Eigentlich fing es mit einem Post von Claudia in der Sandschak Kräher FB Gruppe an. Dort hat sie ein Foto kommentiert mit “eine Sandschak Henne mit Moddled Zeichnung hätte sie auch sehr gerne”.
Das hat auch prompt unser Züchter gelesen, von dem wir letztes Jahr unseren kleinen Zuchtstamm bekommen haben. Wie es so kommen musste meinte Rainer, ich hätte da noch so eine Henne, wenn ihr die möchtet würde ich sie abgeben.
Also sind wir zu ihm gefahren und die besagte Sandschak Henne mit dem “Blümchen-Muster” abzuholen. Bleibt ja nie bei einem Huhn, kann man sich ja denken. Damit sie nicht alleine umziehen musste durfte noch eine der Lohmann Brown Hybrid Hennen, die er da hatte , mit umziehen.
Nach einem schönen Nachmittag mit interessanten Gesprächen, vielen Tieren gucken ging es wieder zurück.
Nun müssen sich Janis Joplin (Sandschak Kräher, geb. 2021) und Lotte Lohmann (Lohmann Brown) hier erstmal eingewöhnen.
Wir wissen ja die Lohmann Brown Hybriden sind Hochleistungslegehennen und leider ist ihre Lebenserwartung meist nicht sehr hoch. Mich schreckt bei denen immer so der “Qualzucht Aspekt” ab, den ich nicht unterstützen möchte in der eigenen Haltung. Aber Lotte wird hier ihr Gnadenbrot erhalten und darf solange wie sie fit bleibt mitlaufen.
Unser erstes Hühnerjahr neigt sich dem Ende entgegen und mal einen kurzen Überblick geben über die kleine Hühnerschar.
Unsere erste kleine Zuchtgruppe (1,2) haben wir über einen Züchter des GVZ Bingenheim 1938 bekommen, den wir im Frühjahr auf dem NABU Regionalmarkt kennengelernt haben.
Sandschak Langkräher
sind eine alte Landhuhn Rasse aus dem Sandschak (Region in Serbien und Montenegro) und Metochien (Region im Kosovo). Er wird wohl schon seit einigen Jahrhunderten au dem Balkan als Langkräher und gutes Zweinutzungshuhn gehalten. Wo er eng mit den Kosovo-Krähern und den Bosnischen-Krähern (Berat) verwandt ist. Nach neueren Untersuchungen sind die in Deutschland heimischen Bergischen-Kräher auch mit den Langkrähern auf dem Balkan verwandt. In Deutschland zählt der Sandschak Kräher zu den Exoten, mit seinem langgezogenen Krähruf, welcher 10 bis 30 Sekunden lang sein kann.
Von einem weiteren Vereinsmitglied haben wir über seinen Geflügelbetrieb drei Blumenhuhn Hennen und eine Französische Cou Nu Nackthals Henne bekommen. Eigentlich hatten wir genau die eher im Auge als die Sandschaks. Aber wir wollten auf jeden Fall erstmal ein paar verschiedene Rassen kennenlernen und schauen was am besten zu uns passt.
Es handelt sich hier um einen alten schwedischen Landhuhnschlag, der schon um 1800 erwähnt wird. Nachdem sie in den 1970ern fast ausgestorben waren stammen alle heutigen Blumenhühner von 3 Gehöften aus der historischen Provinz Schonen in Süd Schweden.
Die Cou Nu sind eine französische Nackthals Rasse die als Tafelhuhn (Fleischhuhn) gezüchtet sind. Sie haben wir zu unseren Blumenhühnern dazu bekommen, mal schauen wie wir uns damit anfreunden können.
Cou Nu Nackthals Henne (PERLCHEN)
Zusammenfassend kann man nach dem ersten Jahr sagen, die Damen verstehen sich sehr gut untereinander. Wir sind absolut begeistert von unseren Sandschaks. Die Doro ist eine ruhige und absolut souveräne Herden-Chefin und unser Hahn Lemmy macht seinen Job hervorragend. Auch wenn ihn anfangs seine Mädels nicht ernst nehmen wollten, als er noch sehr jung war.
Unsere anfängliche Skepsis gegenüber dem Nackthalshuhn hat sich total gewandelt. Perlchen hat uns absolut von sich überzeugt. Sie hat einen super Charakter und ist in Punkto Jagd auf Mäuse und Regenwürmer ein absoluter Raptor. Auch legt sie ganz fleißig, obwohl die Rasse ja eher ihren Fokus auf die Fleischerzeugung hat.
Bei den Blumenhühnern bin ich mir nicht so wirklich sicher. Sie sind deutlich schreckhafter als die anderen und leider mussten wir Thurid erlösen. Sie war immer etwas kleiner geblieben und zeigte mit dem Erwachsenwerden deutlich Herzprobleme. Besonders panisch ist Verdandi geblieben, sie haben wir dann eines Tages mit Genickbruch im Stall gefunden so daß wir leider nicht nachvollziehen können ob sie auch hier wieder mal panisch aufgeflogen ist.
Manchmal geht hier echt was unter und ich hatte gar nicht erwähnt das die Hühner natürlich schon die ganze Zeit auch die Voliere nutzen können. Im August hatten wir unsere Voliere soweit fertig, dass die Hühner dort auch geschützten Auslauf haben wenn wir mal nicht im Garten sind. Die Voliere ist mit Greifvogelschutznetz überspannt und hat zum Außenbereich des Stalles eine automatische Klappe. vo da geht es durch den“Chicken-Run” in die Voliere.
Die Hühner haben die Auslaufmöglichkeit gerne angenommen und kommen mit dem Chicken-Run super zurecht.
Chicken-Run:
Schnell waren wir mit dem Naturboden im Chicken-Run unzufrieden und wir haben, nochmals Gehwegplatten darunter gelegt. So kann man ihn schnell wieder sauber machen und es wird auch nicht schlammig bei Regenwetter.
Nach der Fertigstellung unseres Hühnerstall-Projektes ging es nun daran den Hühnern eine Voliere zu bauen, damit sie über einen geschützten Auslauf verfügen.
Hierfür haben wir hinter der Tuja-Hecke, die an den Hühnerstall angrenzt, ein Stück ehemaliger Beetfläche geebnet und uns vorher natürlich etliche Gedanken gemacht wie wir da bauen wollen. Aber sagen wir mal so, es hat sich im Laufe des bauens entwickelt.
Wir haben erstmal die Größe ausgemessen und dann wieder Pfostenhülsen gesetzt. Dann haben wir darin Pfosten eingesetzt und einen Rahmen aus Dachlatten darum gebaut, bis es einen stabilen Kasten gab. Darauf haben wir dann Geflügel-Sechseckdraht mit Krampen befestigt und mit Schrauben fixiert.
Da die Hühner und wir ja auch in der Voliere ein und aus gehen müssen brauchten wir da ja auch den benötigten Zugang. Also gab es erstmal am hinteren Ende eine Tür für uns, diese haben wir nach dem gleichen Konzept gebaut wie die Tür am Hühnerstall-Kaltscharrraum. Am Volierenende Richtung Tujahecke haben wir einen Hühnerschlupf eingebaut.
Dort wird zwischen Voliere und Hühnerstall ein Durchgang entstehen, wo die Hühner an der Tujahecke vorbei zwischen Stall und Voliere wechseln können. Sozusagen ihr Chicken-Run.
Die Hühner müssen ja auch in den Chicken-Run gelangen, also haben wir in den Zaun vom Kaltscharrraum eine Hühnerklappe eingebaut. Der Bequemlichkeit halber haben wir da auch eine Kerbl Metallklappe genommen. Das Projekt musste ja fix gehen und wir hatten keine Zeit für lange Experimente.
Der Chicken-Run wurde ganz einfach aus Dachlatten zusammengeschraubt, angestrichen und mit Geflügeldraht umgeben. Dann haben wir später noch Gehwegplatten darunter gelegt, damit sich die Hühner nicht rausscharren. Das Konstrukt ist recht praktisch, man kann es einfach herausheben zum sauber machen.
Da wir hier auch einige Greifvögel haben wollten wir unbedingt ein Schutznetz. Dieses haben wir uns dann bestellt und über die Voliere gezogen.
Nach und nach soll die Hühner-Voliere auch noch etwas begrünt werden, damit es nicht ganz so kahl ausschaut und die Hühner etwas zum verstecken haben. Einen toten Pfirsischbaum haben sie schon zum sitzen und ein großen alten Tyhmian Busch, der da schon wuchs und wir haben ihn stehen lassen.
In der Gärtnerei haben wir einen rotlaubigen Holunder “Black Beauty” (Sambucus nigra) und eine rote Korkenzieher-Hasel “Red Majestic” (Corylus maxima) mitgenommen, die wir in die Voliere gepflanzt haben. Die sind jetzt erstmal mit Draht, vor den Hühnern, gesichert solange sie noch sehr klein sind.
Von außen am Volierenzaun haben wir eine Akebia “Schokoladenwein” (Akebia quinata) zum daran hochranken gesetzt.
Endlich ist es soweit, nach langfristiger Planung, Vorbereitung und dem Stallbau, kamen unsere ersten Hühner.
Wir hatten ja auf dem NABU Regionalmarkt Rainer Hammerschmitt, mit seinen Hühnern, kennengelernt und lange mit ihm gesprochen. Am Ende waren wir sehr angetan von den Sandschak Krähern. Auch wenn wir im Laufe unserer Planungen ganz andere Rassen im Focus hatten. Rainer hatte uns versprochen aus der kommenden Brut einen Zuchtstamm (1.2) Sandschak Kräher von ihm zu bekommen.
Am 28.06.2022 war es endlich soweit, wir sind zu ihm gefahren und konnten dort seine Hühner und anderes Geflügel bewundern, sowie seinen Garten. Am Ende sind wir mit einem jungen Hahn und zwei Hennen Nachhause gefahren.
Die Hühner haben ihre Autofahrt in der Hundetransportbox sehr gelassen hingenommen und haben es sich auch schnell gemütlich gemacht in ihrem neuen Stall.
Nun ist ein Hahn und zwei Hennen doch eine recht kleine Konstellation und es sollten noch ein paar Hennen dazu kommen. Wir hatten ja schon öfter Futter bei Naturhuhn in Schöneck gekauft und Timm Miunske von Naturhuhn war auch auf dem NABU Regionalmarkt mit seinen Hühnern.
Arvid hat dann mit Timm telefoniert und mit ihm besprochen Hennen aus seiner Betriebsaufgabe zu übernehmen, da er den Betrieb nicht mehr weiterführen wird.
Am 02.07.2022 war es soweit, wir sind zu Naturhuhn gefahren um dort noch ein paar Hennen zu kaufen. Es sollten aber keine Legehybriden werden, Timm hatte ja ein Brut mit Schwedischen Blumenhühnern gemacht. Von diesen wollten wir welche haben und haben uns aus der bunten Herde 3 Hennen (zwei mit Haube, eine mit Einfachkamm) ausgesucht. Mit diesen Hennen ist der Wunsch von Claudia nach eigenen Blumenhühnern somit in Erfüllung gegangen.
In der Herde liefen auch noch ein paar andere Hühner mit, darunter einige Nackthals Hühner. Die im Aussehen ja doch sehr gewöhnungsbedürftig aussehen. Arvid fand sie aber irgendwie spannend und Timm meinte “ich pack Euch gerne eine mit ein, dann könnt ihr mal schauen wie sie sind”. Somit kam noch eine blaue französische Cou Nu Henne mit in die Transportkiste.
Unsere Blumenhühner und Cou Nu Hennen:
Blumenhühner: Thurid, Verdandi, Runa Cou Nu (Nackthals): PerlchenBlumenhuhn RUNACou Nu PERLCHEN Blumenhuhn Thurid
Unsere ersten Hühner:
Unsere Vorbereitungsliteratur vor dem Hühnerkauf:
mit Artikel: Sandschak Kräher Antiquarisch gekauft mit Autoren Autogramm (Wilfried Detering)