1. Wachtel Kunstbrut 2020

Wir haben nun unse­re ers­te Wach­tel Kunst­brut gemacht, es war ein beein­dru­cken­des Erleb­nis und wir sind alle total glück­lich das es geklappt hat.

Hier hat­ten wir ja schon etwas zur Vor­be­rei­tung die­ses Pro­jek­tes geschrie­ben: Wach­tel Kunst­brut Vorbereitung

Wach­tel­brut-Tage­buch:

Nach Ankunft der Brut­ei­er haben wir sie, auf der Spit­ze lie­gend, erst­mal 24 Std. ruhen las­sen. Bevor wir sie in den Brut­au­to­ma­ten ein­ge­legt haben. Auch der Brut­au­to­mat hat­te eine 48 Std. Vor­lauf­zeit bekom­men, damit sich Tem­pe­ra­tur und Feuch­tig­keit ein­spie­len konnten.

14.05. — haben wir 12 Brut­ei­er von Japa­ni­schen Lege­wach­teln, Farb­schlag Tenebro­sus Sche­cken in den Brut­au­to­ma­ten ein­ge­legt. Jetzt heisst es erst erst­mal die Eier im Brü­ter in Ruhe las­sen für 60 Std. Danach wer­den sie laut der Bedie­nungs­an­lei­tung des BRUJA 400 D zwei­mal am Tag gewendet.

Täg­lich kon­trol­lie­ren wir nun Tem­pe­ra­tur und Feuch­tig­keit. Bei Bedarf wer­den die Was­ser­rin­nen nach­ge­füllt und ein­mal am Tag wird der Brü­ter für 10. min. zum Lüf­ten geöffnet.

Die Tem­pe­ra­tur hat immer sehr gut gehal­ten, bei der Feuch­tig­keit muss­ten wir immer ein gutes Auge drauf haben und spä­ter wur­de noch ange­feuch­te­tes Küchen­pa­pier eingelegt.

22.05. — Tag neun, heu­te wur­den die Eier geschiert. Also bei ver­dun­kel­tem Zim­mer haben wir jedes Brut­ei mit­tels der Schier­lam­pe durch­leuch­tet. Dabei schaut man ob sich in dem Ei ein Embryo ent­wi­ckelt. Hier­bei hat sich gezeigt das eines der Eier, wohl vom Trans­port, einen Haa­riss hat­te. Den wir vor­her nicht gese­hen haben. Ein wei­te­res Ei ist lei­der kaputt gegan­gen und in eini­gen Eiern hat sich nichts ent­wi­ckelt. Ande­re sahen so aus als wür­de dar­in etwas wach­sen. Wir sind also sehr gespannt wie es wei­ter geht.

28.05. — Heu­te wur­de die Wen­de­h­or­de aus dem Brü­ter ent­fernt und das Schlupf­git­ter ein­ge­legt. Ab jetzt sol­len die Eier in Ruhe gelas­sen, also nicht wei­ter gewen­det wer­den. Ab jetzt muss auch die Luft­feuch­tig­keit deut­lich, laut unse­rem Brü­ter auf 70–75%, erhöht wer­den. Nun heisst es erst­mal gedul­dig auf den Schlupf­tag warten.

 

 

 

 

 

 

 

31.05. — Schlupf­tag. Es ist soweit, wir haben die klei­nen Küken ja schon sehn­süch­tig erwar­tet. Arvid war an die­sem Wochen­en­de ja im Per­ma­kul­tur 72Std. Grund­kurs und Clau­dia hat gespannt ver­folgt wie die klei­nen Eier im Brü­ter her­um­wa­ckel­ten und das ers­te Ei einen Riss zeig­te. Arvid konn­te es sich ja nicht neh­men las­sen und ist in der Mit­tags­pau­se, aus der grü­nen Lun­ge, rüber gekom­men um nach den schlüp­fen­den Küken zu schauen.

Bis zum Abend waren dann vier klei­ne Küken pro­blem­los aus ihren Eiern gekom­men. Wir haben laut Plan den Brü­ter für 24 Std. geschlos­sen gehal­ten. Damit die Temperatur/Feuchtigkeit nicht zusam­men­bricht um evtl. Nach­züg­lern noch die Chan­ce zum Schlupf zu bieten.

Schluss­end­lich hat sich aber nichts mehr getan, es blieb bei vier Küken. Man kann gera­de bei Brut­ei­ern die man geschickt bekom­men hat  immer mit Aus­fäl­len rech­nen und unse­re Eier haben ja lei­der extra lan­ge auf dem Post­weg verbracht.

 

Die ers­ten zwei Wochen ver­blei­ben die Küken in der Auf­zucht­s­box noch ohne Ein­streu, nur auf Küchen­rol­le. Die mehr­mals täg­lich gewech­selt wird, denn kacken kön­nen sie, die­se Kackis. Als Fut­ter gibt es in der Anfangs­pha­se den Kücken­star­ter, getrock­ne­ten Ore­ga­no und Blau­mohn. Dazu immer mal ein hart gekoch­tes Ei.

Die Künst­li­che Glu­cke (Wär­me­plat­te) wird jeden Tag um ein Seg­ment ihrer Bei­ne erhöht, da die Küken sehr schnell wach­sen und sie immer nur gera­de so mit dem Rücken bis zu Plat­te rei­chen sollen.

 

Die vier Klei­nen machen sich super. Sie haben ihr Fut­ter sehr gut ange­nom­men und ent­wi­ckeln sich präch­tig. Farb­lich sind es zwei Tenebro­sus Sche­cken, ein Tenebro­sus und ein gel­bes Küken gewor­den. Inner­halb der ers­ten Woche wur­den sie immer leb­haf­ter und fin­gen an zu hop­sen und lern­ten immer mehr Ver­hal­tens­wei­sen, wie etwa das Schar­ren.  Auch schei­nen sich da schon gewis­sen Freund­schaf­ten zu ent­wi­ckeln, die bei­den Sche­cken sind fast immer gemein­sam unterwegs.

Grö­ßen­mä­ßig fal­len das Tenebro­sus und das Gel­be aus der Rei­he. Das Tenebros Küken ist deut­lich grö­ßer als der Rest, ist aber cha­rak­ter­lich das gelas­sens­te und ruhigs­te. Das gel­be Küken ist zwar als ers­tes geschlüpft, ist dafür deut­lich klei­ner und in der Feder­ent­wick­lung immer hin­ten dran. Dafür ist es unser “Schrei­kind”, es hat ab dem Schlupf­tag schon im Brü­ter wie verückt her­um geschrien. Arvid hat da schon dar­auf gewet­tet es wür­de mal ein Hahn.

So nach etwa neun Tagen konn­te man sehen, sie ent­wi­ckeln Federn an den Flü­geln und sie haben dann auch ganz schnell so klei­ne Pür­zel am hin­te­ren Ende ent­wi­ckelt. Dann war Akti­on ange­sagt, die Küken waren viel damit beschäf­tigt ihre neu­en Flü­gel­chen zu tes­ten. Es wur­de wild umher gehopst, auch wenn man mit den klei­nen Federn noch nicht wirk­lich flie­gen kann.

Inner­halb der kom­men­den Woche konn­te man förm­lich zuse­hen wie sie auch am Kör­per ein Feder­kleid ent­wi­ckeln. Auch grö­ßen­mä­ßig haben sie ordent­lich zuge­legt und sie fres­sen unmen­gen Kükenfutter.

17.06. — end­lich wird es drau­ßen etwas wär­mer und die Küken kön­nen jetzt immer mal auf den Bal­kon. Das wer­den wir jetzt über die Tage immer wei­ter ver­län­gern bis sie sich an die Tem­pe­ra­tur­ver­hält­nis­se gewöhnt haben. So Wach­teln haben ja einen ver­hält­nis­mä­ßig schnel­len Ent­wick­lungs­zy­klus und sind nach 33. Tagen voll entwickelt.

Den Küken hat es auf dem Bal­kon offen­bar gut gefal­len, sie haben begeis­tert im Din­kel-Pel­let Ein­streu gescharrt, sich gesonnt und auch die Ver­ste­cke sehr gut ange­nom­men. Hier kön­nen sie sich an alle mög­li­chen Umwelt­ein­flüs­se, wie Geräu­sche, ande­re Vogel­stim­men, Kat­zen und Hun­de gewöh­nen. Mitt­ler­wei­le bekom­men sie auch schon immer fri­sches Grün­fut­ter, Grit, Bier­he­fe ins Fut­ter und Apfel­es­sig und Vitamin‑B ins Trink­was­ser. Zusät­li­ches Vitamin‑B ist für Wach­teln äußerst wich­tig. Lei­der haben wir von etli­chen ver­stor­be­nen Wach­teln auf Grund Vitamin‑B Man­gels gele­sen. Offen­bar ist das vie­len Neu­lin­gen in der Wach­tel­hal­tung nicht bekannt.

Was sie auch total lie­ben ist ihr Sand­bad. Da konn­ten wir etli­che lus­ti­ge Beob­ach­tun­gen machen.

 

 

 

Die Fra­ge nach dem Geschlecht der Küken war noch nicht beant­wor­tet. An der Far­be kann man bei den Tenebro­sus ja das Geschlecht nicht unter­schei­den. Also blie­ben Kloa­ken-Test oder das sich die Häh­ne mit Krä­hen outen. Was sie auch taten. Wir haben das sta­tis­ti­sche Klas­sik Ergeb­nis erhal­ten 50% Hähne/Hennen.

Die bei­den Sche­cken sind Hen­nen gewor­den und hei­ßen nun Pin­gu­in und Oreo.

Der Tenebro­sus und der klei­ne Gel­be haben sich als Häh­ne geoutet und heis­sen Opfer und Ter­ror. Opfer hat sich als extrem Früh­reif gezeigt und treibt die bei­den Hen­nen ohne Unter­lass, die armen haben so extre­me Panik vor die­sem Hahn das sie über­haupt nicht zur Ruhe kommen.

Also hiess es erst­mal für die bei­den Jungs sie müs­sen aus­zie­hen und sind ins Gar­ten Küken­heim umge­zo­gen.  Lei­der ist zwei Wochen spä­ter Opfer plötz­lich, ohne sicht­ba­re Vor­er­kran­kung, ver­stor­ben. Seit­her lebt aber Ter­ror mit den bei­den Hen­nen zusammen.

 

Es sind auf jeden Fall zu wenig Hen­nen für den Hahn und wir über­le­gen ob wir ihm noch wel­che besor­gen. Mit einem etwas grö­ße­ren Bestand als 3 Tie­re hat­ten wir schon geplant.

Wir haben also kurz­ent­schlos­sen eine Fahrt zur Vogels­ber­ger Wach­tel­zucht gemacht und dort drei Gold­spren­kel Hen­nen gekauft. Die unse­re Grup­pe erwei­tern. Die drei Damen heis­sen: Nou­gat, Kara­mell und Orangina.

Sie machen sich ganz gut in der Grup­pe und unser Hahn Ter­ror muss ganz schön kuschen vor den Mädels.

 

 

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