, gele­gent­lich auch gold­far­ben, blau­grün, blau bis blau­vio­lett. Die Kör­per­un­ter­sei­te ist rot­gol­den. Auf den Deck­flü­geln kann man meh­re­re wei­ße Fle­cken und Quer­ril­len erken­nen. Ins­be­son­de­re zwi­schen den hin­te­ren bei­den Drit­teln der Deck­flü­gel ver­läuft ein mar­kan­tes wei­ßes Quer­band. Wei­ter­hin fin­den sich auf jedem Deck­flü­gel zwei brei­te, fla­che Längs­rip­pen, die nach vor­ne hin schwä­cher wer­den und an der Api­kal­beu­le zusam­men­lau­fen.

Die Ima­gi­nes fin­det man häu­fig an Blü­ten, wie etwa von Rosen, Obst­ge­höl­zen, Holun­der, Weiß­dor­nen oder Dol­den­blüt­lern. Die Lar­ven (Enger­lin­ge) leben in mor­schem Holz, in Kom­post und sel­ten auch in Amei­sen­hau­fen. Die Ver­pup­pung erfolgt in einem Kokon aus Erd­reich und Holz­fa­sern.

Die Lar­ven des Rosen­kä­fers ernäh­ren sich aus­schließ­lich von ver­rot­ten­den Pflan­zen­tei­len und Holz­mulm. Die Käfer sau­gen süße Pflan­zen­säf­te und fres­sen Pol­len und ande­re zar­te Blü­ten­tei­le.

Aus­se­hen und Lebens­wei­se unse­rer hier im Gar­ten gesich­te­ten Rosen­kä­fer­ex­em­pla­re passt sehr gut zur Wiki­pe­dia Beschrei­bung des Gold­glän­zen­den Rosen­kä­fers. Aber viel­leicht kennt sich ja einer von Euch noch bes­ser mit ihnen aus und kann uns einen Tipp geben ob es sich evtl. doch um einen ande­ren Käfer aus der Fami­lie der Ceto­ni­i­nae han­delt.

Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Die Wes­pen­spin­ne (Argio­pe bru­en­ni­chi) ist eine Spin­ne aus der Fami­lie der Ech­ten Rad­netz­spin­nen. Die gro­ße und sehr auf­fal­lend gezeich­ne­te Art wur­de 2001 zur Spin­ne des Jah­res gewählt.

Die Weib­chen der Wes­pen­spin­ne wer­den mit bis zu 25 Mil­li­me­tern deut­lich grö­ßer als die Männ­chen, die nur eine Kör­per­län­ge von sechs Mil­li­me­tern errei­chen. Unver­wech­sel­bar ist bei den Weib­chen das gelb-weiß gestreif­te Opis­t­ho­so­ma (Hin­ter­leib), das mit schwar­zen Quer­bän­dern wes­pen­ähn­lich gezeich­net ist, und das silb­rig-weiß behaar­te Pro­so­ma (Vor­der­leib). Die hell­brau­nen Männ­chen mit undeut­li­cher dunk­ler Zeich­nung sind wesent­lich unauf­fäl­li­ger.

Die Wes­pen­spin­ne war bis vor etwa 50 Jah­ren vor allem im süd­li­chen Euro­pa ver­brei­tet, in Mit­tel­eu­ro­pa sehr sel­ten; ihr Vor­kom­men war hier auf weni­ge Ver­brei­tungs­in­seln in der Ober­rhei­ni­schen Tief­ebe­ne, im Rhein-Main-Gebiet und in der Umge­bung von Ber­lin beschränkt. Seit­dem hat die Art ihr Are­al stark ver­grö­ßert und aus­ge­dehnt.

Die Art ist weit ver­brei­tet und in geeig­ne­ten Habi­ta­ten häu­fig. Sie wird in Deutsch­land in der Roten Lis­te als „unge­fähr­det“ ein­ge­stuft.

Die Art bevor­zugt son­ni­ge, offe­ne Stand­or­te mit nied­ri­ger bis halb­ho­her Vege­ta­ti­on und hoher Heu­schre­cken-Popu­la­ti­on auf tro­cke­nem wie feuch­tem Unter­grund; z. B. Tro­cken­ra­sen, lückig bewach­se­nes Ödland oder Feucht­wie­sen. Ab Mai sind jun­ge Spin­nen anzu­tref­fen, von Juli bis August fin­det man erwach­se­ne Tie­re. Die Weib­chen sind bis in den Okto­ber anzu­tref­fen.

Bedingt durch ihren Lebens­raum besteht die Beu­te vor allem aus Heu­schre­cken und Hymeno­pte­ren wie Bie­nen und Wes­pen. Es wer­den jedoch auch fast alle ande­ren Insek­ten geeig­ne­ter Grö­ße erbeu­tet wie Flie­gen, Schmet­ter­lin­ge, Libel­len oder Heu­pfer­de.

Für unser Wes­pen­spin­nen Exem­plar dürf­te das Nah­rungs­an­ge­bot hier im Gar­ten also aus­rei­chend sein.

Wohnstätten für Florfliegen und Ohrwürmer

Wir haben nun die ers­ten Unter­schlupf­mög­lich­kei­ten für Insek­ten hier auf­ge­stellt und hof­fen wei­ter­hin einen bes­se­ren Aus­gleich an Nütz­lin­gen vs. Schäd­lin­gen (kann man ja immer so und so betrach­ten) zu schaf­fen.

Flor­flie­gen-Kas­ten. Er ist extra in dunk­lem Rot gestri­chen, die Flor­flie­gen sol­len ja auf die­se Far­be beson­ders anspre­chen.  Ange­bracht haben wir ihn nun mit den Lamel­len abge­wandt von der Haupt­wind­rich­tung und schau­en mal ob er von den Flor­flie­gen ange­nom­men wird.

Unse­ren Ton-Hexen­hut haben wir auch wie­der mit Stroh gefüllt und im Kräu­ter­beet auf­ge­stellt, als klei­ne Rück­zugs­mög­lich­keit für Ohr­wür­mer. Mal schau­en, woll­te mal noch einen etwas grö­ße­ren Ton-Blu­men­topf zum Ohr­wurm Unter­schlupf auf­rüs­ten.

Aber es ist auf jeden Fall noch der Bau eines Insek­ten­ho­tels in Pla­nung. Das wird eines unse­rer kom­men­den Pro­jek­te. Wir haben auch schon mal dar­über nach­ge­dacht ob und wie wir evtl. noch mal die Idee zu einer klei­nen Stein­py­ra­mi­de umset­zen kön­nen.

Wir haben ja hier nicht so das Glück mit irgend­wel­chen Stei­nen die im Gelän­de rum­li­gen könn­ten. Das hat es hier bei uns lei­der nicht.

Schwebfliegen

Wir haben ein paar Bil­der geschos­sen von Schweb­flie­gen, wel­che hier immer an unse­ren Blü­ten zu Besuch sind.  Lei­der bin ich mir bei den Auf­nah­men nicht ganz sicher was für Arten es genau sind, wahr­schein­lich han­delt es sich hier um die Hain­schweb­flie­ge (Epi­syr­phus bal­tea­tus) und die Spä­te Groß­stirn­schweb­flie­ge (Scae­va pyra­s­tri).

 

 

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)

Das Grü­ne Heu­pferd (Tet­ti­go­nia viri­dis­si­ma) ist eine der größ­ten in Mit­tel­eu­ro­pa vor­kom­men­den Lang­füh­ler­schre­cken aus der Über­fa­mi­lie der Laub­heu­schre­cken (Tet­ti­go­nio­idea). Die Art gehört zu den häu­figs­ten Laub­heu­schre­cken Mit­tel­eu­ro­pas. Es ist in Mit­tel­eu­ro­pa weit ver­brei­tet und gilt daher als nicht gefähr­det.

Die grü­nen Heu­pfer­de errei­chen eine Kör­per­län­ge von 28 bis 36 Mil­li­me­tern (Männ­chen) bzw. 32 bis 42 Mil­li­me­tern (Weib­chen).

Das grü­ne Heu­pferd besie­delt Tro­cken­ra­sen, Bra­chen, son­ni­ge Weg- und Wald­rän­der, Gär­ten und land­wirt­schaft­lich genutz­te Flä­chen. Als Kul­tur­fol­ger lebt es auch in mensch­li­chen Sied­lungs­ge­bie­ten, sofern eine geeig­ne­te Vege­ta­ti­on vor­han­den ist. Inten­siv genutz­te Fel­der und Wie­sen wer­den bes­ten­falls bei hoch­wüch­si­ger Vege­ta­ti­on als Sing­war­ten ver­wen­det und ansons­ten nicht besie­delt. Bevor­zugt wer­den Habi­ta­te, die warm, tro­cken und wind­ge­schützt sind und eine min­des­tens 30 cm hohe Vege­ta­ti­on auf­wei­sen, küh­le Lebens­räu­me wer­den gemie­den.

Sowohl die Lar­ven als auch die geschlechts­rei­fen Grü­nen Heu­pfer­de ernäh­ren sich haupt­säch­lich räu­be­risch von Insek­ten und deren Lar­ven und von schwa­chen und ver­letz­ten Art­ge­nos­sen. Fer­ner fres­sen sie an einer Viel­zahl von Pflan­zen und bevor­zu­gen dabei wei­che und krau­ti­ge Pflan­zen.

Offen­bar fin­den sie in unse­rem Gar­ten durch­aus Raum und sind am häu­figs­ten in den vie­len hoch­wach­sen­den und sich selbst ver­brei­ten­den Blu­men­ra­bat­ten, die sich größ­ten­teils aus den Bie­nen­blüh­wie­sen Samen­tüt­chen ent­wi­ckelt haben, anzu­tref­fen. Oder wie das Exem­plar auf unse­rem Bild wel­ches in dem blü­hen­den  Dost (Ori­ga­num vul­ga­re) sitzt, der mitt­ler­wei­le auch in die Blu­men­ra­bat­te ein­ge­wan­dert ist.

Gerippter Brachkäfer “Junikäfer” (Amphimallon solstitiale)

Der Geripp­te Brach­kä­fer (Amphi­mal­lon sols­ti­tia­le), aus der Fami­lie der Blatt­horn­kä­fer (Sca­ra­ba­eidae), wird land­läu­fig häu­fig als Juni­kä­fer bezeich­net.

Die Käfer haben eine Kör­per­län­ge von etwa 14 bis 18 Mil­li­me­ternr. Ihr Kör­per ist leder­gelb bis braun gefärbt, wobei der Schei­tel und der Hals­schild dunk­ler sind. Die Füh­ler­fä­cher sind drei­glied­rig, beim Männ­chen sind sie fast so lang wie der Rest des Füh­lers, beim Weib­chen sind sie kür­zer. Hals­schild, die Basis und die Rän­der der Deck­flü­gel sind lang bebors­tet und kurz behaart.

Der geripp­te Brach­kä­fer besie­delt Wald­rän­der, Gär­ten, Parks, Fel­der und Alle­en vom Flach- bis ins Hügel­land.

Ende Juli legt das befruch­te­te Weib­chen unge­fähr 35 Eier im Boden ab und stirbt bald dar­auf. Die Lar­ven (Enger­lin­ge) ernäh­ren sich von klei­ne­ren Wur­zeln und Pflan­zen­res­ten und wach­sen bis zu unge­fähr 50 Mil­li­me­ter her­an. Sie über­win­tern zwei Mal und ver­pup­pen sich im Früh­jahr des drit­ten Jah­res. Im Nor­den Euro­pas benö­ti­gen sie für ihre Ent­wick­lung vier Jah­re. Die adul­ten Käfer sind nacht­ak­tiv und ver­ste­cken sich tags­über. Sie flie­gen in der Däm­me­rung war­mer Näch­te von Ende Juni bis in den Juli hin­ein in teil­wei­se gro­ßen Schwär­men.

Anfang Juli konn­ten wir an eini­gen Aben­den hier im Gar­ten gan­ze Schwär­me von ihnen auf­stei­gen sehen, was sehr Beein­dru­ckend zu beob­ach­ten war. Foto­gra­fie­ren der Käfer hat sich als gar nicht so ein­fach her­aus gestellt. Aber einer hat sich dann ja doch mal brav knip­sen las­sen.

Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci)

Der Woll­kraut­blü­ten­kä­fer (Anthre­nus ver­basci), auch Muse­ums­kä­fer genannt, ist ein Ver­tre­ter der Speck­kä­fer (Der­me­stidae). Wie auch sei­ne Ver­wand­ten, der Kabi­nett­kä­fer (Anthre­nus museo­rum) und der Tep­pich­kä­fer (Anthre­nus scro­phul­ariae), ist er ein häu­fi­ger Mate­ri­al­schäd­ling.  In Mit­tel­eu­ro­pa ist die­se Art der häu­figs­te Schäd­ling in die­sen Samm­lun­gen.

Der 1,7–3,5 Mil­li­me­ter lan­ge, rund­li­che, fast kugel­för­mi­ge Woll­kraut­blü­ten­kä­fer hat eine dun­kel­brau­ne Grund­fär­bung mit einem varia­blen hell­brau­nen und wei­ßen Schup­pen­mus­ter. Man kann in der Regel drei hel­le, gewell­te Quer­bin­den erken­nen. Ihre kur­zen Füh­ler sind elf­glied­rig und an den letz­ten drei Glie­dern keu­len­för­mig ver­dickt.

Der Woll­kraut­blü­ten­kä­fer kommt als Kul­tur­fol­ger welt­weit und fast über­all in Gesell­schaft des Men­schen vor.  Die Exem­pla­re hier bei uns im Gar­ten konn­ten wir in ihrem wohl eher als natür­li­chem Habi­tat foto­gra­fie­ren. Sie sind begeis­ter­te Besu­cher unse­rer Schaf­gar­be (Achil­lea mille­fo­li­um) Blü­ten.