Saatgutgewinnung: Haferwurzel (Tragopogon porrifolius) (2022)

Im Früh­jahr 2021 hat­ten wir das ers­te Mal Hafer­wur­zeln (Tra­go­po­gon por­ri­fo­li­us) ange­baut und die sind gut gewach­sen, ohne das sie beson­ders viel Beach­tung erhal­ten hat­ten. Außer mal Bei­kraut ent­fer­nen, wenn das zu sehr über­hand genom­men hat­te. Im Herbst und Win­ter konn­ten wir dann eini­ge der sehr lecke­ren, süß­lich schme­cken­den Hafer­wur­zeln ernten.

An den Wur­zeln sieht man schon noch deut­lich, dass der Boden immer noch nicht opti­mal locker ist. Auch wenn wir ver­uchen ihn mit Kom­post und mul­chen zu ver­bes­sern. Aber es dau­ert und wir haben irgend­wie von bei­dem immer noch zuwenig,für den Bedarf den es hat.

Ein paar Pflan­zen, am Ende des Bee­tes haben wir ste­hen las­sen, zum einen woll­ten wir ein­mal die Blü­te bewun­dern. Da sie sehr schö­ne Blü­ten haben sol­len. Lei­der blü­hen die, wie auch ihr naher Ver­wand­ter der  gro­ße Bocks­bart (Tra­go­po­gon dubi­us), nur Vor­mit­tags und wir haben nicht ein­mal geschaft ein Foto zu machen.

 

 

 

Dann haben wir gedacht lass uns mal ver­su­chen Saat­gut von den Hafer­wur­zeln zu gewin­nen um im nächs­ten Jahr mal davon wel­che wach­sen zu las­sen.  Die Hafer­wur­zel hat impo­san­te gro­ße “Pus­te­blu­men” ent­wi­ckelt. Die­se sind farb­lich etwas bräun­li­cher als die vom Bocks­bart und noch “flau­schi­ger”.

 

 

Gesagt getan, wir haben nun eine gan­ze Men­ge Saat­gut, mehr als wir benö­ti­gen.  Von unse­rem gro­ßen Bocks­bart haben wir auch wel­ches genom­men und da wird es nun 2023 ein neu­es Expe­ri­ment geben.

 

 

Arbeitspferde Schnupperkurs 2022

Am 4. Juni 2022 ist Arvid zum Arbeits­pfer­de Schnup­per­kurs, nach Eber­göt­zen zu Nor­bert Rudolph, gefahren.

Das war ein Tages­ver­an­stal­tung um völ­li­gen Anfän­gern ein­mal einen grund­sätz­li­chen Ein­blick in die bäu­er­li­che Arbeit mit mit Pfer­den zu ermög­li­chen. Rein theo­re­tisch habe ich mich schon län­ger in das The­ma ein­ge­le­sen und hat­te selbst frü­her eige­ne Pfer­de. Daher dach­te ich das ist eine super Chan­ce ein­mal auch real einen Ein­blick zu erhal­ten und bin Nor­bert sehr dank­bar dafür, dass er sich die Mühe gemacht hat uns das zu ermöglichen.

Wir waren auch nur zwei Teil­neh­mer, da wel­che abge­sagt haben bzw. nicht gekom­men sind. Dafür konn­te Nor­bert dann auch sehr inten­siv auf uns ein­ge­hen, was natür­lich auch sehr gut war.

Das bes­te für uns Anfän­ger war natür­lich Nor­berts Pferd, der Fuchs. Ein unsag­bar gedul­di­ges und aus­ge­spro­chen gut aus­ge­bil­de­tes Lehr­pferd. Sel­ten habe ich ein solch fein­füh­li­ges und Kom­man­do siche­res Pferd im Unter­richt erle­ben dürfen.

Zum Ein­stieg haben wir grund­le­gen­des zu Arbeits­pfer­den und ihrem Ein­satz erzählt bekom­men und haben den Auf­bau des Hund­s­p­flu­ges gezeigt bekom­men. Dann ging es um das Arbeits­ge­schirr, sei­nen Auf­bau. Was bei der Anpas­sung um dem Anschir­ren zu beach­ten ist, sowie die Unter­schie­de von Kum­met und Brust­blatt Geschirren.

Wir beka­men die Kom­man­dos, mit den Fuchs arbei­tet, erklärt. Wie “Hüh”, “Hott” und so wei­ter. Was man aus Sicher­heits­tech­ni­schen Grün­den beach­ten soll­te und eini­ges mehr.

Dann war es soweit, wir durf­ten uns selbst dar­an pro­bie­ren dem Pferd Geschirr und Zaum­zeug anzu­le­gen. Danach durf­ten wir die ers­ten klei­nen Zug­übun­gen machen und haben dafür Ort­scheid und Ket­te dafür hergenommen.

Nach­dem wir damit gelernt haben wie wir Fuchs durch die Bahn diri­gie­ren kön­nen , Schlan­gen­li­ni­en, Anhal­ten, los­lau­fen, kam Nor­bert und hat die Ket­te gegen einen Fich­ten­holz-Stamm getauscht.  Nach eini­gen Erklä­run­gen, wie etwa der Stamm kor­rekt ange­ket­tet wird,  was Nor­berts uns vor­her genau zeig­te, durf­ten wir dann auch wie­der sel­ber ran. Also mit Fuchs und dem Stamm im Schlepp­tau durch die Bahn.  Außen her­um, in Schlan­gen­li­ni­en durch auf­ge­stell­te Holz­pöl­ler den Stamm dirigieren.

Dann wur­de es schwe­rer, Nor­bert stell­te die Holz­pöl­ler zu einem vier­sei­ti­gen Tor zusam­men, wel­ches wir mit Pferd und Stamm durch jedes Tor ein­mal “durch­fah­ren” muss­ten. Wirk­lich nicht ein­fach als blu­ti­ger Anfän­ger, vor allem sich mer­ken durch wel­che Öff­nung man noch durch muss und immer gut kal­ku­lie­ren das hin­ter dem Pferd noch 6 Meter Holz hän­gen. Die nicht mit den Pöl­lern zusam­men­sto­ßen sollen.

Das “Ein­par­ken” des Stam­mes am Schluss war auch noch­mal etwas tri­cky.  Da man das Pferd wen­den muss und es den Stamm sozu­sa­gen zwi­schen sei­nen Bei­nen hin­durch, an den vor­ge­se­he­nen Platz, schiebt.

Danach bekam vor allem Fuchs sei­ne Wohl­ver­dien­te Pau­se und durf­te sich ent­span­nen. In der Zwi­schen­zeit gab es für uns Mit­tag mit Würst­chen vom Grill, was Nor­berts Fami­lie schon wun­der­bar vor­be­rei­tet hat­te. Hier­bei ergab sich natür­lich noch viel Gesprächs­stoff rund um die land­wirt­schaft­li­che Arbeit mit Pfer­den, Selbst­ver­sor­gung und auch zu den nied­li­chen Stein­pi­perl Hüh­nern. Die Nor­bert dort hat­te wo wir am Mit­tags­tisch saßen.

Nach der Pau­se ging es mit einem neu­en The­ma wei­ter. Nor­bert hol­te die Saat­eg­ge und wir schirr­ten Fuchs wie­der an, nach­dem Nor­bert eini­ges zum Auf­bau und Ein­satz der Egge erklärt hatte.

Fuchs und Nor­bert führ­ten uns vor wie man mit der Egge den Reit­platz abzieht und dann waren wir wie­der an der Rei­he uns sel­ber mit dem Gerät aus­zu­pro­bie­ren. Das hat auch erstaun­lich gut funk­tio­niert und ich glau­be mitt­ler­wei­le habe ich mich schon sehr für die­se Arbeits­wei­se mit Pferd begeis­tert. Es ist ein erstaun­li­ches Team­work das man da zusam­men mit dem Pferd ausführt.

Wir waren alle total begeis­tert von dem Tag und was wir zusam­men mit Fuchs und Nor­bert ler­nen durf­ten. Fazit wir wür­den ger­ne auch das Ackern auf dem Feld ler­nen und Nor­bert hat uns ange­bo­ten, wir kön­nen im Herbst ger­ne noch­mal kom­men und dann mit dem Pflug arbei­ten. Wor­auf ich mich schon freue.

Ein biss­chen ein­ge­le­sen habe ich mich auch noch und habe dabei auf dem Höfe­floh­markt in Brom­bach die­ses Buch erstanden:

 

Bil­der:

Neues von unserem Komposthaufen

Im Früh­jahr benö­tigt man ja immer Kom­post um die Gemü­se­bee­te für die neue Pflanz­sai­son vor­zu­be­rei­ten. Auch wir haben immer viel zu wenig Kom­post, egal was wir machen.

Nun habe ich den Kom­post vom letz­ten Jahr umge­setzt und durch­ge­siebt. Dafür kam unser neu gekauf­tes Durch­wurf­sieb, das man als Auf­satz auf die Schub­kar­re fixie­ren kann, zum Einsatz.

 

Das hat sich gut bewehrt, vor­her hat­te ich aus­schließ­lich ein klei­nes run­des und viel fei­ne­res Hand­sieb. Das hat­te arge Schwie­rig­kei­ten mit dem Roh­kom­post. Es eig­net sich eher wenn man den grob gesieb­ten Kom­post noch­mal ver­fei­nern möch­te, etwa für die Vor­an­zucht der Jungpflanzen.

Nach einer Wei­le habe ich im hin­te­ren feuch­ten Bereich des Kom­posts auch unse­re Kom­post­wür­mer gefunden.

Die hat­ten wir im letz­ten Früh­jahr gekauft und im Kom­post­hau­fen ange­sie­delt. Sie haben her­vor­ra­gen­de Arbeit geleis­tet und sich offen­bar gut ver­mehrt. Mitt­ler­wei­le fin­den wir auch sehr vie­le Kom­post­wür­mer angren­zend im Gemü­se­bee­te Bereich. Es wan­dern ja doch immer wel­che mit den Kom­post­ga­ben dorthin.

Es lebt sowie­so offen­bar ein gan­zes Uni­ver­sum in unse­rem Kom­post, neben den Kom­post­wür­mern fin­det man auch immer mal Tau­wür­mer, Rosen­kä­ferlar­ven, Mücken­lar­ven und Unmen­gen an Asseln und Hunderfüßern.

Mitt­ler­wei­le pro­du­zie­ren wir doch schon mehr Kom­post, die Wach­tel­hal­tung hat viel dazu bei­getra­gen das wir mitt­ler­wei­le ansatz­wei­se soviel Kom­pos­tier­ba­res Mate­ri­al bereit­stel­len, damit der Kom­post eine ordent­li­che Rot­te voll­füh­ren kann.

Gera­de der Mist der Wach­teln schafft es immer wie­der, das der Kom­post hei­ße Pha­sen durch­lebt inner­halb derer wir schon bis zu 80 Grad mes­sen konnten.

Etwas Urge­steins­mehl und von der, mit unse­rem Phy­ro­ly­se-Ofen, pro­du­zier­ten Holz­koh­le erhält der Kom­post zusätzlich.

Bei die­ser Akti­on konn­te ich fünf Schub­kar­ren Kom­post “ern­ten”, da hat mir gehol­fen das gro­ße Beet vor­zu­be­rei­ten. Das hat­ten wir ja mal als Papp­kar­ton Beet (Mist­beet ohne Umgra­ben) direkt auf dem Rasen ange­legt und es im ers­ten Jahr groß­zü­gig mit Pfer­de­mist bestückt. Mitt­ler­wei­le ist es aber schon deut­lich zusam­men­ge­sackt und hat drin­dend Nach­schub benötigt.

Was uns auch gehol­fen hat uns inten­si­ver mit unse­rem Kom­post zu beschäf­ti­gen war die­se Lek­tü­re, die Gun­ter uns mal mit­ge­bracht hat:

Unse­re Kom­post Experimente:

Kom­post umset­zen (2019)

Trom­mel­kom­pos­ter (2021)

GemüseheldInnen / Pilz-Stämme setzen (2022)

Kris Kir­cher und Arvid haben, im “Wie­sen­gar­ten” der Gemü­sehel­dIn­nen Frank­furt, zwei Pilz­stäm­me gesetzt. Die­se wur­den zuvor mit Aus­tern­seit­lin­gen geimpft und hat­ten schon eine Zeit um das Myzel aus­zu­brei­ten. Nun soll­ten sie zum fruch­ten gebracht werden.

Kris hat­te die bei­den Stäm­me schon. Zuhau­se in der Bade­wan­ne, gewäs­sert und die Stäm­me gesto­ßen. Dort haben wir sie abge­holt und mit dem Hand­kar­ren in die “Grü­ne Lun­ge” gebracht.

Mit Hil­fe zwei­er Zaun­lochnboh­rer hat Arvid pas­sen­de Löcher, für die Pilz­stäm­me, aus­ge­ho­ben. Dar­in haben wir die Stäm­me plat­ziert und Kris hat spä­ter noch Ket­ten an den Stäm­men ange­bracht. Da lei­der in den öffent­li­chen Gär­ten aktu­ell viel gestoh­len und zer­stört wird.

 

 

 

Die­se Zaun­loch­boh­rer ohne Spi­ra­le funk­tio­nie­ren bei dem kleb­ri­gen Schluff-Boden erheb­lich bes­ser. Da sie sich nicht so zuset­zen wie Spi­ral-Boh­rer. Daher fand ich sie, nach­dem ich sie hier nun aus­pro­bie­ren konn­te, sehr prak­tisch.  Für den Hor­tus Del­ri­an­ti­um habe ich nach der Pilz­stamm Akti­on eben­falls zwei die­ser Boh­rer bestellt.

 

 

Kris hat über die Gemü­sehel­dIn­nen auch einen Pilz­stamm-Work­shop orga­ni­siert, an dem ich mit Gun­ter teil­neh­men werde.

 

 

 

 

 

Unse­re Ein­füh­rungs­li­te­ra­tur die wir vor dem Work­shop gele­sen haben:

Bil­der vom Pilz­stäm­me setzen:

Zweite Chance für den Weihnachtsbaum

Recy­cling, Upcy­cling, oder wie schaf­fe ich Wert­stoff­kreis­läu­fe in der Permakultur.

Man macht sich Gedan­ken, oft sehr vie­le, wie man Müll ver­mei­den oder wenigs­tens redu­zie­ren kann. Wie man Pro­duk­te aus dem täg­li­chen Bedarf nach­hal­ti­ger gestal­ten kann. Ach es gäbe da vie­les wor­über wir uns Gedan­ken machen.

Wir sind nicht per­fekt und es gibt diver­ses was wir auch bei uns noch ver­bes­sern kön­nen. Aber irgend­wo beginnt ein Weg, meist zu Anfang nur Tritt­spu­ren  auf einer Wie­se, wo man noch gar nicht von einem klar abge­zeich­ne­ten Weg spre­chen kann.

Gefühlt sind wir erst dabei über die Wie­se zu lau­fen und uns umzu­schau­en was die Welt zu bie­ten hat. In unse­rem besag­tem Fall wären das Mög­lich­kei­ten der Müll­re­duk­ti­on, der Wert­stoff­kreis­läu­fe, des Recyclings.

Eine Idee die wir das letz­te Jahr schon aus­pro­biert haben und die uns abso­lut über­zeugt hat, dass wir sie nun wei­ter so hand­ha­ben ist dem Weih­nachts­baum eine zwei­te Kar­rie­re zu ermöglichen.

Wir kau­fen immer eine Bio-Nord­mann­tan­ne, die bekommt für Weih­nach­ten halt den übli­chen Weih­nachts­baum­schmuck. Natür­lich ohne Lamet­ta oder so selt­sa­men künst­li­chen Sprüh­schnee. Damit sie auch nicht mit ihrem wel­chem unge­sun­den Mist bene­belt wird, oder so.

Wenn die Weih­nachts­zeit dann rum ist, sieht man hier in der Nach­bar­schaft immer unmen­gen von aus­ge­setz­ten Weih­nachs­bäu­men, die sich am Stra­ßen­rand auf­tür­men. Die wer­den dann irgend­wann von der Müll­ab­fuhr abge­holt. Das woll­ten wir nicht für unse­ren Baum.

Der könn­te doch sicher­lich noch für etwas ande­res zu gebrau­chen sein. Also mal drü­ber nach­ge­dacht. Der Per­ma­kul­tur Gedan­ke ist ja Müll zu ver­mei­den und Kreis­läu­fe zu schaffen.

Nun haben wir ja die Wach­teln im Gar­ten, die mögen sich ja ger­ne unter Zwei­gen ver­ste­cken. Tan­ne ist unschäd­lich für die klei­nen Vögel, war­um soll­ten die nicht noch Spaß haben an unse­rem Weihnachtsbaum?

Also haben wir nach­dem wir den Weih­nachts­schmuck abge­nom­men haben die Säge ange­setzt und alle Äste vom Stamm gesägt. Die Äste haben wir dann in den Wach­tel Gehe­gen ver­teilt und diver­se Unter­schlüp­fe für die Tie­re gebastelt.

Die Wach­teln sind total begeis­tert von ihrem neu­en Wald, sie haben neue Ver­steck­mög­lich­keit, Rück­zugs­or­te für die kal­ten Win­ter­ta­ge und sie kön­nen nach Her­zens­lust an den Zwei­gen picken.

Irgen­wann wer­den die Zwei­ge zwar tro­cken und die Nadeln abfal­len. Das macht aber nichts, der Rest wird dann beim Aus­mis­ten mit zum kom­pos­tie­ren genommen.

Ja, es sind Tan­nen­zwei­ge, aber so eine auf den Mist ver­teilt hat den PH Wert nicht all­zu groß ver­än­dert. Ein biss­chen Urge­steins­mehl und Aktiv­koh­le dazu und das hat super Kom­post im letz­ten Jahr gege­ben. Das wird die­ses Jahr auch wie­dert funk­tio­nie­ren und Kom­post haben wir eh immer­noch zu wenig.

Der Stamm wird getrock­net und wird dann Brenn­holz für die Feu­er­scha­le, oder für den Pyrolyse-Ofen.

Mispel (Mespilus germanica)

Ech­te Mis­pel (Mes­pi­lus ger­ma­ni­ca) ist eine Pflan­zen­art der Kern­obst­ge­wäch­se (Pyri­nae) in der Fami­lie der Rosen­ge­wäch­se (Rosaceae). Es han­delt sich um einen klein­wüch­si­gen som­mer­grü­nen Baum mit krum­mem Stamm und brei­ter Kro­ne, der ess­ba­re Früch­te trägt.

Mis­peln haben eine stark ver­zweig­te, weit­rei­chen­de und eher fla­che Bewurzelung.

Die Zwei­ge der Kro­ne sind in Lang- und Kurz­trie­be unter­teilt, wobei nur letz­te­re Früch­te her­vor­brin­gen. Die schwach fil­zig behaar­ten Jung­trie­be der Wild­form tra­gen Dor­nen, die bei Kul­tur­for­men feh­len. Ihre Blü­ten sind zwitt­ri­ge, radi­är­sym­me­tri­sche Blü­ten mit dop­pel­ter Blü­ten­hül­le, wie sie typisch für Rosen­ge­wäch­se sind. Sie ste­hen ein­zeln an den Kurz­trie­ben und sind auf­fal­lend groß, mit einem Durch­mes­ser von 3 bis 5 Zen­ti­me­ter. Die deut­sche Mis­pel blüht im Mai und Anfang Juni, wobei die Selbst­be­steu­bung bei ihr die Regel ist.

Da die Mis­pel bereits früh kul­ti­viert wur­de, kann das natür­li­che Ver­brei­tungs­ge­biet nicht mit Sicher­heit ange­ge­ben wer­den. Als natür­li­ches Are­al gel­ten West­asi­en (Iran, Irak, Tür­kei), der Kau­ka­sus, Turk­me­ni­stan, die Ukrai­ne, Grie­chen­land, Bul­ga­ri­en und Italien.

Die Mis­pel ent­wi­ckelt sich am bes­ten unter tem­pe­ra­ten und sub­me­di­ter­ra­nen Kli­ma­be­din­gun­gen. Sie stellt nur gerin­ge Stand­ort­an­sprü­che und kann unter güns­ti­gen Bedin­gun­gen alt wer­den. Es sind meh­re­re über 70 Jah­re alte Bäu­me bekannt, in Eng­land auch über 300 Jah­re alte Bäu­me. Als für das Wachs­tum güns­ti­ge Luft­tem­pe­ra­tu­ren wer­den 18 bis 20 °C genannt, Käl­te von bis zu −20 °C wird ver­tra­gen. Spät­frös­te rich­ten kaum Scha­den an. In Ita­li­en wächst die Wild­form in Gebie­ten mit Jah­res­nie­der­schlä­gen von 700 Mil­li­me­ter in Höhen von 0 bis 1100 Metern. Die Art wächst auf ver­schie­de­nen Böden, sofern der pH-Wert zwi­schen 6 und 8 liegt, sie wächst aber meist auf kalk­ar­men Böden und bevor­zugt fri­sche, gut drai­nier­te Lehmböden.

Ver­meh­rung

Die Wild­for­men ver­meh­ren sich gene­ra­tiv, die Samen blei­ben 18 bis 20 Mona­te keim­fä­hig. Sie wer­den durch Vögel und Eich­hörn­chen ver­brei­tet, wahr­schein­lich auch durch Rehe und Wild­schwei­ne. Kul­tur­for­men wer­den durch Oku­la­ti­on und durch Pfrop­fen auf ver­schie­de­nen Unter­la­gen wie Weiß­dor­ne, Bir­nen, Quit­ten, Eber­eschen vermehrt.

Krank­hei­ten

Die Mis­pel wird nur sel­ten von Krank­hei­ten befal­len oder von Insek­ten geschä­digt. In Plan­ta­gen kön­nen die Lar­ven der blatt­mi­nie­ren­den Schmet­ter­lings­art Lit­ho­col­le­tis blan­car­del­la Schä­den anrich­ten. Der Pilz Moni­li­nia fruc­ti­gena (nach der Neben­frucht­form bes­ser bekannt als Moni­lia) ruft Frucht­fäu­le her­vor, der Mehl­tau-Erre­ger Podospha­e­ra clan­des­ti­na führt zum Wel­ken von Blät­tern und Knos­pen. Die Mis­pel ist anfäl­lig gegen Erwi­nia amylo­vora, den Erre­ger des Feuerbrands.

Quel­le: Wikipedia

Bild: Hie­ro­ny­mus Bock (1498–1554)

Unse­re Mispel:

Nach Arvids Per­ma­kul­tur Grund­kurs hat­ten wir im August 2020 das Glück die Per­ma­kul­tur Gärt­ne­rei von Jonas Gam­pe zu besu­chen. Der auch den Per­ma­kul­tur Kurs gelei­tet hat und wir vor­her bei ihm eine Schle­he für unse­re neue Hecke bestellt hat­ten. Wie es so ist blieb es nicht nur bei der Schle­he. Arvid hat ja schon immer von einer Mis­pel geträumt und sie­he da Jonas hat­te noch zwei klei­ne Mis­pel Bäum­chen. Wo wir uns eines aus­su­chen durf­ten und mit­ge­nom­men haben.

Wir waren total hap­py und haben Zuhau­se ange­kom­men erst­mal ein ordent­li­ches Pflanz­loch aus­ge­ho­ben. Mit­ten auf der hin­te­ren Wie­se. Das Pflanz­loch mit Kom­post ver­se­hen und auch ein Draht­körb­chen für den Wur­zel­bal­len gebaut. Damit unse­re klei­ne Mis­pel nicht schon im ers­ten Win­ter Wühl­maus Fut­ter wird. Einen Pfahl zur Sta­bi­li­sie­rung hat sie natür­lich bekom­men und wur­de mit einem Jute­band ordent­lich angebunden.

Dann kam der Win­ter, sogar mit Schnee und wir war­te­ten gespannt auf das nächs­te Früh­jahr. Sie hat es geschaft, ist ange­wach­sen und hat jun­ge Knos­pen gebil­det und spä­ter dann sogar eine gan­ze Men­ge gro­ßer weis­ser Blü­ten. Es sah wun­der­bar aus unser blü­hen­des klei­nes Mis­pel Bäum­chen. Wär hät­te das erwar­tet, im ers­ten Früh­jahr nach­dem es bei uns gepflanzt wurde.

 

 

Spä­ter ent­wi­ckel­ten sich zu unse­rem Erstau­nen die ers­ten win­zi­gen Fruch­t­an­sät­ze und sie wuch­sen und wuch­sen über den Som­mer. Wir hät­ten nie­mals mit Früch­ten in die­sem Jahr gerech­net und erst recht nicht mit so vielen.

 

Aus fast allen Blü­ten sind Mis­pel Früch­te gewor­den und nach dem ers­ten Frost haben wir 10 Mis­peln ern­ten kön­nen. Wahnsinn.

 

 

 

 

 

Bil­der: